Plan bis 2020 vorgestellt Gemeinde Lotte bekommt Elektroautos

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Lotte. Die Gemeinde Lotte wird sich eine Reihe von Elektro-Fahrzeugen zulegen. Das beschloss der Verkehrs- und Umweltausschuss am vergangenen Donnerstag.

Die Diskussion um die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn hat am Donnerstag zwar die meiste Zeit der Sitzung in Anspruch genommen (wir berichteten). Ein weiteres wichtiges Thema für den Ausschuss war darüber hinaus die Einführung von Elektrofahrzeugen in den kommunalen Fuhrpark. Bereits im April hatte der Verkehrs- und Umweltausschuss den Klimaschutzbeauftragten der Gemeinde, Marc-Philipp Nikolay, beauftragt, eine Prioritätenliste auszuarbeiten. Nach dieser Liste sollen dann alte kommunale Fahrzeuge schrittweise durch neue Elektroautos ersetzt werden – Nikolay stellte sie dem Ausschuss vor.

Stadtwerke Osnabrück zu Gast am Rathaus

Vor der Sitzung waren deshalb Michael Piel und Tobias Ahlering von den Stadtwerken Osnabrück zu Gast, um von ihren Erfahrungen mit Elektroautos zu berichten. Die Stadtwerke sind bereits seit 2010 teilweise elektrisch unterwegs. Inzwischen zählt ihr Fuhrpark 34 Elektrofahrzeuge verschiedener Hersteller. Zwei der Marke Renault hatten sie am Donnerstag mitgebracht. In einer generellen Einschätzung zur E-Mobilität zeigte sich Fuhrparkleiter Piel sehr angetan von der Technik: Der Fahrkomfort sei angenehm und die Wartungskosten gering. „Es gibt kaum Verschleißteile, damit hat man wenig Ärger.“

Reichweite relativ gering

Ein Grund für Zweifel sei natürlich die relativ geringe Reichweite von Elektrofahrzeugen im Vergleich zu Verbrennungsmotoren. So fährt eines der mitgebrachten Modelle circa 300 Kilometer weit, das andere nur 100. „Hier muss natürlich jeder sein eigenes Fahrverhalten hinterfragen und den Bedarf im Fuhrpark analysieren“, gab Piel zu bedenken. Im täglichen Gebrauch der Stadtwerke sei das aber gar kein Problem: „Wann fährt man schon über 100 Kilometer am Stück?“ Für Langstrecken wären beispielsweise Hybridlösungen denkbar. Die E-Fahrzeuge können auf dem heimischen Parkplatz theoretisch an einer normalen Steckdose aufgeladen werden – das kann jedoch viele Stunden dauern. Ein schnelleres Aufladen ist mit speziellen Ladestationen sowie sogenannten „Wallboxen“ möglich; Letztere bieten eine Schnittstelle zum normalen Stromnetz.

Kaum Schwierigkeiten

Nach negativen Seiten der Elektro-Flotte gefragt, wusste Michael Piel nicht viel zu berichten. Ein schwieriger Punkt sei die Tatsache, dass viele Autohäuser noch nicht auf Elektrofahrzeuge ausgelegt seien, was schnelle Reparaturen möglicherweise verhindere. Und auf einen gewissen Mini-Elektrobus angesprochen, der in Osnabrück Schlagzeilen machte, gestand er: „Ja, das war ein Reinfall.“ Jener Bus sei allerdings nicht von einem namhaften Hersteller – Ersatzteile waren nicht zu bekommen. Bei etablierten Marken habe es bisher kaum Schwierigkeiten gegeben.

Prioritätenliste bis 2020

In der anschließenden Sitzung stimmte der Ausschuss dann auch weitgehend der Antragsvorlage der Verwaltung zu, wonach bis 2020 sechs Elektrofahrzeuge Einzug in den kommunalen Fuhrpark halten, drei bereits im nächsten Jahr. Die Autos werden als Dienstfahrzeuge am Rathaus stehen, beziehungsweise dem Servicebetrieb sowie der Flüchtlingshilfe zur Verfügung stehen. Den Beitrag für den Klimaschutz kann Klimaschutzmanager Marc-Philipp Nikolay klar beziffern: „Das entspricht einer Einsparung von mehr als 12000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr; so viel können in der gleichen Zeit etwa 1000 Bäume binden.“

CDU und Grüne gegen Batteriespeicher

Der Eigenanteil der Gemeinde liegt bei etwa 140000 Euro, fast genauso viele Fördermittel gibt es dazu durch das Bundesministerium für Umwelt. Der Plan sei zwar zunächst fix, erläuterte Nikolay. Sollten sich jedoch technische Neuerungen und Änderungen ergeben, lasse sich dies mit dem Fördermittelgeber vereinbaren. In zwei Punkten zog das Gremium jedoch nicht mit: CDU und Grüne sprachen sich gegen die Anschaffung von Batteriespeichern aus. Diese Speicher sollten mit regenerativen Energien versorgt werden, wie der Klimaschutzmanager erklärte. Allein die Herstellung dieser Batterien mache sie aus ökologischer Sicht jedoch ineffizient, begründete Stefan Franke (Grüne), und Steffen Wascher (CDU) schloss sich der Einschätzung an.

Batterien werden nicht angeschafft

Bei der Abstimmung über die Anschaffung der Batterien gab es schließlich eine Stimmengleichheit, der Antrag war damit abgelehnt. Darüber hinaus hatte Nikolay vorgeschlagen, einen hybrid-betriebenen Toyota Prius als Nachfolger für einen Opel Astra anzuschaffen. Das Gremium war sich jedoch einig: wenn schon elektrisch, dann konsequent. Stattdessen schlug der Ausschuss den Kauf eines günstigeren Elektromodells vor, das nach Meinung der Mitglieder mit einer Reichweite von etwa 400 Kilometern den meisten Aufgaben gerecht wird.


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