Funktionierende Strukturen für neue Wehrleitung Alt-Lotter Löschzugführung ist wieder im Amt

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Die alten Führungsstrukturen im Alt-Lotter Löschzug hat Volker Rapelius wiederhergestellt. Foto: Ursula HoltgreweDie alten Führungsstrukturen im Alt-Lotter Löschzug hat Volker Rapelius wiederhergestellt. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Der Lotter Wehrführer Volker Rapelius hat den Funktionsträgern des Löschzugs Alt-Lotte ihre Ämter zurückgegeben, möchte alle Kameraden wieder in den Löschzug aufnehmen – und kritisiert die Haltung des Kreisbrandmeisters.

Seit dieser Woche ist Marc Czichowski wieder Löschzugführer, sein Vertreter Thorsten Pieper; verantwortlich als Gerätewart ist Marcel Cord.

Intensive Gespräche

In intensiven Gesprächen zwischen ihm und der ehemaligen Löschzugführung habe diese Bereitschaft bekundet, ihre Funktionen wieder zu übernehmen, berichtet Rapelius. „Ich danke den kommissarischen Löschzugführern Marcus Prinz und Thorsten Brinkmann für deren Engagement für Alt-Lotte. Sie haben in der Übergangszeit einen guten Job gemacht“, sagt er. Zudem ist der Wehrführer bereit, die an den ehemaligen Sicherheitsbeauftragten Marco Kramer gerichtete Kündigung zurück- und ihn wieder in den Kreis der Aktiven aufzunehmen.

Funktionierende Strukturen für neue Wehrführung

„Ich weiß, dass ich mit meiner Maßnahme bei einigen Leuten auf Unverständnis stoßen werde“, räumt Volker Rapelius ein. Er trage indes bis zum Ende seiner Amtszeit am 31. April Verantwortung für beide Löschzüge, in Wersen und in Alt-Lotte: „Ich muss für die Nachfolger auch in Alt-Lotte funktionierende Strukturen hinterlassen. Das muss das Ziel jedes Wehrleiters sein.“

Bürger haben Anspruch auf schnelle Hilfe

Dieser Schritt kommt nicht von ungefähr. „Die Bürger der Gemeinde Lotte haben den gesetzlichen Anspruch, dass ihnen die Feuerwehr innerhalb von dreizehn Minuten nach Beginn des Schadensfalls hilft. Im Bereich von Alt-Lotte kann die Wehr diesen Anspruch der Bürger nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit adäquat erfüllen. Auch die Unterstützung durch den Löschzug Wersen und die Feuerwehr Westerkappeln trägt nicht dazu bei, das zu erfüllende Schutzziel zu erreichen“, erklärt Rapelius.

Unterversorgung auffangen

Weiter führt er aus, dass die Unterversorgung nur aufgefangen werden könne, indem die bewährten Führungsstrukturen des Löschzugs Alt-Lotte wiederhergestellt und sämtliche Feuerwehrkräfte wiedereingestellt werden. „Diese Maßnahme ist die einzige Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit des Löschzugs zum Wohl der Bürger so schnell es möglich ist wiederherzustellen. Das ist auch eine Forderung von Kreisbrandmeister Raphael-Ralph Meier“, betont Rapelius.

Jeder Kamerad kann zurückkehren

Zehn der 15 ausgetretenen Kameraden sind bereits in den Alt-Lotter Löschzug zurückgekehrt. „Ich nehme jeden ohne Wenn und Aber wieder auf und ich hoffe, dass alle schnellstmöglich wieder dabei sein werden“, bekräftigt der Wehrleiter. Er sei bestrebt, die Mannschaftsstärke von 32 verfügbaren Personen zum Schutz der Bürger wieder bereitstellen zu können.

Zudem gesteht Rapelius rückblickend auf die Zeit vor der Austrittswelle beim Löschzug Alt-Lotte ein: „Die von den Kameraden wiederholt geäußerte Kritik war berechtigt. Sie haben damit auch Verantwortung für die anderen übernommen. Aber die Forderungen haben nicht genug Gehör gefunden, auch bei mir nicht. Dass sie die Melder hingeschmissen haben, war ein Signal, dass sich die Kameraden nicht mehr anders zu helfen wussten.“

Kreisbrandmeister weiß seit zwei Jahren von Problemen

Er hätte sich einen anderen Verlauf der Geschehnisse gewünscht, zumal Kreisbrandmeister (KBM) Meier die Lotter Wehr seit längerem begleitet. „Der KBM hat die Probleme der Wehrführung seit zwei Jahren im Blick. Er war bei Kommandositzungen dabei und hat früh erkannt, dass der Graben zwischen meinem Vertreter Gerd Nüsse und mir ziemlich tief ist. Der KBM hat versucht, die Zukunft in die richtige Richtung zu lenken, leider erfolglos.“

Auch Alt-Lotter Kameraden wehrführungsbefähigt

Weiterhin bedauere er, dass Meier bei der Suche nach geeigneten Personen für die Wehrführung die qualifizierten Kameraden Marc Czichowski und Thorsten Pieper nicht im Blick habe. „Sie sind top ausgebildet, haben viele Jahre Einsatzerfahrung und brauchen nur zwei Zusatzqualifizierungen, die man in zwei Jahren locker schaffen kann“, erklärt Volker Rapelius, dass es durchaus Praxis ist, eine Nachqualifizierung innerhalb von 24 Monaten zu erreichen.

Rapelius wünscht Nachfolgern gedeihlichen Neuanfang

Er erinnert daran, dass es die Politik gewesen sei, die eine Mediation habe installieren lassen , nachdem die Rücktritte öffentlich geworden seien und die Kommunalpolitik den tiefen Spalt zur Kenntnis bekommen habe. „Ich hoffe, dass die Gräben zwischen den Zügen verschwinden“, gibt sich Volker Rapelius zuversichtlich, wohl wissend, dass die Mediation ein längerer Prozess werden kann. Er bekräftigt: „Der neuen Wehrführung wünsche ich ein glückliches Händchen für einen gedeihlichen Neuanfang, getreu unserem Leitspruch: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“


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