Zwei neue Fahrzeuge übergeben Offene und ernste Worte bei der Lotter Feuerwehr

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Freuen sich über zwei neue Mannschaftswagen: Ordnungsamtsleiterin Esther Kleina-Metelerkamp (von links), Martin Schmidtmeier, Holger Schlak, Marcus Prinz, Rainer Lammers, Stephan Läken und Gerd Nüsse. Foto: Ursula HoltgreweFreuen sich über zwei neue Mannschaftswagen: Ordnungsamtsleiterin Esther Kleina-Metelerkamp (von links), Martin Schmidtmeier, Holger Schlak, Marcus Prinz, Rainer Lammers, Stephan Läken und Gerd Nüsse. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Ernst wurde es bei der Jahresversammlung der Lotter Feuerwehr, als die Turbulenzen des vergangenen Jahres thematisiert wurden, entspannter, als zwei neue Mannschaftswagen in Dienst gestellt werden konnten.

In Vertretung des erkrankten Lotter Wehrleiters Volker Rapelius, übernahm dessen Vertreter Gerd Nüsse die Leitung des Abends im Alt-Lotter Gerätehaus. Er berichtete über eine durchaus überschaubare Einsatzlage 2016 mit 72 Einsätzen, darunter 13 Ölspuren , sechs Brandmeldeanlagen und 13 Brandsicherheitswachen bei den Sportfreunden Lotte. Zudem stehen 13 weitere voll ausgebildete Feuerwehrleute für Schutz und Sicherheit der Lotter Bürger bereit.

Neuer Feuerwehr-Ansprechpartner im Lotter Rathaus

Gerd Nüsse verabschiedete den jahrelangen Ansprechpartner in der Verwaltung, Holger Schlak. Dieser habe nun andere Aufgaben übernommen. Die Gemeinde habe Martin Schmidtmeier ins Rathaus geholt, berichtete Nüsse zum neuen Ansprechpartner.

Auch Negatives wurde thematisiert

„Aber auch negative Dinge sind geschehen: Nachlässigkeiten, die inzwischen abgearbeitet sind, und auch Führungsschwächen innerhalb der Wehrführung – und ich schließe mich da ausdrücklich mit ein – haben dazu geführt, dass sich viel Frust bei einigen Feuerwehrleuten aufgebaut hat“, sagte Nüsse. Eine Austrittswelle sei gefolgt. Indes sei auch dank der Gespräche mit Marcus Prinz ein Teil der Kameraden von der Wehrleitung wiedereingestellt worden .

Auf Werte der Wehr besinnen

Nüsse betonte, dass sich alle Kameraden in den zurückliegenden Jahren mit sehr viel Herzblut für die Wehr eingebracht hatten. Die Außendarstellung habe gelitten, daher lautete sein Appell an die Kameraden, sich zu besinnen, was „uns ausmacht und wofür wir als Feuerwehrleute stehen: Nämlich für eine großartige kameradschaftlich geführte Feuerwehr mit großartigem politischem und Verwaltungsbackground und mit großartigen Kameradinnen und Kameraden, die sich jederzeit für ihre Mitbürger einsetzen, gemäß unserem Motto ,Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr‘.“

Mediation erst, wenn neue Wehrleitung feststeht

Das hofft auch Bürgermeister Rainer Lammers. Auf die Frage, wann die angekündigte Mediation innerhalb der Lotter Feuerwehr beginne, antwortete er: „Die Mediation wird es geben, denn das ist ein Antrag aus dem Rat heraus. Wann ist noch nicht geklärt. Der Steinfurter Kreisbrandmeister Raphael-Ralph Meier hat gesagt: Erst werden die beiden Löschzüge an zwei unterschiedlichen Terminen angehört, dann die gesamte Wehr. Wenn die Nachfolgeregelung der Wehrführung erfolgt sei, so Meier, solle mit der Konfliktberatung begonnen werden.“ Ob sich die Ratsfraktionen mit diesem Vorgehen zufrieden geben werden, bleibt abzuwarten. CDU, Grüne und FDP hatten in der letzten Sitzung des Gemeinderates 2016 gedrängt, dass das von der SPD vorgeschlagene Mediationsverfahren noch vor der personellen Neuaufstellung der Wehrführung beginnen solle. So hatte es der Rat dann auch einstimmig beschlossen.

