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Fingerübungen fürs Hirn Steinfurts Gleichstellungsbeauftragte laden zu heiterem Gedächtnistraining

Von Ursula Holtgrewe | 13.09.2012, 09:20 Uhr

Mit kleinen Übungen kann jeder sein Gehirn fit erhalten und trainieren. Das vermittelte Marita Wielage-Bücker in einem äußerst kurzweiligen Vortrag im Alt-Lotter Haus Hehwerth.

Eingeladen hatte Lottes Gleichstellungsbeauftragte Karin Lenze. Sie und ihre Kolleginnen im Kreis Steinfurt haben die gemeinsame Veranstaltungsreihe in diesem Jahr „Gesund bis zur Rente“ betitelt. Bei der Begrüßung ergänzte Karin Lenze das Thema schmunzelnd mit: „Und über die Rente hinaus, versteht sich.“

Etwa 25 Personen waren neugierig auf den Vortrag „Fit im Kopf – heiteres Gedächtnistraining“. Los ging es mit dem Merken von 30 Gegenständen. Diese sollten dann anhand einer Liste mit 60 Bezeichnungen – allerdings in Spiegelschrift – angekreuzt werden. Und schon arbeiteten beide Gehirnhälften auf Hochtouren. Die linke analytische, die Zahlen und Buchstaben erkennt und die rechte, die emotionale, die auch Buchstaben zu Worten zusammenzieht.

„Wenn sie schon fünf erkannt haben, ist das eine gute Leistung“, motivierte die diplomierte Legasthenie- und Gedächtnistrainerin aus Mettingen. Anhand eines aufgeklappten Gehirnmodells erklärte sie deren Funktion und Zusammenarbeit, die Vernetzung von Zellen. „Jeder hat 500 bis 759 Milliarden Gehirnzellen. Ab dem 20. Lebensjahr sterben die ersten ab“, erklärte sie.

Gleichwohl bleiben genug übrig, die es sich lohnt in Schwung zu halten. Nicht ausschließlich mit eher als einseitig eingestuften Kreuzworträtseln, die mit dem Fundus des Langzeitgedächtnisses gelöst werden. Sinnvoller ist, das Kurzzeitgedächtnis zu fordern, das Wichtiges im Langzeitbereich ablegt.

„Das Kurzzeitgedächtnis ist störanfällig“, betonte die Trainerin. Tätig sind im Kurzzeitgedächtnis die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit und die Merkspanne, die in der Regel sieben Sekunden anhält und sich in Stresssituationen oder im Alter verkürzt. Dann fehlt die Erinnerung, ob die Kaffeemaschine abgestellt ist oder, nach dem Gang im Keller, was eigentlich der Grund dafür war.

Eine gute Durchblutung ist hilfreich. Die gelingt mit der Übung „Kletterfinger“, bei der der linke Zeigefinger den rechten Daumen und oben drüber der rechte Zeigefinger den linken Daumen berührt. Durch Drehen der Hände und Wechsel der oben liegenden Paare werden die Gehirnzellen angeregt. „Das Gehirn wird um 30 Prozent besser durchblutet“, erklärte die Mettingerin. Das helfe bei wichtigen Gesprächen und auch vor Klassenarbeiten.

Weiterhin unterstützt das ABCD-Modell die Funktionen des Gehirns. A: Arzt, B: Bewegung draußen bei jedem Wetter, C: Gedächtnistraining und sich auf Neues einlassen; D: Diät mit vernünftiger Ernährung und vor allem viel trinken. Auch eine zu eng gebundene Krawatte koste bis zu zehn Prozent der geistigen Leistungskraft, sagte die Referentin.

Aus ihrer Arbeit berichtet sie, warum und wie sich auch über 90-Jährige ihre geistige Spannkraft erhalten haben: Sie pflegen noch immer soziale Kontakte und lassen sich auf Neues ein.

Und weil Merken mit Bewegung besser funktioniert, lud Marita Wielage-Bücker zum „Brainwalking“ am Dienstag, 25. September, 18 Uhr, mit Start am Haus Hehwerth ein. Auch dabei versprach sie vergnügliche Übungen im Gehirntraining.

Die Referentin empfahl für Übungstipps: Kostenfrei gibt es in Apotheken die Broschüre „Kopf fit“. Eine kostenfreie CD mit Übungen ist erhältlich unter www.schwabe.de.