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Golfclub Osnabrück-Dütetal In Lotte ist Golf an 365 Tagen im Jahr möglich

Von Erna Berg | 25.12.2015, 15:43 Uhr

Golf spielen im Winter? Ja, das geht. Sogar an 365 Tagen im Jahr – im Wersener Golfclub Osnabrück-Dütetal jedoch mit einer Einschränkung. Die Witterung muss mit- und die namensgebende Düte darf sich nicht auf dem Gelände breitmachen.

Dass den rund 840 Mitgliedern diese sportliche Möglichkeit auf dem grünen Rasen geboten wird, liegt in großem Maße am fleißigen Greenkeeperteam und dem Platzvorstand: Der Golfclub beschäftigt fünf fest angestellte Golfplatzpflegemänner und einen Hausmeister.

Grün erholt sich im Winter

Normalerweise geht die Golfsaison von April bis November. In diese Zeit fallen auch Golf- und Charity-Turniere. In der Nebensaison geht es dann auf abgespeckte Flächen auf Sandboden, das sogenannte Wintergrün. Es sind kurzgemähte Rasenflächen mit Fahne und Loch. Die Bahnen sind kürzer, aber das übrige Grün hat Zeit zum Erholen. Die Abschläge erfolgen von Wintertees, das sind befestigte Abschläge.

Harter Kern trotzt dem Wetter

Rund hundert Golfer, der wettertrotzende harte Kern, kommen auch bei Winterwetter und genießen die frische Luft. „Scheint die Sonne, ist der Golfplatz voll“, berichtet Clubmanager Oliver Prüter. Liegt Schnee, werden nicht weiße, sondern bunte Golfbälle benutzt sowie Trolleys zum Ziehen oder Tragebags, damit der Rasen nicht durch schwere Elektro-Fahrzeuge beschädigt wird. Bei Sonderturnieren, wie zum Beispiel beim Drei Schläger Turnier zum Hauptsaisonabschluss, sorgen Glühwein oder Grog an verschiedenen Stationen für die innere Aufwärmung. (Weiterlesen: So läuft ein Anfängerkurs im Golfclub) 

Rotwild kommt im Frühjahr

Ab und zu schaut auch mal Rotwild vorbei, besonders im Frühjahr. Hasen und Kaninchen nutzen die ruhige Zeit, wenn nicht oder kaum mehr gemäht wird, aber das sei kein Problem, betont Prüter. Kanadische Wildgänse und Fasanen ziehen über das Grün oder lassen sich ganz entspannt in der Nähe der Golfer nieder. Wildschweine seien glücklicherweise noch nicht da gewesen. Außerdem gibt es einen Winternotdienst für Maulwurfhügelverteilung.

Naturbelassene Zone

Der größte Teil des Golfplatzes ist Ökofläche, eine naturbelassene Zone, die die Golfanlage zu einem besonderen Kleinod in der Umgebung macht. Head-Greenkeeper Volker Fahrenson arbeitet mit viel Herzblut und Sachkenntnis seit anderthalb Jahren im Dütetal und kennt jeden Winkel. Er bestätigt die Aussagen des Clubmanagers, dass die Klimaveränderungen auf dem Platz deutlich zu spüren seien. Über die Temperaturen in diesem Dezember schüttelt er bedenklich den Kopf. Im Jahre 2013 überspülte die Düte einmal den Platz, ein Jahr später zweimal und in diesem Jahr schon viermal. (Weiterlesen: Solche Konsequenzen hat Hochwasser in der Region) 

Nicht zu kurz mähen

Fahrenson und sein Greenkeeperteam haben Anfang Dezember zum letzten Mal die Rasenflächen gemäht. „Nicht zu kurz, das öffnet Tür und Tor für Krankheiten, aber auch nicht zu lang, das kann Spätschäden zur Folge haben“, erklärt Prüter. Winterfest wird der Platz vor den Frösten mit einer Abschlussdüngung gemacht, damit die Pflanzen noch etwas aufnehmen können. Kali macht Pflanzen winterhart, Stickstoff wird im Jahr nur noch sehr sparsam gegeben. Einmal im Jahr dürfen Kleenester nach genauen Vorgaben bekämpft werden. Sonstigen störenden Unkräutern werde nur durch mechanische Behandlung und spezielle Düngung entgegengewirkt.

Winter wird zu Kontrollgängen genutzt

Immer wieder unternehmen die Greenkeeper im Winter Kontrollgänge, um Rasenkrankheiten schnell auf die Spur zu kommen. Dazu gehört auch der sogenannte „Schneeschimmel“, den Fahrenson schon an etlichen Stellen im Rasen entdeckt hat. Mithilfe von verschiedenen Mähern, Anbau- und Belüftungsgeräten und ganz viel Aufmerksamkeit, Erfahrung und Fachwissen sorgen die Greenkeeper in enger Zusammenarbeit mit dem Platzvorstand für die möglichst beste Platzqualität im Golfclub Osnabrück-Dütetal.