Kita-Standort in Lotte gesucht Kreis bestätigt Mehrbedarf von 5,5 Kita-Gruppen

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Wohin mit all den Kindern? Am Kinderland in Wersen wird bereits eine vierte Gruppe angebaut. Die Gemeinde sieht allerdings mittlerweile Bedarf für einen komplett neuen Kindergarten. Foto: Volker PoerschkeWohin mit all den Kindern? Am Kinderland in Wersen wird bereits eine vierte Gruppe angebaut. Die Gemeinde sieht allerdings mittlerweile Bedarf für einen komplett neuen Kindergarten. Foto: Volker Poerschke

Lotte. Die Gemeinde Lotte wird möglichen Investoren bei der Standortsuche für eine neue Kindertagesstätte helfen. Auf diesen gemeinsamen Nenner kam am Dienstag der Sozialausschuss des Rates.

Zum 31. Mai hat das Kreisjugendamt in Steinfurt festgestellt, dass gegenüber diesem Jahr der Bedarf für 2018/19 von 27,5 auf 33 Gruppen steigen wird. Damit begründete dessen Fachbereichsleiter für Kindertagesbetreuung, Mike Hüsing, im Ausschuss für Schulen, Sport, Soziales und Kultur sein Okay für Neubau und/oder Erweiterungen.

Was genau dann wo gebaut werden soll, ließ sich trotz ausgiebiger Diskussion nicht klären. Denn zum einen fehlen 1,5 Gruppen in Alt-Lotte und 4 in Wersen/Büren/Halen. Da dort zudem ein Provisorium beseitigt werden soll, wären es sogar 5. Schlimmer aber: Aus langjähriger Erfahrung trauen die Lotter Politiker den Zahlen nicht mehr.

Bei Fertigstellung schon zu klein

„Ich prophezeie Ihnen, dass auch Ihre Zahlen für 2021/22 wieder zu niedrig sind“, ging Grünen-Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer den Kreisbeamten direkt an. Der Lotter Rat sei es müde, ständig neue Einheiten zu bauen, die sich bereits bei der Fertigstellung als zu klein erwiesen. Die Prognose noch nicht gezeugter Kinder ist eben nicht ganz einfach.

Mit seinem Hinweis auf die Rechtslage, wonach das Land seine Pro-Kopf-Pauschale nur für wirklich belegte Plätze zahle und kein Investor das Risiko eingehe, auf seinen Kosten für zu viel gebaute Kita-Räume sitzen zu bleiben, kam Hüsing nicht weit. „Wie Sie wissen, ist bei uns der Zuzug junger Familien stärker und deren Nachfrage nach Kita-Plätzen höher als anderswo“, fasste FDP-Fraktionschef Friedhelm Pösse die Lotter Sichtweise zusammen. „Und deshalb ist das Geld bei uns nicht das Kernargument.“

Kein Investor für Zwei-Gruppen-Kitas

Der Vorschlag der Grünen, mit Blick auf die Flüchtlingsfamilien die Kinderland-Kita in Alt-Lotte um zwei auf vier Gruppen zu erweitern und in Wersen zwei neue erweiterbare Einrichtungen zu bauen, führt in ein weiteres Dilemma. Laut Hüsing findet sich kein Investor für Zwei-Gruppen-Kitas. Mit der Frage nach der zulässigen Maximalgröße wies Maria Brockhaus (SPD) den Weg zu einer möglichen Wersener Lösung: Eine Vier- oder Fünf-Gruppen-Kita, erweiterbar auf sechs Gruppen, sei zwar sehr groß, aber machbar, befand Mike Hüsing.

Friedhelm Langes (CDU) Empfehlung, die Option für ein oder zwei Standorte und die Standorte selbst offenzuhalten, folgte das Gremium einmütig. Und Bürgermeister Rainer Lammers wies auf spätere Nachnutzungsmöglichkeiten hin: „Eventuell können wir die Gebäude später noch gut für ältere Mitbürger gebrauchen.“


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