Probleme der Gemeinde angesprochen Sonnige „Tour de Lotte“ mit dem Regierungspräsidenten



Lotte. Mit dem Regierungspräsidenten Dr. Reinhard Klenke aus Münster erhielt die Gemeinde Lotte seltenen Besuch. Er informierte sich bei einer dreistündigen „Tour de Lotte“ über Probleme und Positives der westfälischen Gemeinde an der Grenze zu Niedersachsen.

Kurz nach dem Start am Rathaus thematisierte Lammers auch vor Fraktionsvorsitzenden, Fachbereichsleitern und Klenkes Assistentin Katrin Koitka die Erweiterung des Markant-Marktes als einziger Nahversorger Wersens. Kämmerer Jörg Risse berichtete über eine Erweiterung von rund 500 Quadratmetern.

Sehr kleine Hoffnung für Markant-Erweiterung

„Die aktuelle Verkaufsfläche ist mit 600 Quadratmetern sehr klein. Auch ist der Hochwasserschutzwall sehr niedrig geworden. Würde der Markt jetzt erweitern, wünschen wir uns, dass das ins Überschwemmungsgebiet hinein geschehen kann“, bekräftigte Bauamtsleiterin Astrid Hickmann. Reinhard Klenke ermutigte: „Suchen Sie das Gespräch mit einem meiner Mitarbeiter. Nach der reinen Lehre ist eine Erweiterung nicht möglich, aber wir werden versuchen, eine Lösung zu finden.“

Weiter ging es in Richtung Halen entlang des Bürgerradwegs, auf den Lammers ebenso aufmerksam machte, wie auf die Windräder auf der einzigen Windvorrangfläche der Gemeinde Lotte.

Weitere Themen waren Flüchtlingshilfe und Stadtwerke Tecklenburger Land. Bei der Fahrt in Richtung Hollage berichtete Lammers über die Radwegeinitiative „Hollage-Halen“, die dort einen Radweg bauen möchte. „Es gibt Einigkeit bei Bürgern und Räten beider Seiten. Wenn wir dann auch noch die Bezirksregierung ins Boot bekommen könnten, wäre das eine feine Sache“, warb Ratsherr Werner Schwentker für das ehrgeizige Projekt.

Beim Halener Sportplatz beschrieb Lammers eine gewünschte Erweiterung um Trainingsplätze in Richtung Wald. „Sie müssen schon einen Antrag auf Prüfung stellen, ob das realisierbar ist. Darum kommen Sie nicht herum“, stellte der Regierungspräsident fest.

Förderung aus Münster an Mühle Bohle sichtbar

An der Mühle Bohle fand der Regierungspräsident auf der Unterstützertafel auch seine Institution. Die Denkmalbehörde hatte Anträge zur Renovierung positiv beschieden. Dass unzählige Ehrenamtsstunden investiert wurden, bis das Ensemble so aussah, wie es sich im Sonnenlicht präsentierte, erfuhr Reinhard Klenke vom Mühlenvereinsvorsitzenden Werner Schwentker. Um etliche Eindrücke reicher stieg Reinhard Klenke wieder in den Bus.

Tecklenburger Nordbahn

Auf der Fahrt zum Ortsteil Büren erkundigte er sich nach dem Stand der Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn. Rainer Lammers berichtete, dass das Projekt noch in der Planungsphase stecke. „Wer in Recke wohnt, hat ein anderes Interesse nach Osnabrück zu gelangen, als Bürener, die eine gute Busanbindung haben“, sagte Lammers. Sollte die Tecklenburger Nordbahn reaktiviert werden, hoffe die Verwaltung, dass der Gleiskörper verschoben werden könne.

„Wir glauben, dass wir mit der Beauftragung eines Planungsbüros auf dem richtigen Weg sind, eine optimale Lösung für Fußgänger, Radfahrer und Straßenverkehr zu finden“, betonte Werner Schwentker.

Ohne Konzepte keine Unterstützung aus Münster

Weiter ging es bis zur Osnabrücker Grenze. Dort sprachen Lammers und Astrid Hickmann die Siedlungsentwicklung auf dem 37 Hektar großen ehemaligen Gelände der Landwehrkasernen an. „Es ist zu befürchten, dass der Standort des Edeka-Markts an der Landwehrstraße geschwächt wird, weil in dem neuen Siedlungsbereich nebenan ein großer Verbrauchermarkt errichtet wird“, sagte Lottes Bürgermeister.

„Wir brauchen eine Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger. Unser Wunsch ist eine Untertunnelung der Bahnlinie“, ergänzte Astrid Hickmann. Es gebe bislang auch keine Planungen, einen oder mehrere Wege durch Büren zur neuen Siedlung zu schaffen. Bislang seien auch diesbezügliche Anfragen aus Lotte nicht beantwortet worden. Der Regierungspräsident signalisierte: „Haben Sie schon Konzepte entwickelt, die wir unterstützen könnten?“

Glasfaser ist Standortvorteil kleiner Gemeinden

Als Lammers bei der Fahrt entlang des Gewerbegebiets „Heuers Moor“ über den Glasfaserausbau dort informierte, bemerkte Klenke: „Glasfaser ist ein guter Standortvorteil für kleiner Gemeinden, die damit interessanter für Unternehmen sind als die Schwarmstädte.“ (Anm.d.Red. Schwarmstädte zeichnen sich durch große Zuzüge aus. Dazu gehören München, Frankfurt, Berlin, aber auch Leipzig und Münster)

Auf dem Osterberger Münsterplatz erfuhr der Gast aus Münster von Astrid Hickmann über das große ehrenamtliche Engagement, mit dem Platz und Straße saniert wurden. Förderungen hat es auch aus Münster gegeben.

Klenke fühlte sich im blau-weißen Frimo-Stadion heimisch

Nach mehr als drei Stunden erreichten Gast und Gastgeber das Frimo-Stadion der Sportfreunde Lotte. Hier fühlte sich der Schalke04-Fan was die Farben des Drittligisten anbelangte heimatlich. Mit dem Vereinsvorsitzenden Ulrich Saatkamp und Fußballobmann Manfred Wilke kam er schnell in Gespräche, ließ sich das Stadion zeigen – und bildete mit Lammers, Saatkamp und SFL-Geschäftsstellenleiter Dieter-Joachim Srock eine „Platzkommission“.

„Alles im grünen Bereich“, lautete sinngemäß deren Urteil. In der VIP-Lounge gab es typisches Stadionessen: Pommes, wahlweise mit Currywurst oder Schnitzel. Später verabschiedete sich Klenke: „Ich fand den Besuch sehr spannend. Manches aus der Nähe zu sehen ist viel besser als Akten zu lesen. Ich drücke den Sportfreunden und meinen Blau-Weißen die Daumen.“


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