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Waldbauexkursion in Lotte So fallen sie richtig: Forstfachleute zeigen ihre Technik am Hagenberg

Von Michael C. Goran | 15.08.2021, 14:08 Uhr

40 Interessierte nahmen an der Waldbauexkursion der Forstbetriebsgemeinschaft Schafberg auf dem Hof Strübbe in Lotte teil. Bei bestem Wetter wurden verschiedene Techniken für den Waldbau gezeigt.

Unter der Leitung von Förster Christian Rebitz erfuhren die Waldbesitzer, wie Bäume im Wald gepflanzt und gepflegt werden. Als Forstbeamter ist Rebitz für den privaten Waldbestand in fünf Gemeindegebieten am Schafberg zuständig. In den vergangenen drei Jahren seien viele Bäume durch die Trockenheit abgestorben, berichtete der Fachmann; "Buchen brechen sehr schnell in der Krone auseinander, so fallen sehr viele tote Äste runter“. Eine Gefahr nicht nur für Landwirte und private Waldbesitzer.

Jedes Jahr bietet die Forstbetriebsgemeinschaft Veranstaltungen zu verschiedenen Themen an. Dem Vorsitzenden Heinz-Herrmann Spieker geht es um die gegenseitige Hilfe für die 270 Mitglieder. Dieses Mal standen Aufforstung und Arbeitssicherheit auf dem Programm. Ein Schwerpunkt ist dabei der richtige Umgang mit der Belastung des Waldes durch Extremwetter, Dürre und Schädlinge. Förster Rebitz erklärte: „Wir haben viel Totholz im Wald und an den Straßen. Wir wollen nicht immer die Bäume fällen". Manchmal sei es eine bessere Option, nur die Äste abzusägen. Der Baumkletterer Ingo Beckmann erläuterte dazu, wie tote Äste aus jeder Höhe sicher entfernt werden können.

Zwei tote Bäume fällte das Team von Siegfried Brinker. Gezeigt wurde, wie sich ein Stamm krachend, aber sicher mit der Motorsäge, einem ferngesteuerten Keil und einer Seilwinde zu Fall bringen lässt. Brinker gehört nicht nur ein Forstunternehmen, er ist auch Ausbilder für Motorsägen beim Bundesverband Deula.

Immer wieder ging es um die Sicherheit bei der Dorstarbeit. Die Gefahr lauert, wenn Äste herabfallen, Bäume anders fallen als geplant, wenn es zu Hast oder Fehlschnitten kommz. Immer wieder komme es auch zu tödlichen Unfälle, machte Förster Rebitz klar. Schon ein kleiner Zweig könne ab einer gewissen Höhe auch für einen behelmten Kopf gefährlich werden.

Über seinen Baumbestand und sinnvolle Aufforstung sprach Gastgeber Holger Strübbe. Dem Inhaber des seit 1344 existierenden Hofes ist ein Mischbestand wichtig. Dabei setzt er auch auf Baumsorten aus anderen Regionen.