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Auch Alt-Lotte wird untersucht Einzelhandelskonzept im Ausschuss – Ortstermin

Von Angelika Hitzke | 09.12.2015, 15:52 Uhr

Ein strammes Programm hatte der Bau-und Planungsausschuss am Dienstagabend: Auf der Agenda der öffentlichen Sitzung standen die Aktualisierung des Einzelhandelskonzeptes, die Flächennutzungsplanänderung für das Gewerbegebiet Pätzkamp, die Bebauungsplanänderungen Osterloh in Büren und Ortskern Wersen, die Außenbereichssatzung für die Bauerschaft Halen, der Haushalt 2016 und die Neuaufstellung des Landesentwicklungsplans (LEP). Im anschließenden nichtöffentlichen Teil ging es dann noch um weitere Flüchtlingsunterbringung an der Bahnhofstraße. Und vorab fand ein Ortstermin mit dem Investor zu den Plänen für zwei Gebäude im Wersener Ortskern statt.

Klarheit und Einigkeit bei der vom Investor beantragten vereinfachten Änderung des Bebauungsplans Ortskern Wersen, so ergab das Gespräch vor Ort, gibt es nur im Hinblick auf das Gebäude, das den jetzigen Getränkemarkt ersetzen soll. In der Frage der Geschossigkeit und der Dachform und Dachneigung für das zweite Bauvorhaben sind offensichtlich noch Missverständnisse auszuräumen und Begrifflichkeiten zu klären. In der Sitzung einigte man sich deshalb darauf, die Beratung über den Aufstellungsbeschluss zu verschieben und die Verwaltung damit zu beauftragen, „vernünftige Unterlagen“ dafür zu beschaffen, wie es Vorsitzender Georg Holtgrewe formulierte.

Potenzialflächenanalyse

Marc Föhrer vom Dortmunder Büro Stadt + Handel stellte dem Ausschuss die Potenzialflächenanalyse für die Einzelhandelsentwicklung in Wersen vor. Im Bürgerforum zur Aktualisierung des Einzelhandelskonzeptes von 2010 sei von allen Seiten der Wunsch nach einer stabilen, zentrumsnahen Nahversorgung in Wersen geäußert worden. Die ebenfalls gewünschte Ansiedlung eines „Hart-Discounters“ wie Aldi oder Lidl, so ergebe die Analyse von Kaufkraft und Kaufkraftabflüssen, würde sich auch künftig in Wersen nicht rechnen. Denn diese bräuchten einen Mindestumsatz von vier Millionen Euro im Jahr; erreichbar wäre aber nur die Hälfte.

In Frage käme allenfalls ein „Soft-Discounter“ wie Netto oder Penny, der dann aber dem vorhandenen Lebensmittelvollsortimenter Umsatz wegnehmen würde: „Kommt Netto, geht Markant.“ Da der Vollsortimenter auf der jetzigen Fläche wegen des angrenzenden Überschwemmungsgebietes aber keine Erweiterung- und Entwicklungsmöglichkeiten hat, wurden im Gutachten weitere mögliche Einzelhandelsflächen in Wersen geprüft. Ergebnis laut Föhrer: Für Verlagerung und Erweiterung beziehungsweise Neuansiedlung empfehlen sich nur drei Flächen, nämlich die Fläche Stiegemeyer an der Halener Straße, die Fläche Hollenberg oder das Areal an der Ecke Poststraße/Alter Mühlenweg.

Auch für Alt-Lotte

Ob und wie welche dieser Flächen bauleitplanerisch zu realisieren ist, müssen weitere Beratungen ergeben. Einstimmig beschlossen wurde, nach diesem Zwischenbericht auch für Alt-Lotte ein Bürgerforum mit anschließender Potenzialflächenanalyse durchzuführen, um dann das Einzelhandelskonzept für die gesamte Gemeinde fortzuschreiben.

Planer Norbert Reimann erläuterte, dass im frühzeitigen Beteiligungsverfahren zur Flächennutzungsplanänderung für das Gewerbegebiet Pätzkamp nur Stellungnahmen von den Trägern öffentlicher Belange kamen. Haupthinweis: Die Option der Verkehrsanbindung an Osnabrück muss erhalten bleiben. Die Offenlegung wurde einstimmig beschlossen.

Sechs statt drei Wohneinheiten

Bei einer Enthaltung (Thomas Schmitt, Grüne) sprach sich der Ausschuss für die Offenlegung des Entwurfs zur Änderung des Bebauungsplans Osterloh aus. Auf dem Areal zwischen den Straßen Im Osterloh, Friedhofsweg und Kirchweg in Büren sollen anstelle der jetzt zulässigen drei Wohneinheiten – zwei bestehen schon – Wohngebäude mit bis zu sechs Wohneinheiten entstehen können. Erhalten bleiben soll der Fußweg zwischen Friedhofsweg und Im Osterloh,. Neben dem Gehölz müssen einer Bebauung auch einige efeubewachsene Buchen weichen, deren Verlust extern zu kompensieren ist. „Wir haben das sehr kontrovers diskutiert“, erklärte Thomas Schmitt seine Stimmenthaltung.

Innenverdichtung

Einhellig begrüßt wurde hingegen die geplante wohnbauliche Innenverdichtung, für die der Ausschuss den Beschluss der Außenbereichssatzung Bauerschaft Halen empfahl. Wie Reimann berichtete, hatte die Landwirtschaftskammer Bedenken wegen einer möglichen Einschränkung des schräg gegenüber dem Plangebiet liegenden landwirtschaftlichen Betriebs Meyer geäußert. Verwaltung und Politik sehen hier jedoch auch ohne Geruchsgutachten die Verträglichkeit gegeben.

Zum Haushalt verwies Kämmerer Jörg Risse auf die Notwendigkeit, die Sanierung des Sporthallenbodens in Wersen auf 2018 zu verschieben. Für die nichtöffentlich beratene zusätzliche Flüchtlingsunterkunft empfahl er die Aufnahme einer Kreditermächtigung in den Haushalt. Die Stellungnahme der Gemeinde zum LEP wurde zustimmend zur Kenntnis genommen.