Aschermittwoch der Kreis-CDU Auch Armin Laschet findet Recke über Lotte


Lotte. Wer dachte, die Abwesenheit des Europaabgeordneten Markus Pieper beim 16. Politischen Aschermittwoch der Kreis-CDU in Recke würde dazu führen, dass die Gemeinde Lotte bei den 2000 Gästen keine Rolle spielt, irrte. Die Sportfreunde Lotte schlossen auch diese Wahrnehmungslücke.

Zwar war der für die Lotter Christdemokraten und ihren sozialdemokratischen Stammgast, Bürgermeister Rainer Lammers, reservierte Tisch in dem riesigen Festzelt etwas kleiner als üblich. Doch durch fünf wiederholt in die Höhe gereckte blau-weiße SFL-Schals fand er doch besondere Beachtung.

SFL-Schal für den Landrat

Schon beim Empfang zuvor im Recker Rathaus für den Hauptredner Armin Laschet, Vorsitzender der NRW-CDU und ihr Spitzenkandidat zur Landtagswahl am 14. Mai, sorgte der Lotter Ratsherr Horst Petersson mit dem inzwischen bundesweit nachgefragten Fan-Utensil für Aufsehen. Als Ältestenratsvorsitzender des Vereins überreichte er dem Steinfurter Landrat Klaus Effing offiziell einen Schal.

Doch auch im Festzelt waren die Sportfreunde offiziell Thema. In ihrer Begrüßungsrede stellte die CDU-Kreisvorsitzende Christina Schulze Föcking den Hauptredner vor und sagte ihm nach, Humor zu haben: „Den braucht er aber auch; schließlich ist er erklärter Fan von Alemania Aachen.“ Und die Alemania habe ja auch mit den Sportfreunden Lotte schon in einer Liga gespielt. Allerdings seien die damals in die Regionalliga abgestiegen, während die Lotter von dort in die Dritte Liga aufgestiegen seien. Jubel und blau-weißes Schalschwenken am Lotter Tisch.

Sauerländer verärgert

Den Ball nahm Armin Laschet sofort auf: Im Sauerland habe man ihn am Nachmittag gefragt, wo er denn jetzt hinfahre. „Nach Recke“, habe er geantwortet. „Recke? Wo liegt das denn?“, haben man dort gerätselt. Laschet darauf: „Das kann ich euch erklären. Recke liegt in der Nähe von Lotte, wo die Sportfreunde gestern, wenn das Spiel nicht ausgefallen wäre, Borussia Dortmund aus dem DFB-Pokal geworfen hätte.“ Damit habe er sich zwar im Sauerland nicht beliebt gemacht, aber jetzt wüssten sie, wo Recke liege. Und wieder die Schals.

Nicht nur damit machte Armin Laschet Punkte am Lotter Tisch. Im Laufe Seiner Rede revidierte die frühere Lotter CDU-Vorsitzende Ute Saeger ein „Vorurteil“ über den Aachener: „Rheinländer ist er ja, aber kein so richtig lustiger.“ Doch, der 56-Jährige war lustig, vor allem angriffslustig, wie die Zuhörer anerkennend feststellten.

Viel Applaus von Lammers

Und mit seinen Hauptthemen Innere Sicherheit, Entbürokratisierung und Wirtschaftsförderung traf er den Nerv der schwarzen Westfalen, die hier die größten Defizite der aktuellen rot-grünen Landesregierung von Hannelore Kraft sehen. Auch Rainer Lammers geizte nicht mit Applaus für den parteipolitischen Gegner: „Wenn er was Richtiges sagt wie eben zur Leitkultur, kann ich doch klatschen. Das hat mit der Partei ja nichts zu tun.“

Und manchmal setzten die Lotter noch einen oben drauf. Als Laschet seiner Gegnerin vorwarf, ständig bei Problemen wie dem geplanten Wahlkampfauftritt des türkischen Präsidenten Erdogan in NRW auf die Kanzlerin zu verweisen, sagte er wörtlich: „Wenn irgendwo im Lande am Sportplatz der Rasen nicht gemäht ist, sagt Frau Kraft, das soll die Merkel regeln.“ Dazu Lottes CDU-Fraktionschef Werner Schwentker spontan: „Das regelt bei uns Manni Wilke.“

Lotter Bilanz positiv

Stephan Lütke Glanemann , der Vorsitzende der CDU Lotte, zog am Ende der Veranstaltung eine positive Bilanz: „Ich habe Armin Laschet noch nie so stark erlebt. Wir haben aber auch unsere tollen, jungen Landtagskandidaten, vor allem Felix Holling, überzeugend gefunden.“ Und wie lautet sein Wahltipp? „Es besteht eine realistische Chance auf ein sehr gutes Ergebnis, das der CDU die Regierungsverantwortung sichert.“

Der Sozialdemokrat Lammers war da gar nicht so weit weg: „Eine Große Koalition unter Führung von Hannelore Kraft. Aber viel wichtiger ist heute, dass die Gemeinde Lotte hier wieder gut vertreten war. Und auch dafür waren die Sportfreunde wertvoll. Das können andere Gemeinden nicht.“


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