Ein Artikel der Redaktion

Ehrenamt sichtbar gemacht Lotte würdigt seine deutsch-französischen Antreiber

Von Thomas Niemeyer | 05.02.2014, 12:33 Uhr

Am Ende stand der gesamte Gemeinderat auf und applaudierte enthusiastisch. An Pierrette Tisserand-Ennen und Heyko Hollander scheiden sich die Geister in Lotte nicht. Beider Verdienste vor allem um die Partnerschaft mit der Stadt Lys-lez-Lannoy in Nordfrankreich sind unumstritten.

Und so erfüllten sie in idealer Weise den von Bürgermeister Rainer Lammers formulierten Sinn der alle zwei Jahre stattfindenden Würdigung von Lotter Ehrenamtlichen. Sie solle das Ehrenamt in seiner großen Bedeutung für eine demokratische Gesellschaft sichtbar machen und andere zum Nacheifern ermutigen. Allerdings betonte Lammers auch, dass es eine wichtige Ergänzung zum staatlichen Handeln hauptamtlicher Kräfte darstelle, diese nicht ersetzen solle.

Und so ist es auch in diesem Doppelfall – als solches eine Premiere. Die gebürtige Französin Pierrette Tisserand-Ennen knüpfte einst die Kontakte nach Lys-lez-Lannoy für die von der Gemeinde Lotte gewünschte Partnerschaft, die beide Kommunen dann vor 22 Jahren begründeten. Sie sei „Mutter, Motor und Seele der Partnerschaft“, führe Telefonate, sorge bei Besuchen für Unterkunft, fördere die Vereinskontakte, habe Französischunterricht in der Alt-Lotter Grundschule angeregt – „und hat in den Jahren alles gedolmetscht, was zu dolmetschen war “, formulierte Lammers launig.

Dass sie wiederholt und auch aktuell als Vorsitzende des Deutsch-Französischen Förderverein s fungiert, fiel hinter all diesen Aktivitäten zurück. Und das galt auch bei Heyko Hollander, der selbst jahrelang den DFF-Vorsitz innehatte. Stärker ging Lammers auf seine Aktivitäten im Ortsmarketing und seine Ideengeberschaft ein – vom Quiz zur Lotter Acht über den Hopfengarten Osterberg inklusive Apfelzucht bis zu seiner neuesten Anregung, Bücherschränke einzurichten.

Für die Blumen in gesprochener und beurkundeter sowie natürlicher Form bedankte sich Pierrette Tisserand-Ennen artig, legte dann aber sofort wieder den Vorwärtsgang der Überzeugungstäterin ein. Sie wünsche sich breite Unterstützung beim anstehenden 20-jährigen Bestehen des Fördervereins, bei der weiteren Ausgestaltung der Partnerschaft und bei ihrem erneuten Anlauf, Französischunterricht an Lotter Schulen zu etablieren.

Und Heyko Hollander bewies intellektuelles Niveau, indem er sich selbst ein wenig auf die Schippe nahm: „Ich möchte mich vor allem bei den Mitarbeitern im Rathaus bedanken, die mit mir und meinen Ideen immer sehr rücksichtsvoll umgegangen sind. Denn bei den Ideen gab es ja nun auch so‘ne und solche.“

Ja, auch in der Hinsicht ist der Deutsch-Französische Förderverein wie sein Umfeld vorbildlich: Ohne Spaß geht Ehrenamt gar nicht .

TEASER-FOTO: