Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Doppelt so viele Spender werden benötigt Ferien-Blutspende in Lotte

Von Erna Berg | 22.07.2014, 19:38 Uhr

Täglich werden viele Liter Blut für schwer kranke Menschen gebraucht. Gerade in den Ferien sind die lebensrettenden Blutkonserven jedoch Mangelware, weil viele regelmäßige Spender im Urlaub sind und sich kein Blut abzapfen lassen. Um diesen Engpass aufzufangen, versucht das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Lücke mit besonderen Ferien-Blutspenden und Sonderterminen zu schließen. So auch am Montag, 21. Juli, in Alt-

Heute noch gesund, kann es von einem Augenblick zum anderen jeden treffen. Ob ganz jung oder alt, geplante oder unerwartete Operationen durch Krankheit oder Unfall, plötzlich hängt das eigene Leben von Blutspenden anderer Menschen ab. Die Forschung macht zwar riesige Fortschritte, doch leider lässt sich Blut noch nicht künstlich herstellen.

Zwar ist die Altersgrenze weggefallen, und Erstspender dürfen bis zum 65. Lebensjahr mit dem Spenden beginnen, doch immer mehr ältere Dauerspender scheiden aus, die im Schnitt drei- bis viermal pro Jahr Blut spenden. Es kommen zwar immer wieder Neuspender hinzu, aber um das Gesamtvolumen des gespendeten Blutes zu halten, muss der DRK-Blutspendedienst West für jeden älteren Dauerspender drei Neuspender gewinnen, heißt es vom DRK-Spendedienst.

Jeder, der 18 Jahre alt ist und sich gesund fühlt, kann zum Blutspenden kommen, sagt Lottes Rotkreuzleiter Dirk Westermann. Ob er letztendlich zur Ader gelassen wird, entscheiden die Ärzte vor Ort, nachdem sie die Krankheitsgeschichte geprüft haben. Nach dem Fieber- und Blutdruckmessen wird eine kleine Blutprobe entnommen, die auf eventuelle Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis überprüft wird. Der Gesundheitscheck ist für die potenziellen Spender selbstverständlich kostenlos.

In Alt-Lotte erschienen am Montag leider nur 107 Spender, davon waren sieben Erstspender. Insgesamt würden laut DRK-Blutspendienst West derzeit nur knapp drei Prozent der Bevölkerung Blut spenden. Etwa sechs Prozent werden aber als regelmäßige Dauerspender benötigt, damit die Versorgung mit Blutpräparaten langfristig ausreichend gesichert ist.

„Das Wetter, Urlaubszeit und Schützenfeste spielen eine große Rolle bei der Wahrnehmung der Spendetermine. Dabei ist es besonders wichtig, in der Ferienzeit zu spenden, denn gerade dann kann es zu Engpässen kommen“, betonte Lottes Blutspendebeauftragter Manfred Westermann.

Am Montagabend interviewte der stellvertretende Pressesprecher vom DRK-Blutspendedienst West, Heinz Kapschak, Blutspender am Saerbecker Damm, um auf der Homepage und bei Facebook Mut zum Spenden zu machen.

Rund 28 Helfer waren an diesem Tag im Einsatz in der Küche, im Service, an der Registratur und im Spenderraum. Hilde Hollmann, meinte strahlend: „Das macht doch Spaß!“ Gertraud Bilz fügte bestätigend hinzu: „Wenn wir das nicht gerne machen würden, ständen wir doch gar nicht hier!“, drehte sich um und spülte munter weiter. Die meisten Helfer begannen ihren ehrenamtlichen Einsatz um 15 Uhr und beendeten ihn gegen 21.30 Uhr.

Weitere Termine für eine Blutspende in den Ferien sind bereits geplant, Gelegenheit ist also da, auch wenn man gerade in Urlaub ist und den Spendetermin am nächstgelegenen Ort verpasst.

Weitere Blutspendetermine in der näheren Umgebung: am 1. August in der Realschule Westerkappeln, am 5. August im Martin-Niemöller-Haus Velpe, jeweils von 16.30 bis 20.30 Uhr. Am 29. August wird in der Gemeinschaftshauptschule in Wersen von 16.30 bis 20 Uhr noch ein Termin angeboten.