Shuttleverkehr zum Stadion? NRW-Bahnchef Lübberink bei Sportfreunden Lotte

Von Jannik Zeiser

Trafen sich im Stadion am Lotter Kreuz: Hans-Ulrich Saatkamp, Werner Lübberink, Markus Pieper, Manfred Wilke und Dieter-Joachim SrockTrafen sich im Stadion am Lotter Kreuz: Hans-Ulrich Saatkamp, Werner Lübberink, Markus Pieper, Manfred Wilke und Dieter-Joachim Srock

Lotte. Die Sportfreunde Lotte sehen die Chance, einen Shuttleverkehr zu Heimspielen unter anderem von der Deutschen Bahn mitfinanzieren zu lassen. Bei einem Besuch in Lotte machte der NRW-Bahnchef Werner Lübberink auch Halt bei den Sportfreunden.

Lübberinks Botschaft: Bei einer Zusammenarbeit stehen den Lottern die gleichen Konditionen zu wie großen Vereinen. Darüber hinaus gab er einen kurzen Ausblick auf die Aufwertung der IC-Verbindung Berlin-Amsterdam. SFL-Geschäftsführer Dieter-Joachim Srock legte Lübberink die Lage dar: „Im Rahme unseres Sicherheitskonzeptes spielt der Shuttleverkehr eine große Rolle.“ So wisse er von der Polizei, dass diese eine gesammelte Anfahrt der Fans aus Sicherheitsgründen bevorzuge. Vormals habe der Kreis Steinfurt einen Großteil der Kosten für Shuttleverkehr übernommen, etwa bei einem Spiel gegen RB-Leipzig. Damals seien die Leipziger Fans mit dem Zug bis Lengerich gereist, von da aus sei ein Shuttleservice eingerichtet worden. Inzwischen wolle der Kreis die Kosten jedoch nicht mehr vollständig übernehmen. Denkbar sei, die Shuttlebusse über einen Zuschlag bei den Ticketpreisen zu finanzieren. „Damit würden wir jedoch alle Zuschauer belasten.“

Kann die Bahn einen Shuttleservice anbieten?

Die Frage an den NRW-Bahnchef also: „Kann sich die Bahn hier beteiligen?“. Lübberink zeigte sich grundsätzlich gesprächsbereit, machte jedoch auch deutlich, dass ein solches Angebot für die Bahn nicht einfach zu finanzieren sei: „Wir müssen im Fernverkehr mit Fernbusanbietern konkurrieren. Daher verschenken wir die Tickets im Fernverkehr quasi; Tickets mit Sonderzuschlag würde kaum jemand kaufen.“ Anders sehe die Lage aus, wenn ein Sonderzug bei der Bahn bestellt würde: „Dann kann man über einen Shuttleverkehr reden.“

Verhandlungsbasis seien jeweils die einzelnen Events, machte Lübberink deutlich. Generell stehe die Bahn dem Fußball positiv gegenüber und sei für Verhandlungen offen – auch bei den Sportfreunden Lotte. „Sie werden die gleichen Konditionen bekommen wie große Vereine.“

Aufwertung der Zugverbindung Berlin-Amsterdam

Darüber hinaus äußerte sich der Konzernbevollmächtigte zur geplanten Aufwertung der Zugverbindung Berlin-Osnabrück-Amsterdam. Auf dieser IC-Strecke sind vornehmlich alte Fahrzeuge im Einsatz. „Da fällt im Sommer auch mal eine Klimaanlage aus“, gab Lübberink zu. Für die Jahre 2020 bis 24 sollten jedoch neue Fahrzeuge bestellt werden – am besten solche, die auch mit der in Holland üblichen Stromstärke fahren können. Bisher kommt es nämlich an der Grenze in Bad Bentheim zu längeren Aufenthalten, weil dort ein Lokwechsel stattfinden muss. „Ärgerlich“, findet Europaabgeordneter Markus Pieper (CDU). Er hat Lübberinks Besuch in Lotte begleitet. Der Ost-West-Korridor mit der Verbindung Berlin-Osnabrück-Amsterdam sei nach europäischen Vorgaben eine wichtige Verkehrsverbindung. Über den EU-Politiker sagte Lübberink anerkennend: „Markus Pieper hat die Verkehrspolitik in Europa maßgeblich ausgerichtet.“