Charity-Golfturnier im Dütetal Promis schlagen in Osnabrück für guten Zweck ab


Lotte. Mit dem „Goldenen Ball“ eröffnete der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius am Samstagmorgen offiziell das Charity-Golfturnier im Osnabrücker Golfclub-Dütetal.

Der Gewinn der Veranstaltung kommt dem Verein „Wir starten gleich!“ zugute, der Kinder aus finanzschwachen Familien zu Schulbeginn mit einem Tornister versorgt. Zahlreiche Prominente, darunter der Kölner Tatort-Darsteller Klaus J. Behrendt, unterstützten die Aktion.

Auf dem Grün vor dem Clubhaus an der Wersener Straße versuchte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius, den Ball im Loch zu versenken. Die Schauspieler Klaus J. Behrendt, Joe Bausch, Andrea Spatzek, Anjorka Strechel sowie Moderator Werner Schulze-Erdel und der Unternehmer Reinhard Höfelmeyer aus Osnabrück drückten ihm die Daumen. Einzige Gegner: die Regentiefs „Ildefons“ und „Hartmut“.

Im zweiten Versuch klappte es aber mit dem Eröffnungsschlag. Es sei eine tolle Aktion für die Region, so Pistorius. „Für mich sehr wichtig ist das zivilgesellschaftliche Engagement, das mit der Aktion einhergeht“, ergänzte er.

„Nicht schon am ersten Tag die Arschkarte“

„Kinder aus finanziell schwachen Familien sollen nicht schon am ersten Tag die Arschkarte haben. Wenigsten da sollen sie gleich sein“, erklärte Klaus J. Behrendt, Ehrenpräsident und Mitgründer des Vereins „Wir starten gleich!“ sowie Schirmherr der Veranstaltung den Hintergrund des Projektes. „Ich bin überzeugt davon, dass es ein gutes und sinnvolles Projekt ist. Es gibt viele Sachen, die man machen kann, man muss sie nur machen“, fügt er hinzu.

350 Tornister wurden in diesem Jahr wieder an Kinder aus finanzschwachen Familien übergeben. „Was unsere Sache so zündend macht, ist, dass sie anonym ist“, erläuterte Behrendt weiter. Denn die Kinder selbst erfahren nicht, dass ihr Schulranzen vom Verein gespendet wurde. Die Schulanfänger sollen in dem Glauben gelassen werden, der Tornister stamme von ihren Eltern, um auch diese nicht bloßzustellen. Denn ein voll ausgestatteter Ranzen kostet heute rund 250 Euro. Das kann sich nicht jede Familie leisten. Im Vorfeld der Einschulungen sprechen die Mitglieder des Vereins daher mit Kindergärten und Kitas, um zu erfahren, bei wem der Schuh drückt.

Prominente von der Idee begeistert

Der Verein „Wir starten gleich!“ engagiert sich seit 2011 für diese Zwecke. Seit 2014 werden auch Gelder und Spenden durch das Osnabrücker Charity-Golfturnier gesammelt. Mit dabei sind immer wieder zahlreiche Prominente, die oftmals ihr Hobby damit verbinden, etwas Gutes zu tun. Wie etwa Andrea Spatzek, bekannt als Darstellerin von Gabi Zenker aus der „Lindenstraße“. „Wenn ich dazu beitragen kann, etwas zu bewirken, tue ich das natürlich gerne“, betonte sie. Auch der ehemalige Fußballprofi Uli Stein, der zum zweiten Mal an dem Turnier teilnahm, ist begeistert von der Idee: „Zu helfen, Kindern das Gefühl zu geben, genau so zu sein wie der andere, ist fantastisch“.

Viele Aktionen an den Bahnen

Im vergangenen Jahr kamen bei dem Charity-Golfturnier rund 35.000 Euro zusammen. Für dieses Jahr erhoffen sich die Verantwortlichen 25.000 bis 30.000 Euro. Neben Startgeldern und Spenden setzt sich die Summe vor allem aus Sponsorengeldern und Versteigerungserlösen zusammen. So könnten Unternehmen zum Beispiel einzelne Bahnen sponsern, für die sie auch einige Aktionen vorbereitet haben. Wer es schaffte, auf Bahn fünf, die von der Starke-Gruppe als Hauptsponsor des Turniers präsentiert wurde, den Ball mit einem Schlag zu versenken, konnte die elektrische Variante eines VW Up gewinnen. An der Bahn des Energieunternehmens Q1 mussten die Teilnehmer den Golfball beim Abschlag nicht mit einem Schläger schlagen, sondern ihn mittels einer Schleuder so nah wie möglich an das Loch bringen.

Verein wird zur gGmbH

Wie Reinhard Höfelmeyer, Mitbegründer und Vorsitzender von „Wir starten gleich!“ am Rande der Veranstaltung mitteilte, werde der Verein künftig in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt. Das habe den Vorteil, dass Entscheidungen schneller getroffen werden könnten und auch steuerlich sei dies einfacher zu handhaben. Diese gemeinnützige GmbH wird ein stetiges Büro in Köln erhalten, um dort mit dem Tatort Verein, für den sich Klaus J. Behrendt und Joe Bausch ebenfalls engagieren, zusammenzuarbeiten und dessen Verwaltungsstrukturen zu nutzen. „Es wird hier in Osnabrück aber nichts aufgelöst, sondern es bleibt im Prinzip alles beim Alten“, unterstrich Höfelmeyer deutlich. Alles Geld komme dem guten Zweck zu.


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