Kreis Steinfurt sieht gelb Bürener Schüler verteilen Dank- und Denkzettel


Lotte. Kein Strafmandat und keine roten, sondern nur gelbe Karten verteilten die Viertklässler der Regenbogenschule am Dienstagmorgen am Strotheweg in Büren. Gemeinsam mit zwei Polizeibeamtinnen führten sie Verkehrskontrollen durch.

Eigentlich soll die Aktion „Kreis Steinfurt sieht gelb“ in der 30er Zone vor der Regenbogenschule stattfinden, aber dort stehen Baufahrzeuge, die den Verkehr sowieso verlangsamen. Also marschieren die Schüler in Begleitung von Lehrpersonal und Polizeibeamtin Sylvia Meinders ein Stück Strotheweg (erlaubte 50 km/h) entlang zu einem größeren privaten Parkplatz, auf dem sie sicher auf die Autofahrer warten können, die von ihrer Teamkollegin Ilona Berner per Kelle rein gewunken werden.

Dank- und Denkzettel

Im Klassenraum schon theoretisch gut eingewiesen durch Verkehrssicherheitsberaterin Meinders, ausgestattet mit gelben Kappen und Dank- und Denkzetteln für die Autolenker starten die Schüler die Aktion, die in diesem Jahr zum neunten Mal stattfindet. Jedes Kind hat zwei Karten. Mit der Dankeskarte „Daumen hoch“ können sie vorbildliche Autofahrer loben, mit dem Denkzettel „Daumen nach unten“ die Lenker wegen überhöhter Geschwindigkeit tadeln.

Das erste kontrollierte Auto wird „gemessen“: 49 km/h. Der Fahrer soll vor den Kindern anhalten, wird aber noch langsamer und hält etwa 50 Meter entfernt. Ein schlechtes Gewissen? Gibt’s doch gar nicht! Als er dann doch näher kommt und neben der Verkehrskontrolleurin stoppt, erklärt er, dass sein Handy sich gemeldet und er angehalten habe, um die Freisprechanlage einzuschalten.

Ertappte Autofahrer

Spannend finden die Schüler die Aktion. Einige möchten gerne ein paar Rowdies erwischen, die meisten wünschen sich, dass die Autofahrer vorsichtig fahren. Dann, der nächste: 57 km/h! Ein Ford aus Osnabrück. Er hält vor den Kindern, öffnet sein Seitenfenster und zückt schon schuldbewusst sein Portemonnaie. Luca und Tiago übernehmen, stellen sich namentlich vor und erklären dem Autofahrer die Aktion. Er bekommt an diesem Tag nur einen Denkzettel, ist einsichtig und verspricht: „Das kommt nicht wieder vor!“

Die meisten fahren vorsichtig

53, 48, 41, dann 59 km/h. Auch dieser Mann hat heute Glück und bekommt nur einen Denkzettel mit persönlicher Kinderschrift: „Vorsichtig! Du bist zu schnell gefahren!“ Zufällig macht sein Sohn bei dieser Aktion mit und stellt sich hinter seine kleinen Kollegen, die seinem Vater den Denkzettel überreichen. Freundlich reagieren alle Autofahrer und bedanken sich bei den Kindern, die viel Spaß während ihres Einsatzes haben, für die Karten. Die meisten fahren vorbildlich. Insgesamt verteilten die Kinder neun Denkzettel und acht Dankkarten.

Auf Schulbeginn aufmerksam machen

„Wir wollen nicht maßregeln, sondern aufmerksam machen, dass die Schule begonnen hat und Erstklässler unterwegs sind“, betont Verkehrsberaterin Ilona Berner. Die Stellen, an denen die Geschwindigkeit gemessen wird, werden nach verschiedenen Kriterien ausgesucht. Es sollten dort genug Autos fahren, in Zusammenhang mit dem Schulweg stehen und so sicher sein, dass dort die Kinder sicher stehen können.

Initiator dieser Aktion ist ein lokaler Radiosender, Sponsor ein Anhänger-Hersteller aus Altenberge und Horstmar. Offizielle Partner sind der Kreis Steinfurt mit Schirmherr Landrat Klaus Effing, die Kreisverkehrswacht, die Kreispolizeibehörde  und das Kreis-Schulamt.


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