Die Gemeinschaft gewinnt Trotz Niederlage sind Lotter Fans begeistert vom Derby

Von Carsten Richter


Lotte. Sie hatten sich so viel vorgenommen, doch am Ende mussten die Sportfreunde Lotte einer Niederlage einwilligen. Mit 0:3 verlor die Mannschaft von Ismail Atalan deutlich beim Nachbarn VfL Osnabrück.

Dabei waren die Sportfreunde-Fans so positiv gestimmt. Pünktlich um zwölf Uhr starteten am Samstag die Busse am Frimo-Stadion zur gemeinsamen, kurzen Auswärtstour. Die Anhänger der Blauweißen waren dort noch guter Dinge und zeigten sich recht zuversichtlich, in Osnabrück punkten zu können.

Das ganze Dorf ist da

Bei der Ankunft am Osnabrücker Stadion wurden die 500 Motto-T-Shirts mit der Aufschrift „Hurra das ganze Dorf ist da“ verteilt. Der Gästebereich wurde damit in ein zartes Blau getaucht, einem fröhlichen Auswärtsspiel stand eigentlich nichts mehr im Wege.

Optimistischer Tipp

Vor dem Anpfiff fasste der Vorsitzende des SFL-Ältestenrates Horst Petersson, der beide Vereine ins Herz geschlossen hat, seine positiven Eindrücke kurz zusammen. „Bei der Anreise war es schon etwas ganz besonderes, wie die vielen Pkw und Busse hintereinander nach Osnabrück gefahren sind. Es war eine so friedliche, tolle Stimmung. Bei mir schlagen ja zwei Herzen in der Brust, weil ich bei beiden Vereinen meine Dauerkarten habe. Daher trage ich auch die Schals beider Vereine“, so der langjährige Fan, der noch ergänzte: „Ich sehe das so, dass Lotte Punkte gegen den Abstieg braucht und der VfL daher ruhig die sechs Punkte in dieser Saison den Sportfreunden überlassen kann. Daher tippe ich 2:1 für Lotte“.

Choreo fällt Sicherheit zum Opfer

Zum Anpfiff war der Gästeblock dann gut gefüllt. Die Stimmung war freudig und vor allem friedlich. Die eigentlich vorgesehene Choreografie, wonach beim Einlaufen 800 blaue Fahnen geschwenkt werden sollten, gab es aber nicht. Warum das so war, erklärt SFL-Pressechefin Julia Mikoleit. „Das wurde auf der Sicherheitsbesprechung aus Brandschutzgründen abgelehnt“. Und die Sicherheitsbeauftragte der Sportfreunde Lotte Gabriele Harder ergänzt noch: „Das wurde verboten. Auch weil über der Tribüne ein Dach ist und daher alles Brennbare verboten ist. Dazu gehören eben diese Fahnen“.

Harder stellte der Auswärtsfahrt insgesamt aber ein positives Zeugnis aus. „Es verlief alles problemlos. Sowohl bei den Einlasskontrollen wie auch während des Spiels gab es keine Vorfälle. Auch die Tatsache, dass gemäßigte Osnabrücker noch mit in den Gästeblock gelassen wurden, führte zu keinen Problemen“.

Luft raus nach dem 3:0

Das brisante Nachbarschaftsduell verfolgte auf der Tribüne auch Lottes Bürgermeister Rainer Lammers. Und auch er hatte sein Kommen nicht bereut. „Lotte hatte in der ersten Halbzeit gut gespielt, aber Pech gehabt mit den beiden Gegentoren. Ich meine, es hätte zur Halbzeit auch 2:2 stehen können. Nach dem frühen dritten Gegentor war leider die Luft raus. Aber so ist das eben, Glück und Pech sind eng beieinander. Letzten Samstag hatte Lotte gegen Paderborn einen tollen Tag erwischt und dieses Mal spielte der VfL eben sehr engagiert. Die wollten wohl allen zeigen, wer hier in der Region die Hausmacht ist“.

2:1 wäre gerecht gewesen

Rainer Lammers lobte ebenfalls die friedliche Atmosphäre. „Im Profibereich gibt es ab der dritten Liga keine zwei Vereine, die eine solch räumliche Nähe zueinander haben. Wir wollen immer eine gute Nachbarschaft zu Osnabrück pflegen. Wir sollten uns freuen, wenn Osnabrück gewinnt und wenn wir gewinnen, freut sich Osnabrück hoffentlich auch. So wie am nächsten Sonntag. Da werden uns bestimmt die Osnabrücker die Daumen drücken, damit wir den MSV Duisburg schlagen. Und was das 0:3 betrifft: Osnabrück kommt ja im April noch nach Lotte und vielleicht gewinnen eben dann wir. Dann stimmt hoffentlich auch das Ergebnis, denn ich finde, am Samstag hat der VfL ein Tor zu hoch gewonnen. Schließlich hatte Lotte auch einige gute Chancen. Statt eines 3:0 wäre ein 2:1 gerechter gewesen“, sagte Lammers im Nachgang zum packenden Nachbarschaftsduell an der Bremer Brücke.