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Jubiläumsfeier mit Ehrungen Mit der Bürener Awo aufgewachsen

Von Renate Lammers | 27.04.2014, 19:33 Uhr

Der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Büren feierte Samstag einen runden Geburtstag. Seit 50 Jahren treffen sich Mitglieder und Freunde, um an den verschiedensten Veranstaltungen teilzunehmen. Vorsitzende Renate Woda begrüßte zum Festakt in der Elly-Heuss-Tagesstätte zahlreiche Gäste sowie Abordnungen von Vereinen, Verbänden und Parteien.

Am 13. Dezember 1919 gründete Marie Juchacz die Arbeiterwohlfahrt als „Hauptausschuss in der SPD“. Reichspräsident Friedrich Ebert beschrieb die Awo damals als Selbsthilfe der Arbeiterschaft. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers wurde die Awo aufgelöst und verboten. 1946, nach Ende des Krieges, dann als parteipolitisch und konfessionell unabhängige Hilfsorganisation neu gegründet. Als vor einem halben Jahrhundert die Idee reifte, einen Ortsverein in Büren zu gründen, stand der soziale Zweck im Vordergrund.

„Ich war 1964 noch ein kleines Kind, als meine Mutter mit Gleichgesinnten die Arbeit aufnahm“, berichtete Renate Woda den Jubiläumsgästen. In der guten Stube der Familie Viere fanden so die ersten Sitzungen der Awo statt. Renate Woda wuchs mitten in der Awo-Familie auf. Ihre Mutter Irmgard Viere übernahm 1967 nach Norbert Seifert und Herbert Wolff den Vorsitz, den sie dann bis 1996 bekleidete.

Renate Woda, seit 2000 Vorsitzende, nahm als Kind an den Freizeiten teil und engagierte sich später selbst als Jugendbetreuerin. „So habe ich auch meinen Mann Peter kennengelernt“, verriet die Vorsitzende schmunzelnd. Aber auch für viele andere Menschen war und ist die Awo ein guter Treffpunkt zum Kennenlernen und Austauschen. 1975 zog der Wersener Ortsverein in die neue Elly-Heuss-Tagesstätte ein. Da zählte der Verein fast 300 Mitglieder. Heute gehören immer noch knapp 200 Mitglieder zu Büren, und die monatlichen Aktivitäten und Urlaubsfahrten werden immer sehr gut angenommen. Deshalb dankte Renate Woda ihren Helfern für die vielfältige Unterstützung sowie der Gemeinde für die Begegnungsstätte, die gerade den Senioren zur zweiten Heimat geworden sei.

Sie selbst mache die Arbeit in der Awo gerne, weil sie sich daran erfreut, „wenn sich die Menschen hier wohlfühlen“. Wirklich wohlgefühlt haben sich auch die von der Vorsitzenden geehrten Mitglieder. Seit 40 Jahren hält Greta Rupp-Becker der Awo die Treue, und von Anfang an dabei, nämlich 50 Jahre, sind Lisa Kohlmeier, Marta Thiel, Eveline Rullkötter, Ilse Schmidt, Hannelore Vinke, Heinz Breite und Horst Wessel.

Eine besondere Ehrung erhielt zudem Elfriede Hoffmann. „Das Aushängeschild unserer Awo“, so Renate Woda launig, und verabschiedete die 91-Jährige in den wohlverdienten Ruhestand mit einem bunten Blumenstrauß. Bis zum letzten Jahr hatte die rüstige Bürenerin die Gymnastikgruppe geleitet. „Brauch ich jetzt nicht mehr machen?“, fragte die für ihre schlagfertigen Worte bekannte Frau, wofür sie von den Anwesenden herzlichen Applaus erhielt. Dass die Arbeit der Awo in Lotte einen hohen Stellenwert besitzt, hob Bürgermeister Rainer Lammers besonders hervor. Er lobte den unermüdlichen Einsatz der Vorsitzenden und ihres Teams, die mit einem unterhaltsamen Programm Abwechslung in den Alltag der Senioren bringen. „Der zunehmenden Vereinsamung älterer Menschen nimmt sich die Awo mit ihrer Seniorenarbeit an“, lobte auch Gerda Stiller. Die Kreisvorsitzende wuchs wie Renate Woda als Kind schon mit den Werten der Awo auf und freute sich deshalb über das Jubiläum der Bürener.