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Kompromiss gefunden Kleiner Umweg macht Schulweg in Alt-Lotte sicherer

Von Ursula Holtgrewe | 04.12.2015, 11:26 Uhr

„Gelbe Füße“, Wartebalken, „Achtung Kinder“-Zeichen auf Alt-Lottes Bahnhofstraße. Auch Schüler der 2b an der Grundschule überqueren sie nun in Höhe der Gemeindebücherei. Dorthin ist um wenige Meter weiter der sichere Schulweg verlegt worden.

Davon überzeugte sich jüngst Sylvia Meinders, Verkehrssicherheitsberaterin bei der Polizei, mit einigen Schülerinnen. Sie lobte die Elterninitiative aus dem Vorjahr , als die Kinder noch in die 1b gingen, und betonte: „Ich finde es super, dass sich die Kinder an den ,Gelben Füßen‘ orientieren können. Kinder werden von Autofahrern nicht so gut gesehen“.

Kleiner Umweg kann Unfälle vermeiden helfen

Es sei häufig sicherer einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen, sagte Sylvia Meinders . „Im Kreis Steinfurt haben wir in diesem Jahr bereits 15 Verkehrsunfalltote und zwar überwiegend ältere Menschen. Fünf von ihnen sind von Autofahrern nicht gesehen worden“, verdeutlichte sie, wie wichtig sichere Straßenüberquerungen sind.

Rückblick: Kurz nach der Einschulung hatte sich eine Elterninitiative von Erstklässlern gegründet, die aus dem Bereich Cappelner Straße zur Schule gehen. Vor der Pizzeria „Soave“ hat der Nachwuchs, wie berichtete, erst einen Überblick über den Verkehr, wenn er bereits auf der Straße stehen.

Elterninitiative für sicheren Schulweg

Dort einen Zebrastreifen zu markieren lehnte die Verkehrsbehörde mangels Fußgängeraufkommens ab. Aber der Wunsch von Katja Erkes, Sprecherin der Initiative, nach „Gelben Füßen“ und einem „Achtung-Kinder“-Hinweis wurde umgesetzt – und zwar auf Fußweg und Straße.

Zuvor hatte es einige Ortstermine gegeben mit Beteiligung von Polizei, Bauamt und dem mittlerweile angesprochenen Ratsherrn Friedhelm Lange. „Einige unserer Vorschläge haben bei den Eltern keinen Anklang gefunden. Wohl aber die ,Gelben Füße‘ und die „,Achtung-Kinder‘-Zeichen“, berichtet Bauamtsmitarbeiterin Elisabeth Strodmeyer. „Ich finde, die Situation ist bereits entschärft worden“, resümiert Doris Niehoff als Mutter beim Ortstermin.

„Ich kann besser gucken, weil keine Autos parken“

Clara, Lena und Melina durften dazu ihre Freundinnen Lia, Lenja und Tessa mitbringen. Wenn sie sich besuchen, müssen alle über die Bahnhofstraße gehen. „Ich finde es besser, beim Balken über die Straße zu gehen. Man kann viel besser gucken, weil keine Autos parken.“ Besonders in dieser Jahreszeit wird in den Familien für Sicherheit gesorgt. „Ich ziehe meine Warnweste immer an. Aber jetzt hängt sie in der Schule am Haken“, berichtete Lena. „Ich auch“, pflichtete Lia bei. Die anderen nickten.

Kompromiss, mit dem alle leben können

Die Eltern sind aber nicht hundertprozentig zufrieden. „Ich bin noch nicht ganz so glücklich“, sagte Katja Erkes. „Ich hätte mir nach wie vor einen Zebrastreifen gewünscht. Auch könnten die Dreiecke auf dem Pflaster der Bahnhofstraße noch größer sein. Aber es ist ein Kompromiss, mit dem wir leben können. Und ich freue mich über jedes Kind, das den markierten sicheren Weg nimmt.“

Kreative Bürgerbeteiligung

Friedhelm Lange lobte den Kompromiss und die Elterninitiative, auch die kreative. Die Kinderschilder, die an Laternenmasten hängen, hat nämlich Katja Erkes mit ihren Kindern Clara und Leni entworfen. In Zusammenarbeit mit Helmut Laux vom Servicebetrieb entstanden die fröhlichen Hinweise darauf, wo der Nachwuchs die Bahnhofstraße überquert.