Die Herren vom Klausberg Straßenname kündet von den Kreuzherren


Lotte. Dass es in Osterberg einst ein Kloster gab, ist kein Geheimnis, davon kündet der Hopfengarten an der Münsterstraße ebenso wie die Straße „Im Kloster“. Dass auch der Klausberg seinen Namen vermutlich der Anwesenheit der einstigen Klosterbrüder verdankt, ist dabei schon weniger offensichtlich.

Der Klausberg ist Osterbergs zentrale Anhöhe, die im Westen von der Autobahn angeschnitten wird. Deutet der Name auf eine Klause? Belege dafür gibt es keine. Und bei genauerer Betrachtung schließt sich die Klause auch sprachlich aus, denn Letztere war niederdeutsch eine Kluse und hätte bestenfalls einen Klußberg hervorgebracht.

Denkbar wäre da schon eher ein Klaus als Namensgeber. Ob ein solcher hier gewohnt hat, ist allerdings nicht überliefert. Die einstigen Klosterpriore jedenfalls scheiden als Namengeber aus: in ihrem Kreise gab es keinen Klaus. Auch die Benennung nach einem Graf Nikolaus ist eine eher theoretische Variante. Unwahrscheinlich, dass sich ausgerechnet in Osterberg die Benennung nach einem Tecklenburger Grafen durchgesetzt hätte.

Vielmehr ist die Herleitung vom Kloster selbst die naheliegendste Erklärung, denn: Niederdeutsch ist das Kloster ein Klauster. Der Klausberg könnte demnach einstmals der Klausterberg gewesen sein, der Berg eben, an dem das Kloster und viele der Ländereien angesiedelt waren. Das -ter aus Klauster wäre dann im Laufe der Zeit sprachlichen Umformungen zum Opfer gefallen. Solche Abschleifungen von Silben sind auch von anderen Ortsnamen bekannt, beispielsweise wurde aus Holteburdorpe im Laufe der Zeit Holperdorp.

Der Kreuzbruderorden ließ sich zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Osterberg nieder. Unter den siebzig Konventen des Ordens genoss Osterberg hohes Ansehen, regional wie überregional erlangte das Kloster Bedeutung. Zu der Zeit wurde auch mit dem Bau der Klosterkirche begonnen, die vermutlich auf der Südseite etwas hangabwärts gestanden hat. Die genaue Lage ist nicht bekannt, wohl aber, dass die Klosterkirche eindrucksvoll gewesen sein muss.

Zur Unterhaltung des Klosters und Versorgung der Ordensmitglieder betrieben die Brüder eine Mühle und bewirtschafteten Ländereien in der Umgebung, außerdem war der Orden berechtigt, das Vieh in Wald und Weide zu treiben.

Mit Einzug der Reformation ins Tecklenburger Land wurde die erfolgreiche Kloster-Ära jäh beendet. Graf Conrad untersagte 1536 wichtige Rituale der katholischen Gemeinschaft, auch durften die Kreuzbrüder keine Messen mehr halten. Schließlich enteignete Conrad den Orden, ein Teil der Gebäude wurde abgebrochen.

Zwar erhielten die Brüder ihr Kloster nach einigen Jahren zurück, an frühere Zeiten konnte man jedoch nicht mehr anknüpfen. Als 1633 die Schweden das Kloster besetzten, gaben die Kreuzherren Osterberg endgültig auf. Inzwischen sind alle ehemaligen Gebäude verfallen, lediglich das Haus der alten Klosterküche steht noch.


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