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Die Woche von Anja Karliczek Tecklenburg: Im Schnellzug zum Bundestag

Von Ruth Jacobus | 04.02.2014, 16:17 Uhr

Ihr Herz hängt schon noch an der Kommunalpolitik. Deshalb wird Anja Karliczek auf jeden Fall bis zur Kommunalwahl im Tecklenburger Stadtrat vertreten sein. Und danach? „Ich würde gern dabei bleiben“, erzählt die CDU-Bundestagsabgeordnete. Ob sich die große Politik in Berlin und die kleine in Tecklenburg zeitlich aber unter einen Hut bringen lassen – das muss sich erst noch zeigen.

Seit im Dezember vergangenen Jahres die Große Koalition in der Bundeshauptstadt ihre Arbeit aufgenommen hat, mischt auch die Brochterbeckerin in der Bundespolitik mit. Ihre Schwerpunkte: Finanzen, Tourismus und Europäische Union.

Bei einem Pressefrühstück schilderte sie nun, wie ihre Arbeitswoche aussieht – und die hat es nach ihren Schilderungen durchaus in sich. Montags reist sie in Berlin an. Dann wird gemeinsam mit den Mitarbeitern – Anja Karliczek hat eine Sekretärin und eine wissenschaftliche Mitarbeiterin – die Woche geplant und besprochen. Dienstags tagen dann die Arbeitsgruppen der Fachausschüsse, mittwochs folgen Ausschusssitzungen. Donnerstag und Freitag sind schließlich Plenartage, die sich bis in den Abend hinziehen können.

Mit dem Zug geht es dann entweder am Freitagabend oder Samstagmorgen zurück nach Brochterbeck. Termine gibt es schließlich auch am Wochenende im Tecklenburger Land.

Das Schöne an ihrer Tätigkeit: Einer Sitzungswoche in Berlin folgt eine sitzungsfreie Woche, die die Brochterbeckerin zu Hause verbringt. Dann stehen zwar Termine im Wahlkreis an, es bleibt aber auch Zeit für die Familie, die intensiv genutzt wird. Und, wenn die Kinder einmal Sorgen und Probleme haben, während die Mutter in Berlin ist? „Mein Mann kriegt das gut hin“, ist die Brochterbeckerin stolz auf das intakte Familienleben. „Es ist immer einer hier“, erzählte sie. Soll heißen: Während der Sitzungswochen ist ihr Mann zu Hause.

In den nächsten Monaten werden natürlich auch verstärkt Termine im Tecklenburger Land im Kalender stehen. Schließlich geht der Kommunalwahlkampf los. Da geht es um andere Themen als in Berlin. Aber auch um Dinge, die für das Tecklenburger Land von Bedeutung sein können. Die „Qualitätsoffensive Deutschland-Tourismus“ zum Beispiel. Da sieht die Abgeordnete für den Kreis Steinfurt durchaus noch Ausbaupotenzial.

Kurzzeiturlaub sei immer mehr im Kommen – auch durch den demografischen Wandel. Touristen sehen sich in Nachbarregionen um. Der Kreis Steinfurt sei innerhalb von gut zwei Stunden immerhin von 60 Millionen Menschen zu erreichen.

Mit Wandermöglichkeiten in reizvoller Natur kann das Tecklenburger Land bereits punkten. Angebote im Gesundheits- und Wellnessbereich auszubauen sei der nächste Schritt. Dazu passt dann auch ein Hotel „Burggraf“, das die Abgeordnete für wichtig für die Region hält.

In der kommenden Woche ist die Brochterbeckerin wieder in Berlin und wird sich um Bundesangelegenheiten kümmern. Ihr favorisiertes Thema, über das sie gern einmal im Plenarsaal sprechen würde? Die Finanzen.