Luther war nicht der Einzige Unterstützer der Reformation in der Alt-Lotter Frauenhilfe

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Ein Bild von Martin Luther im Düsseldorfer Kunstpalast um 1543/46 aus der Werkstatt des Renaissance-Maler Lucas Cranach d. Ä. Cranach prägte mit seinen massenhaft verbreiteten Porträts wesentlich das Bild von Martin Luther. Foto: Federico Gambarini/dpaEin Bild von Martin Luther im Düsseldorfer Kunstpalast um 1543/46 aus der Werkstatt des Renaissance-Maler Lucas Cranach d. Ä. Cranach prägte mit seinen massenhaft verbreiteten Porträts wesentlich das Bild von Martin Luther. Foto: Federico Gambarini/dpa

Lotte. „Was haben Martin Luther, Matthias Claudius, Albert Einstein und Johannes Rau gemeinsam?“, heißt die Vortragstrilogie von Alt-Lottes Pastor Detlef Salomo. Die Frauenhilfeschwestern hörten jüngst Teil eins über bekannte protestantische Männer und eine Frau, die der reformatorischen Bewegung nahestanden.

Österlich eingestimmt von Detlef Salomo ließen sich die Frauen um Leiterin Gitta Schwegmann auf eine Reise in die Zeit vor 500 Jahren mitnehmen. Er erklärte, der Begriff „Protestanten“ gehe zurück auf die „Speyrer Protestation“ der evangelischen Stände, einer Minderheit, auf dem Speyerer Reichstag 1529. „Sie protestierten gegen den Reichstagsbeschluss, dass Reformen wieder abgeschafft werden sollten.“

Albrecht Dürer wandte sich Luther zu

Martin Luther habe die katholische Kirche reformieren wollen, daher habe er im Jahr 1517 die Thesen über Ablass, Buße und Beichte veröffentlicht. „Die Kirchenspaltung war eine unabsichtliche Folge. Auch die katholische Kirche war nach der Reformation eine andere“, resümierte Detlef Salomo.

Der vielseitige Nürnberger Künstler Albrecht Dürer (1471 bis 1528), der Luther nie getroffen hat, kannte alle dessen Veröffentlichungen. „Albrecht Dürer war einer der ersten in der Welt der Kunst, die sich Luther zugewandt haben“, referierte Salomo.

Friedrich der Weise als Protegé

Der kunstinteressierte katholische Friedrich der Weise, Kurfürst von Sachsen, holte Martin Luther als Theologieprofessor an die von ihm neu gegründete Universität von Wittenberg. Luther machte sie berühmt. „Der Kurfürst hat nie eindeutig für Luther und die Reformation Partei ergriffen. Er war im Grunde in der katholischen Kirche beheimatet. Der Ablass war ihm viel wert“, berichtete Salomo.

Friedrich war der Auffassung, dass seinem Professor Luther eine ordentliche neutrale Gerichtsverhandlung in Worms (1521) widerfahren sollte. Luther war bereits als Ketzer verurteilt und mit dem Kirchenbann belegt worden. Er weigerte sich in Worms, seine Äußerungen zu widerrufen. Reichsacht wurde über ihn verhängt.

Kurfürst Friedrich ließ ihn entführen und nahm in auf der Wartburg in Schutzhaft. „Das ist die geschichtliche Leistung von Friedrich“, betonte der Referent. Auf dem Sterbebett nahm der Kurfürst das Abendmahl in beiderlei Gestalt ein. „Damit bekannt er sich zum evangelischen Glauben“, schlussfolgerte Salomo.

Freund und Anhänger: Lucas Cranach

Der Kurfürst holte den Künstler Lucas Cranach den Älteren an seinen Hof. Er wurde zum Freund und Anhänger Luthers. Die meisten Bilder vom Reformator und dessen Eltern stammen von Cranach beziehungsweise dessen Sohn. „Cranach war ein charakterfester Mensch, hat aber auch von ärgsten Feinden Auftragsarbeiten angenommen und so die Gehilfen in seiner Malerwerkstatt mit Arbeit versorgt“, erklärte Detlef Salomo. Und: „Auf dem Altarbild der Wittenberger Stadtkirche steht der ältere Cranach lebensgroß neben Martin Luther und Johannes dem Täufer.“

Ritter Ulrich von Hutten wollte „romfreies“ Deutschland 

Ein weiterer Sympathisant Luthers Einstellung zur Kirche hieß Ulrich von Hutten. Er war einer der letzten Ritter und verabscheute wie Luther die weltliche Macht der Kirche. „Religiös war er nicht sonderlich ambitioniert, aber er wollte ein romfreies Deutschland“, beschrieb Salomo den mit Bann belegen Ritter. Dieser bot Martin Luther nie beanspruchten Schutz an.

Selbstbewusst und streitbar: Katharina Zell

Eine ungewöhnliche Frau dieser Zeit war fraglos die Straßburgerin Katharina Zell, geborene Schütz (etwa 1497 bis 1562). Sie befasst sich schon als Mädchen mit Glaubensfragen und heiratete den Theologen und Reformator Matthäus Zell (1477 bis 1548). Er war Domprediger am Straßburger Münster. „Matthias Zell wurde exkommuniziert. Seine Frau hat den Kirchenoberen dargelegt, dass die Ehe eines Pfarrers und nicht das Zölibat biblisch begründet ist. Katharina Zell, untypisch für eine Frau dieser Zeit, protestierte gegen die Exkommunikation ihres Mannes wie andere Pfarrer auch“, beschrieb Detlef Salomo eine selbstbewusste Frau, die auch theologische Schriften verfasste.

Mit vielen Informationen traten die Frauen ihre Heimwege an – gespannt, was Detlef Salomo für Teil zwei über bekannte Reformatoren vorbereitet hat.


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