Konzert für Flüchtlingshilfe Madara beeindruckt mit Folkmusik in Wersen

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Lotte. Auf eine musikalische Reise nahm die Osnabrücker Gruppe Madara am Samstagabend die Besucher der Kuchenwerkstatt in Lotte-Wersen mit. Das Quartett spielte zugunsten der Bürgerstiftung, die mit dem Geld den Verein Flüchtlingshilfe unterstützt. Zur Stärkung wurde zudem eine zünftige Grünkohlmahlzeit serviert.

Spanisch, lateinamerikanisch und italienisch - mal rockig, mal sanft, mal lebhaft, mal nachdenklich. Seit 2015 spielt die Osnabrücker Band Madara in ihrer jetzigen Besetzung zusammen. Gerne treten sie vor einem kleinen Publikum, wie in der Kuchenwerkstatt auf. „Unsere Musik ist familiär, die Lieder erzählen Geschichten“, schildert die aus Italien stammende Sängerin Maria Di Zio mit einem Lächeln, „das würde vor einem großen Publikum verloren gehen“, erläutert sie weiter. Sie seien aber weder eine Salsa- noch eine Latino-Gruppe betonte die 32-Jährige, sondern die Band sei sehr individuell. „Wir passen eigentlich in keine Schublade“, verriet die Frontfrau weiter.

Liebe und Schmerz

Des Italienischen, Spanischen oder Französischen war unter den rund 50 Gästen in Lotte zwar nicht jeder mächtig, dennoch gelang es Maria Di Zio, Mario Kostka, Ralf Quermann und David Wiesner besagte Vertrautheit mit ihrer Musik zu transportieren. Angesprochen werden darin Themen wie Liebe und Gefühle, Melancholie, Wiederkehr oder Heimat. Ein Beispiel, der erste Song: eine Interpretation von „Alfonsina y el mar“. Es handelt vom Tod der bekannten argentinischen Dichterin Alfonsina Storni. Sie erkrankte 1935 an Krebs und stürzte sich nach weiteren Jahren des Schmerzes 1938 ins Meer. In dem Text wird ihr Ertrinken poetisch umschrieben. Getrieben von Angst, Schmerz und Einsamkeit geht das lyrische Ich langsam in den Ozean hinaus und kehrt nicht wieder.

„Immer wenn ich das nächste Lied höre, denke ich an zu Hause“, kündigte die gebürtige Römerin Maria Di Zio den zweiten Song der Gruppe am Abend an. „Caruso“ ist eine Hommage an Enrico Caruso, einer der berühmtesten Tenöre der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Programm von Madara standen sich zudem gefühlvolle Liebeslieder, wie etwa das weltbekannte „Bésame mucho“.

Seit mehr als acht Jahren aktiv

Organisator der Veranstaltung ist Manfred Will . Der „Musik-Freak“, wie er von sich selber sagt, richtet seit acht Jahren aus eigener Motivation Benefizkonzerte , Lesungen und Vorträge aus. Mehr als 8000 Euro konnte er auf diese Weise sammeln. Das Geld spendet er für den guten Zweck. Seit etwa vier Jahren arbeitet der 62-Jährige mit der Bürgerstiftung Lotte zusammen. Er wolle etwas für die Gemeinde tun, erläuterte er seinen Antrieb. „Was Politik und Religionen versäumt haben, dass müssen Künstler tun“, so Will weiter. Für großes Unverständnis würden bei ihm aber Berichte über Stars sorgen, die ihr Geld für ausartenden Luxus verwenden würden. Beispielhaft nannte er den Schauspieler Johnny Depp , der angeblich 1,9 Millionen US-Dollar monatlich ausgibt. „Weil diese Leute sich nicht engagieren können, müssen wir das hier tun“, betonte Will.

Engagement für die Flüchtlingshilfe

Welche Summe am Samstag letztlich eingenommen werden konnte, steht nicht fest. Von den zehn Euro, die ein Ticket für den Abend kostete, kommen aber drei bis vier Euro dem guten Zweck zu. Das Geld werde, so Will, an die Bürgerstiftung Lotte überwiesen, die es an den Verein Flüchtlingshilfe weiterreiche. Dieser könne es dann nach eigenem Ermessen einsetzen.

Als nächste Veranstaltung plant Manfred Will für Mitte Mai eine Lesung mit Autorin Tina Schick , die durch ihre Osnabrück-Krimis bekannt wurde.


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