Ein Artikel der Redaktion

Lotte Auch CDU nun für Koch-Ansiedlung

27.04.2006, 22:00 Uhr

Nein, feige möchte sich und seine CDU deren Fraktionschef Reinhold Hinrichs nicht nennen lassen. Im Gegensatz zum Eindruck aus der jüngsten Ratssitzung hat sich die CDU inzwischen eine Meinung zur umstrittenen Ansiedlung der Spedition Koch International gebildet - und zwar eine positive.

Wie Hinrichs gestern mitteilte, hat die CDU bewusst die Machbarkeitsstudie für die von Koch gewünschte Fläche abgewartet und sich zudem Gewissheit verschafft, dass die infrastrukturellen Voraussetzungen - insbesondere der Radweg an der Bahnhofstraße - geschaffen werden. Da beides nun in trockenen Tüchern sei, befürworte die CDU die Ansiedlung von Koch ausdrücklich, zumal das mehr als 600 Mitarbeiter zählende Unternehmen weitere Arbeitsplätze schaffen wolle.

Damit geraten SPD und FDP unter Druck, nachdem die Grünen bereits überraschend ihre ablehnende Position aufgegeben hatten. FDP-Fraktionschef Armin Lienemann vertröstete gestern auf nächste Woche. Dann will seine Partei eine gemeinsame Position entwickeln, die es bislang noch nicht gebe. Alles andere als einig ist sich in Sachen Koch die SPD. Das heißt, ihr Alt-Lotter Ortsverein ist wegen der befürchteten Umwelt- und Sicherheitsbelastungen überwiegend gegen die Ansiedlung, der Ortsverein Wersen aus sicherer Distanz jedoch überwiegend dafür. Dass die Partei dermaßen uneinheitlich positioniert in eine inzwischen absehbar positive Ratsentscheidung stolpern will, darf bezweifelt werden.

Nicht zurücknehmen will unterdessen Reinhold Hinrichs seinen Vorwurf an die Verwaltung, nicht ausreichend Vorsorge bei der Bereitstellung von Gewerbeflächen betrieben zu haben: "Es bleibt unabhängig von allen möglichen Gründen nicht akzeptabel, dass die Gemeinde gegebenenfalls Interessenten an einer Ansiedlung mangels Masse mit einer Absage nach Hause schicken müsste. Es gibt noch mögliche Flächen."

Das stellte gestern auch Kämmerer Jörg Risse nicht in Abrede und wiederholte, dass die Verwaltung seit dem Verkauf der letzten frei verfügbaren Flächen gezielt geeignetes Areal prüfe. Wenn morgen ein Interessent anklopfe, könne man ihm attraktive Perspektiven aufzeigen, nur eben nicht von heute auf morgen eine Fläche verkaufen. Bislang habe er noch keinen Interessenten abweisen müssen, so Risse.