Projekt der Regenbogenschule Eine Woche voller Zirkus in Büren


Lotte. „Die ganze Schule ist die Woche ordentlich im Zirkusfieber“, sagt Ute Thomas, kommissarische Schulleiterin der Regenbogenschule. Seit Montag läuft an der Bürener Grundschule die Projektwoche mit dem Mitmachzirkus Paletti; am Wochenende heißt es nun: „Manege frei!“.

In der Turnhalle stapeln sich menschliche Pyramiden in die Höhe. Ein paar Meter weiter, in der Manege des Zirkuszelts, haben gerade die Seiltänzerinnen ihre waghalsigen Balanceübungen auf dem Niedrigdrahtseil beendet, als auch schon die nächste Truppe Schulkinder damit beginnt, Hula Hoop-Reifen um Hüfte, Arme und Hälse wirbeln zu lassen. Generalprobe. In drei Vorstellungen werden kleine Clowns, Jongleure, Akrobaten, Trapezkünstler, Tauben- und Ziegenbändiger am Samstag und Sonntag zeigen, was sie in der Zirkusprojektwoche gelernt haben.

Schulleben nachhaltig geprägt

Einiges davon wird man jedoch bei den Vorführungen lediglich erahnen können. Geübt wurde in acht Gruppen, klassenübergreifend täglich jeweils eine Stunde. „Das fördert das altersübergreifende Lernen und das soziale Miteinander“, erklärt Ute Thomas. „Die Großen helfen den Kleinen und die Kinder erkennen: Jeder ist wichtig.“ Das habe das ganze Schulleben geprägt, sagt die kommissarische Schulleiterin. „Alle haben ein gemeinsames Projekt und nur, wenn alle zusammenarbeiten, kann es auch gelingen.“

Zusammenhalt gefördert

Dieser Zusammenhalt wurde zum täglichen Ritual. Jeder Morgen startete in der Aula mit dem Singen eines Zirkuslieds – alle Kinder gemeinsam. Auch im Unterricht war alles auf Zirkus gepolt. Egal ob beim Singen, Rechnen, Lesen oder Basteln – die Manegenwelt lieferte zahlreiche Anreize. Das prägt und schweißt zusammen. Nicht nur die Schüler und Lehrer, auch die Eltern, die das Ganze mit ihren Beiträgen zum Sponsorenlauf der Schule finanziert haben, beim Schminken und Ankleiden ihres Nachwuchses helfen und auch die Gäste am Wochenende bewirten werden. Alle packen mit an. Und auch die Bürener Kindergärten und die Schule rücken zusammen. So werden die künftigen Schulkinder der Kindergärten – an der Regenbogenschule liebevoll „Schukis“ genannt – als Clowns durch die Manege tollen. „Ich finde es einfach nur toll, dass die Kindergärten da mitmachen“, freut sich Ute Thomas. Für die Schukis sei das Projekt ideal gewesen, um die Schule kennenzulernen und eventuelle Berührungsängste abzubauen. „Die fühlten sich in unserer Turnhalle ganz schnell richtig zu Hause“, berichtet Thomas.

Mit Mut und Spaß

Für jeden Einzelnen sei es wichtig, zu merken: Ich kann etwas. Die Kinder bekämen Mut und Selbstbewusstsein, merkten plötzlich, da klappt etwas, was ich mir vorher so nie zugetraut hätte, ist Ute Thomas überzeugt. So wie bei der zehnjährigen Sophie. „Ich wollte nicht etwas machen, was leicht ist“, erzählt die Schülerin, warum sie sich für den Seiltanz entschieden hat. Sie habe die Herausforderung gesucht. Und die hat sie gefunden beim in die Hocke gehen, durch den Reifen springen und Figurenmachen auf dem Drahtseil. „Und ich habe gelernt, dass man auch mit Kleineren richtig Spaß haben und etwas auf die Beine stellen kann“, sagt sie. So wie mit der achtjährigen Kuydyn. Sie hat zwar schon beim Turnen öfter auf einem Kasten oder Balken gestanden, aber das jetzt sei etwas anderes. „Ich find das einfach cool, auf dem Seil zu sein.“, strahlt sie. „Das ist, als wenn man schwebt.“ Zuerst hätten sie schon ein bisschen Angst gehabt. „Aber nach etwas Zeit und Übung ist das ganz normal“, sagt Sophie. Ihre Seiltanzpartnerin Isabella fand die Woche aufregend. „Und es hat Spaß gemacht, vor allem auch, die anderen einmal kennenzulernen“, sagt die Neunjährige, die jetzt sogar auf dem Seil in den Halbspagat kommt. Stolz auf das Erreichte sind alle drei. „Jetzt wäre es noch schön, ganz alleine auf dem Seil zu tanzen“, meint Kuydyn. Denn bei ihrem Drahtseilakt werden die kleinen Artisten von Zirkusfamilienmitglied Nikita Köllner gesichert. Von den Mitgliedern des Mitmachzirkus Paletti wissen sie jedoch: „Eigentlich dauert es drei Jahre, bis man frei auf dem Seil laufen kann“, sagt Sophie.

Persönlich gewachsen

Daher sei es bemerkenswert, was Familie Köllner mit den Regenbogenschulkindern in nur vier Tagen Training auf die Beine gestellt habe, staunt auch Ute Thomas und ist voll des Lobes für die Artisten, die die Kinder ganz ohne Druck zu Höchstleistungen motiviert haben. „Das war einfach schön, zu beobachten, wie die Kinder in dieser Zeit daran gewachsen sind.“ Und die hoffen wie Kuydyn, Isabella und Sophie vor allem eins: „Dass alles klappt und wir viel Applaus bekommen!“.


Manege frei!

Die öffentlichen Zirkusvorstellungen im Zelt am Bürgerpark in Büren (Amselweg) sind am Samstag, 20. Mai, um 11 und 15 Uhr und am Sonntag, 21. Mai, um 11 Uhr. Der Kartenverkauf beginnt jeweils eine Stunde vorher. Eintritt: Kinder 4, Erwachsene 6 Euro.

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