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Löschen wie die Großen Eversburger Kinder besuchen Feuerwehr in Wersen

Von Erna Berg | 23.07.2014, 19:02 Uhr

Zwei minderjährige Einsatzleiter, ein Löschfahrzeugführer ohne Führerschein, zu große Feuerwehruniformen, ohrenbetäubende Sirenen, Schwebezustände, und das alles bei fast 30 Grad im Schatten gab’s am vergangenen Wochenende beim Löschzug Wersen. Zu Besuch waren fast 30 Kinder aus der St.-Michaelis-Kindertagesstätte Eversburg mit Erzieherinnen, Eltern und Großeltern.

Sie erlebten einen brandheißen Nachmittag mit den Kameraden, die sich viel Zeit für sie genommen hatten. Über das First-Responder-Ehepaar, Melanie und David Schaarschmidt , deren Tochter Alicia in die Eversburger Kita geht, kam der Kontakt zustande.

Schon ein paar Wochen zuvor waren die Kleinen theoretisch in die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr eingewiesen worden und knüpften jetzt ohne Scheu und mit viel Vorwissen an den praktischen Teil an. Nachdem sie die magisch anziehenden Feuerwehrautos von außen und innen inspiziert hatten, begrüßte Stephan Läken die gut gelaunten Gäste: „Auch wir löschen genau wie die Osnabrücker Feuerwehr mit Wasser, nur eine Drehleiter, die haben wir leider nicht und müssen sie manchmal kommen lassen“, erklärte er und versprach Spannung und viel Wasser.

Schaarschmidt, Florian Feist, Felix Nüsse, Philip Bedford, Janec Hofer und Johannes Grundmann hatten alles vorbereitet. In zwei Gruppen aufgeteilt, marschierten Kinder und Erwachsene an die ihnen zugedachten Einsatzorte. Die erste Gruppe spielte genau das nach, was die großen Kameraden nach einer Alarmierung machen: rein in die Klamotten und ab ins Feuerwehrauto. Als die Sirenen im Gerätehaus aufheulten, hielten sich einige Kinder schnell die Ohren zu – immerhin waren sie vorgewarnt worden.

„Jetzt machen wir mal ein bisschen Quatsch und lassen Mamas und Papas hochschweben“, wandte sich Läken augenzwinkernd an die Kinder. Mit Atemluft pumpte Franziska Feist die Erwachsenen auf dem Hebekissen in die Höhe. Dann erschien Johannes Grundmann, bedrohlich aussehend mit schwerem Atemschutz – und kippte ganz plötzlich um. Da er sich nicht mehr bewegte, begann sein Totmannmelder dramatisch zu piepen. Natürlich stand der Kamerad dank eines sanften Tritts seines Gruppenleiters schnell wieder auf den Beinen, doch Vincent, Max und Tyron sahen ihn so lange entsetzt an, bis Grundmann den Atemschutz abgelegt hatte und sein lachendes Gesicht wieder zu sehen war.

Die zweite Gruppe hatte viel Spaß an den Wasserübungen. „Boa. Oooh. Ein, nein, zwei Regenbogen!“, riefen die faszinierten Kinder, als in kürzester Zeit 1000 Liter Wasser aus dem Rohr schossen. Jeder wollte gerne mal das Strahlrohr halten, doch das brauchte ganz schön viel Kraft. Mit offenem Mund staunten die Kinder, als ihre Erzieherin Rabea aus einem verunfallten Auto schonend gerettet wurde, bestens betreut vom inneren Retter Janec Hofer. Wie immer gingen die Kameraden auch bei diesem nachgestellten Szenario mit aller Ernsthaftigkeit zu Werke, sodass man den Eindruck gewann, eine reale Personenrettung vor sich zu haben. Stephan Läken erklärte jeden Handgriff und zog die äußerst konzentrierten großen und kleinen Gäste durch seine humorvolle Art ins spannende Geschehen ein. Erleichterter Applaus brach aus, als eine lächelnde Rabea wohlbehalten, aber schweißnass aus dem heißen Auto getragen wurde.

Es war ein Nachmittag, der Kinder und Erwachsene begeisterte, aber auch einen realistischen Einblick in die Arbeit der Feuerwehrleute gab. „Das ist nicht selbstverständlich, dass die Kameraden das für uns machen, und dann noch an so einem heißen Sommerwochenende“, bedankten sich die Erzieherinnen und überreichten ein bebildertes Geschenk.