Blutspendepass und Ausweis Pflicht Beim DRK Alt-Lotte läuft das Blut gegen den Bundestrend

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Blutspenden ist Ehrensache für Jürgen Schwering-Korves (von links), Thomas Giebel, Martin Hertog, Uwe Brüggemann, Dieter Hake, Wolfgang Drescher, Norbert Plöger und Rotkreuzleiterin Marion Westerbusch. Foto: Ursula HoltgreweBlutspenden ist Ehrensache für Jürgen Schwering-Korves (von links), Thomas Giebel, Martin Hertog, Uwe Brüggemann, Dieter Hake, Wolfgang Drescher, Norbert Plöger und Rotkreuzleiterin Marion Westerbusch. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Blutkonserven-Reserven werden drastisch knapper. Auch bei der Blutspenderehrung im DRK-Ortsverein Alt-Lotte wurde thematisiert, dass bundesweit die Spendenbereitschaft rückläufig ist. Aber nicht in Alt-Lotte. Dort kann am Montag, 23. Januar, 16.30 bis 20.13 Uhr, wieder jeder am Saerbecker Damm 7 zum freiwilligen Aderlass erscheinen.

Der zweite Vorsitzende Thomas Giebel begrüßte die Gruppe im DRK-Betreuungszentrum: „Wir haben Sie eingeladen zum traditionellen Grünkohlessen mit Ehrungen derer, die sich beim Alt-Lotter Ortsverein verdient gemacht haben beim Blutspenden.“ Damit bezog er die Frauen, die sich bei Spendeterminen an den Liegen und im Service um den Imbiss für die Besucher kümmern, ebenso ein, wie die Aktiven Rotkreuzler.

400 freiwillige Aderlässe

Immerhin 400 Blutspenden von nur sechs Jubiläumsspendern – allesamt Herren – galt es zu ehren. Beachtliche 125 Mal hatte Norbert Plöger an der Nadel gehangen. Die erste Spende gab er noch in Hunteburg ab. Seit er in Alt-Lotte wohnt, geht er mit Freunden beim DRK zum Blutspenden. „Hier ist es gemütlich. Man kennt sich und kommt beim Imbiss mit netter Betreuung ins Gespräch. Wenn die Gesundheit mitmacht, dann mache ich die 150 voll“, sagte Plöger ambitioniert.

Bereits 100 Mal kam Wolfgang Drescher zum freiwilligen Aderlass. Zum Kreis der Geehrten gehören weiterhin Dieter Hake (75), Hendrik Roloff (50), Uwe Brüggemann und Martin Hertog (je 25).

Alle Jubiläumsspender wissen, dass sie etwas für die Allgemeinheit tun – und für die eigene Gesundheit. Schließlich unterliegt jede Spende einer Untersuchung und ist vergleichbar mit einem kleinen Gesundheitscheck.

Lob für Jubiläumsspender

Lob und Anerkennung sprach auch Jürgen Schwering-Korves, Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei Blutspendedienst Münster, den Geehrten aus: „Herzlichen Dank für Ihre bisher geleisteten Blutspenden.“ Alle hätten unentgeltlich und in der Freizeit eine anerkennenswerte Leistung erbracht „und wissen noch nicht mal für wen“.

Schwering-Korves berichtete über bundesweit rückläufige Spenderzahlen und erklärte: „Blut kann noch immer nicht künstlich hergestellt werden.“ Der Blutspendedienst West benötige täglich rund 4500 Konserven, die hauptsächlich für Krebstherapien und zur Herstellung von Präparaten verwendet werden. Erfahrungsgemäß sei die Motivation, zur Blutspende zu gehen, in Wintermonaten und Karnevalzeit besonders gering, so Schwering-Korves.

Gegen den Bundestrend

Es geht aber auch anders. „Alt-Lotte ist einer der ganz wenigen Orte, in denen die Spenden im Vorjahr leicht angestiegen sind. Von 456, darunter 18 Erstspendern im Jahr 2015 ist die Zahl auf 478, davon 25 Neuspender in 2016 gestiegen. Hut ab. Das ist ein richtig passables Ergebnis“, lobte Schwering-Korves.

Ausweispflicht für Spender

Weiterhin verwies er darauf, dass ab sofort jeder Spendewillige, nicht nur Erstspender, jedes Mal zusätzlich zum Blutspenderpass einen amtlichen Lichtbildausweis (Personalausweis, Reisepass oder Führerschein) vorlegen müsse. „Ich glaube, die meisten unserer Spender können damit umgehen“, gab sich Jürgen Schwering-Korves zuversichtlich.

Grund für diese Änderung ist eine in Kraft tretende Richtlinienänderung im sogenannten Transfusionsgesetz, ausgearbeitet von der Bundesärztekammer zusammen mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Auf Nachfrage erklärt Susanne Stöcker, PEI-Pressesprecherin, dass die Änderung eigentlich noch nicht in Kraft sei, da die Bundesärztekammer sie noch nicht endgültig beschlossen habe. „Aber sie wird kommen und ich kann verstehen, dass die Blutspendedienste schon jetzt sagen: Dann setzen wir das doch gleich um“, so Stöcker.

Sicherheit erhöhen

Die Ausweispflicht für alle Spender soll die Sicherheit insbesondere für den Blut-Empfänger erhöhen. Denn sollten im Zuge einer Behandlung mit Blutpräparaten Komplikationen beim Empfänger auftreten, wie etwa eine Infektion oder eine schwere Krankheit, müsse schnell geklärt werden, ob die Ursache beim Empfänger selbst zu suchen ist oder ob die Spende in irgendeiner Form belastet ist – etwa durch bislang unerkannte Krankheitserreger. Dann muss der Spender kontaktiert und nochmals eine Blutprobe entnommen werden, die gezielt untersucht wird. Vom Ergebnis hängt die weitere Behandlung von Spender und Empfänger ab. Die Ausweispflicht soll es in Zukunft ermöglichen, die Blutspende zweifelsfrei einem Spender zuordnen zu können, ohne dass die Gefahr einer Verwechslung besteht.

Selbstverständlich gelte auch für die personenbezogenen Spenderdaten die ärztliche Schweigepflicht, betont Susanne Stöcker: „Sie dürfen in keinem Falle Dritten zugänglich gemacht werden“.


Sicherheit ist oberstes Gebot

Die eigentliche Blutspende dauert nur bis zu zehn Minuten. Zuvor wird jeder Spendewillige von einem Arzt untersucht. Auch die Temperatur wird gemessen. „Ist die Temperatur leicht erhöht, kann eine beginnende Erkältung vermutet werden. Dann darf der Besucher nicht spenden. Das geschieht zum Schutz des Spenders“, betonte Schwering-Korves.

Die Ärzte haben bei den Terminen auf Sicherheit zu achten. Es geht einmal um Spenderschutz. „Die Blutspende darf dem Spendewilligen nicht schaden“, sagte der Referent. Zum anderen gilt der Empfängerschutz. „Der Patient braucht keine Konserve, die nicht in Ordnung ist. Wir stellen ein Arzneimittel her und das muss nun mal hundert Prozent in Ordnung sein“, betonte er. gre

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