Entscheidungen zur neuen Wehrleitung nach Anhörungen

Kreisbrandmeister (KBM) Raphael-Ralph Meier betonte, dass Bürgermeister und Verwaltung zeitnah auf die Probleme innerhalb der Wehr reagiert hätten. „Aus meiner Sicht ist es erforderlich, dass der Brandschutzbedarfsplan extern erstellt wird. Schlecht aufgestellt ist die Lotter Wehr nicht“, sagte Meier.

Die Lotter Wehr stehe vor einem Wandel. Ab dem 1. Mai solle eine neue Wehrleitung tätig werden. „Meine Aufgabe ist es, den oder die Kameraden zu finden. Ich werde nach bestem Wissen und Gewissen Rat und Verwaltung Vorschläge unterbreiten“, sage der KBM. Nach den Anhörungen werde seine Entscheidung fallen. Er bat, den Personen Vertrauen entgegenzubringen, damit wieder Ruhe und Frieden einkehre.

Lammers: „Wir haben eine gute Wehr.“

Lammers berichtete, dass der Brandschutzbedarfsplan auf den Weg gebracht worden sei. „Wir werden noch einiges nachzuholen haben“, prognostizierte er und resümierte: „Wir haben eine gute Wehr für Brandschutz und Gefahrenabwehr in Lotte.“

Marcus Prinz, kommissarischer Alt-Lotter Löschzugführer, berichtete über die Einsätze der „First Responder“ (Ersthelfer vor Ort). Derzeit sind 13 Personen – zwei kamen 2016 neu hinzu – ausgebildet und im Dienst. Insgesamt halfen sie bei 83 Einsätzen, in Büren 58, in Wersen 18 und in Halen sieben. Ziel sei personelle Verstärkung, sodass die Ersthelfer alsbald gemeindeweit tätig werden können.

Lob für First Responder und Technical Rescue Team

Anerkennung wurde in der Sitzung dem TRT (Technical Rescue Team) zuteil, das als Deutscher Meister auch an den Weltmeisterschaften in Brasilien teilnahm.

Kassenwart Ulrich Steinmann legte der Versammlung schwarze Zahlen vor. Er danke der großartigen Unterstützung auch der Gemeinde für das TRT. Des Weiteren berichtete er zu einer Sonderregelung: „Eigentlich obliegt die Kassenführung der stellvertretenden Wehrleitung.“ Steinmann trat nun zurück und äußerte den persönlichen Wunsch, dass innerhalb der Feuerwehr zukünftig nicht persönliche Befindlichkeiten im Vordergrund stehen mögen.

Förderverein und Ehrenabteilung

Der Fördervereinsvorsitzende Christian Wentzel dankte den Unterstützern der Wehr, die es ermöglichten Investitionen von einigen 100 bis 1000 Euro zu tätigen. Seine kürzeste Ansprache hielt Günter Tüpker als Sprecher der Ehrenabteilung und übergab das Amt an Wolfgang Heuer.

Zwei neue Mehrzwecktransportfahrzeuge

Nun standen die neuen Mannschaftsfahrzeuge im Mittelpunkt, in denen neun Kameraden plus Ausrüstungsgegenstände Platz haben. Bürgermeister Lammers übergab die Schlüssel an Nüsse, der sie an die Löschzugführer Prinz und den Wersener Stephan Läken weiterreichte. „Die Fahrzeuge sollen euch sicher in die Gerätehäuser zurückbringen. Allzeit gute Fahrt,“ wünschte Lammers.

Der stellvertretende KBM Stefan Steinigeweg berichtete über Kreisfeuerwehraktionen und Anschaffungen. Ein Bericht über Ehrungen und Beförderungen folgt.


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