Feuerwehrhaus hat Vorrang Was 2018 in der Gemeinde Lotte wichtig wird

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Lotte. Lotte befindet sich finanziell in einer so komfortablen Situation, dass andere Kommunen voller Neid auf die 14000-Einwohner-Gemeinde im Speckgürtel der Stadt Osnabrück blicken dürften. Doch auch hier wird nur mit Wasser gekocht. Und es gilt auch 2018, so manche Herausforderung zu meistern und zukunftssichernde Projekte auf den Weg zu bringe. Welche, das erläuterten Bürgermeister Rainer Lammers und sein Kämmerer Jörg Risse.

Am wichtigsten sei die Sicherheit der Bevölkerung, betont der Bürgermeister und ist damit beim vordringlichsten Thema, dem Feuerwehrgerätehaus in Wersen, „was ja jetzt nach dem Brandschaden nicht nur saniert werden, sondern so hergerichtet werden soll, dass es den modernen Anforderungen entspricht“. Das sollen ein Anbau mit Trennung von Schwarz- und Weißbereich, mehr Außenflächen und eine Umfahrt sicherstellen. Der Löschzug Wersen soll so schnell wie möglich aus seinem derzeitigen Ausweichquartier sein Domizil wieder beziehen können. In Zusammenhang damit stehe der Brandschutzbedarfsplan, aufgestellt durch einen externen Experten, der voraussichtlich Mitte 2018 vorliegen werde. „Wir werden den sehr ernst nehmen. Die Ergebnisse müssen umgesetzt werden.“

Für die Schulen stehen die Erneuerung des Biologieraums und die Sanierung des Flachdachs der Gesamtschule Lotte-Wersen für insgesamt 313000 Euro und die Erneuerung des Schulhofes der Grundschule in Büren auf dem Programm. Die Entfernung der Glasbauwand ist für später vorgesehen. „Richtungsweisend war die Entscheidung, dass die Oberstufe in Westerkappeln unterrichtet werden soll“,erklärt Lammers, warum der Hauptanteil der Baumaßnahmen nach Westerkappeln gelegt wird, wo ein ganz neuer Trakt, unter anderem für Mensa und Offenen Ganztag, gebaut werden müsse.

„Der Neubau der Turnhalle in Alt-Lotte muss diskutiert werden“, leitet der Bürgermeister zu einem weiteren wichtigen Thema über. War ursprünglich im Rahmen der Beratung des Sportstättenkonzeptes im Fachausschuss im Sommer noch der Neubau der Sporthalle in Wersen und für die Hallen in Lotte und Halen lediglich eine Sanierung favorisiert worden, tendierte die Diskussion in den Ratsgremien inzwischen dazu, statt der Grundsanierung der Lotter Turnhalle einen Neubau in unmittelbarer Nähe ins Auge zu fassen. „Wir werden nicht zwei Turnhallen gleichzeitig bauen können“, verdeutlicht Risse. Nicht etwa, weil das Geld – pro Halle 1,5 bis zwei Millionen Euro) nicht aufzubringen wäre, sondern weil dann zu viele (personelle) Kapazitäten gebunden wären. „Wir müssen gucken, was wir zuerst machen“, formulieren beide als Aufgabe für den Rat und seine Gremien im kommenden Jahr. In diesen Denkprozess gehört auch die Neugestaltung des Sportparks am Lotter Kreuz, die mit allen Beteiligten zu klären sei: „Wann, wissen wir noch nicht genau.“ Zudem erinnert Bürgermeister Lammers daran, dass die Turnhalle in Halen „nicht ganz hinten runter fallen darf“. Deren Sanierung ist im Haushalt für 2019/20 vorgesehen.

Die Schaffung weiterer Kindergartenplätze steht wegen der zunehmenden Nachfrage nach U-3-Betreuung und des Zuzugs junger Familien, insbesondere durch den Generationenwechsel in den älteren Siedlungen in Büren, ebenfalls ganz vorn auf der Prioritätenliste. Die Sanierung des Regenbogenkindergartens sei zwar so gut wie abgeschlossen, aber die Reduzierung auf drei Gruppen müsse warten, bis ein neuer Kindergarten gebaut ist, erklärt Lammers und betont: „Wir kümmern uns um ein Grundstück für den Neubau. Wir wollen die Situation so im Griff behalten, dass hier kein Kind zurückbleibt!“

Wohl aufgrund des Niedrigzinses ungebrochen sei auch noch der Trend zum Einfamilienhaus: „Wir sind bemüht, Gebiete für Wohnbebauung auszuweisen mit passender Anbindung an vorhandene Strukturen“, so der Bürgermeister. Der Bedarf sei groß, aber auch der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum werde sicherlich zunehmen: „Als Gemeinde sind wir natürlich in der Pflicht“, sagt er zum Thema sozialer Wohnungsbau.

Als nächstes Stichwort nennt er die Ansiedlung von Gewerbe: „Auch da sind noch etliche Aufgaben zu lösen“, sagt Lammers und verweist auf die Gewerbegebiete Heuers Moor – inzwischen fast voll –, Pätzkamp – die erste Parzelle ist laut Risse gerade beurkundet – und Moorbreede: „Wir müssen Möglichkeiten für weitere Gewerbeansiedlungen eruieren.“

Das Wirtschaftswegekonzept wird die Kommunalpolitik in Lotte nicht nur 2018, sondern auch noch die nächsten Jahre beschäftigen. Für kommendes Jahr ist die Reparatur des Hunterorther Eschweges aus dem 100000-Euro-Topf für Straßenunterhaltung eingeplant, außerdem der Ausbau der Straße „Zum Attersee“. „Wir müssen beraten, welche Schritte wir als Erstes unternehmen“, kündigt Lammers an und verweist darauf, dass die ländlichen Verbindungswege „nicht nur für die Bauern, sondern auch für Fußgänger und Radfahrer“ wichtig seien. Da liege noch eine Menge Arbeit vor den Lottern, weil das Wegenetz „relativ groß ist“.

Die Ausstattung des Servicebetriebs mit Maschinen und Fahrzeugen, der Einstieg in die E-Mobilität als Beitrag zum Klimaschutz und der Rathausumbau sind weitere Herausforderungen für 2018. Der Bauhof soll mittelfristig ein elektrisches Mannschaftsfahrzeug bekommen, der kleine Dienstwagen der Gemeindeverwaltung wird im Frühjahr durch ein Elektroauto ersetzt, Rathaus und Bauhof sollen Ladestationen erhalten und am Rathausplatz zudem gemeinsam mit den Stadtwerken eine öffentliche Ladesäule installiert werden. Für den Rathausumbau – Umsetzung Brandschutzanforderungen, Keller- und Toilettensanierung – sind im Haushalt 90000 Euro veranschlagt.

Außerdem auf der Agenda fürs kommende Jahr: Fortschreibung und Abarbeitung des Masterplans, Quartiersmanagement Büren – die Auftaktveranstaltung ist für Januar geplant – , die Beratung über künftige Nutzungen und Sanierung der Elly-Heuss-Begegnungsstätte und die Forcierung des Breitbandausbaus in den Außenbereichen. „Die Ausschreibung wird 2018 erfolgen“, kündigte der Bürgermeister für Letzteres an. Und erinnert zum Schluss noch an eine Frage, „die immer noch über uns schwebt: Wie geht es weiter mit der Tecklenburger Nordbahn?“


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