Nach der WM ist vor der WM TR-Team der Lotter Feuerwehr ist zurück

Meine Nachrichten

Um das Thema Lotte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Lotte. Nach der Weltmeisterschaft ist vor der Weltmeisterschaft, bei der Fußball-Nationalelf wie auch beim Lotter Team der Technischen Unfallrettung. Das Team möchte auch im nächsten Jahr in Rumänien wieder an der Weltmeisterschaft teilnehmen.

Seit Dienstag vergangener Woche sind Bastian Bartels, Florian Feist, Julia Brüske, Janec Hofer, Nils Gebauer und Julian Birkenkämper heile zurück aus Brasilien und haben viel erlebt. Von 32 teilnehmenden Teams erreichten sie den 17. Platz.

Schon am Tag nach der Ankunft begann für alle wieder die Arbeit, teilweise im Schichtdienst. Nicht nur der Arbeitsalltag, auch die Einsätze für die Feuerwehr gehörten schnell wieder zum ganz normalen Tagesablauf; zwei First Responder-Einsätze, eine Brandmeldeanlage, eine Ölspur.

26 Stunden Anreise

Tagesgeschäft, im Gegensatz zur WM-Erfahrung. Alles lief gut bis nach São Paulo. Dort mussten sie anderthalb Stunden auf das Gepäck warten, verpassten den Anschlussflug, fuhren mit dem Taxi zum anderen Flughafen. Die Fahrt durch die Stadt dauerte so lange, dass sie einen weiteren Flug verpassten. Irgendwann klappte es dann doch, und sie erreichten nach rund 26 Stunden endlich ihr Hotel in Curitiba. (Weiterlesen: Auf nach Brasilien – TRT Lotte fliegt am Montag zur Weltmeisterschaft)

Am nächsten Abend besuchten die Lotter und fast 400 Teilnehmer die Eröffnungsveranstaltung mit Bürgermeister, hochdekorierten Gästen, Stadtrat, Vorstand der World Rescue Organisation (WRO) und 32 Wettkampfteams.

Erster Wettkampftag

Mit Marschgepäck von zwölf Kilo erreichten sie tags darauf den Wettkampfort. Um 9.15 Uhr begann für das Trauma-Team Gebauer und Hofer die erste Prüfung am Patienten, der durch einen Hundebiss eine arterielle Blutung erlitten hatte. Am Nachmittag stand ein 20-minütiges Szenario der Technischen Unfallrettung an. Im Gewitter auf dem Heimweg erreichte eine Nachricht des Vertreters der Magirus GmbH, Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen, Captain Bartels Smartphone: eine Einladung zum Barbecue. (Weiterlesen: Deutscher Meister bereitet sich vor – TRT-Lotte zur Englischen Meisterschaft)

Um 8.15 Uhr am Freitagmorgen stand die nächste Prüfung an, Crashrettung in zehn Minuten. „Wir waren mit unserer Leistung sehr zufrieden“, beurteilte Florian Feist die Leistung des Lotter Teams. Auch das Trauma-Team musste wieder antreten und diesmal zwei Patienten versorgen, so wie es die First Responder in der Heimat machen.

Kleidungstausch

Abends trafen sich wieder rund 400 Leute in einem Irish Pub, wo die TR-Teams untereinander T-Shirts, Jacken, Overalls und Pullover austauschten. Florian zeigte ganz stolz eine komplette Trainingsausstattung, die er vom Ausbilder in São Paulo bekommen hatte. Die Ausbilder dieser Feuerwehrschule machten den Lottern sogar das Angebot, die Ausbilder auszubilden. Unterkunft und Verpflegung frei. Eine weitere Reise nach Südamerika steht also im Raum. (Weiterlesen: TR-Team Lotte trägt sich in das Goldene Buch ein)

Am Samstag musste sich das TRT in der Kategorie „Komplex“ um zwei Patienten zeitgleich kümmern, in 30 Minuten. „Eine Minute fehlte uns, aber bei dieser Prüfung versagten die fremden hydraulischen Geräte. Unsere Geräte der Firma Lukas waren nicht in Brasilien angekommen“, bedauerte das Team. Anschließend lernte die Lotter – wie an jedem Tag – durch Beobachten die Vorgehensweise anderer Teams kennen.

Team aus South Wales gewinnt

Bei der Abschlussveranstaltung mit Siegerehrung und Erinnerungsfotos wurde das Team aus South Wales als Sieger gekürt, das seit 20 Jahren in dieser Zusammensetzung arbeitet, berichtete Hofer. Die deutsche Arbeitsweise sei nicht international, so seine Erfahrung. „Aber den Ausbildern in São Paulo hat unsere Art und Weise gefallen. Es ist wichtig, wie man rettet, auch wenn noch eine Minute fehlt. Der Weg ist das Ziel, denn es geht in erster Linie um den Patienten.“

Für die nächste Deutsche Meisterschaft wollen sie wie bisher trainieren, für internationale Wettbewerbe einige Dinge anpassen und umstellen. Bei der kommenden Weltmeisterschaft in Rumänien wollen sie dabei sein, aber auch 2018 in Südafrika. „Doch dafür müssen wir 2017 wieder Deutscher Meister werden“, betonte Captain Bartels. (Weiterlesen: Team aus Lotte auf Platz 1 – Deutsche Meisterschaft Unfallrettung in Osnabrück)

Gesponsertes Equipment mitgebracht

Alles, was sie an gesponsertem Equipment wieder mitgebracht haben, wird auf die Fahrzeuge verteilt und kommt den Bürgern zugute. Alles, was an Geld übrig blieb, geht zurück an die Gemeinde, deren finanzielle Unterstützung auch durch später eingegangene Spenden kleiner wird als zuerst angenommen. Fazit des TR-Teams: „Wir danken noch einmal allen Sponsoren, der Gemeinde und dem Servicebetrieb. Es hat uns viel Spaß gemacht, und wir haben unser Bestes gegeben. Es war auch eine sehr anstrengende Fortbildungsveranstaltung, aber mit den Erfahrungen, die wir gemacht haben, stellen wir uns jetzt wieder in den ehrenamtlichen Dienst für die Lotter Bürger.“ (Weiterlesen: Zuschuss für TRT eine Ausnahme – Grundsätzlich keine freiwilligen Ausgaben)


Die „Vereinigung zur Förderung des deutschen Unfallrettungswesens e.V.“ (VFDU) ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 2006 die Ausbildung und Weiterentwicklung der Technischen Unfallrettung zur Aufgabe gemacht hat. Er ist ein deutschlandweit aktiver Verein, der sich aus Mitgliedern von Freiwilligen- und Berufsfeuerwehren, Rettungsdienstmitarbeitern verschiedener Organisationen und Ärzten aus dem gesamten Bundesgebiet zusammensetzt. Dadurch ist er unabhängig und sowohl im medizinischen wie auch feuerwehrtechnischen Zweig der Unfallrettung tief verwurzelt. Nach den ersten Deutschen Meisterschaften, der Rescue Challenge 2006, wurden die VFDU bei den Weltmeisterschaften 2007 in Barcelona, offizielles Mitglied der WRO. Folglich darf die VFDU, durch ausrichten Deutscher Meisterschaften einen Sieger ermitteln, welcher letztendlich bei der jeweils nächsten Weltmeisterschaft für Deutschland antreten darf. Die Idee, diesen Verein zu gründen, entstand nach der Teilnahme eines Osnabrücker Teams an der World Rescue Challenge in Fort Lauderdale (USA). Die Erfahrungen und neuen Eindrücke zeigten die Notwendigkeit realitätsnah zu üben und die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr stärker in den Fokus der Ausbildung zu rücken und gemeinsame Standards festzulegen. Daraufhin wurde die VFDU gegründet.

Um erfolgreich den Patienten zu helfen, müssen die an der Einsatzstelle vorhandenen Ressourcen effizient eingesetzt werden. Somit wird die Einsatztaktik an der Einsatzstelle der Schlüssel zum Erfolg. Diese Schnittstelle in der Unfallrettung wird häufig in der Ausbildung vernachlässigt. Dabei sind die Kommunikation und das Zusammenspiel, das gemeinsame Verständnis zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr für eine patientengerechte und somit erfolgreiche Rettung der Personen von grundlegender Bedeutung. Quelle: www.vfdu.de/der-verein

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN