Klimaschutz und Plastikverzicht Lotte beteiligt sich am EEA und am Kreis-Projekt

Gemeindeeigene Photovoltaikanlagen wie hier auf dem Dach des Betriebsgebäudes der Zentralkläranlage Wersen gehören zum energiepolitischen Arbeitsprogramm im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes in Lotte und werden beim European Energy Award mit bewertet. Foto: Angelika HitzkeGemeindeeigene Photovoltaikanlagen wie hier auf dem Dach des Betriebsgebäudes der Zentralkläranlage Wersen gehören zum energiepolitischen Arbeitsprogramm im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes in Lotte und werden beim European Energy Award mit bewertet. Foto: Angelika Hitzke

Lotte. Die Gemeinde Lotte will bei weiterer Förderung durch Landesmittel auch künftig am European Energy Award (EEA) teilnehmen. Das empfehlen Verwaltung und Verkehrs- und Umweltausschuss. Einstimmig votierte der Ausschuss zudem für die Unterstützung des Projektes „plastiktütenfreier Kreis Steinfurt“. Und es wird demnächst eine Klimaschutz-Website in Kooperation mit der Gemeinde Westerkappeln geben, kündigte Lottes Klimaschutzmanager Marc-Philipp Nikolay an.

Da sich unter „European Energy Award“, kurz EEA, Bürger wie auch einige Kommunalpolitiker wenig vorstellen können, erläuterte der externe Berater Andreas Hübner in der Sitzung Ziele, Struktur und Ablauf des EEA-Prozesses. Im April dieses Jahres hatte die Gemeinde Lotte bei der ersten Zertifizierung wie berichtet Silber erhalten.

Das europäische Verfahren zum Qualitätsmanagement für klimaschutzrelevante Maßnahmen habe in Österreich und der Schweiz begonnen. Vorreiter in Deutschland sei Nordrhein-Westfalen, wo gut 100 Städte und Gemeinden und zwölf Landkreise daran teilnähmen, berichtete Hübner. Geprüft werde die Umsetzung der von der EU-Kommission vorgegebenen Klimaschutzziele mit 86 Fragen in sechs Feldern, nämlich Entwicklungsplanung ,kommunale Gebäude/Anlagen, Ver- und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation und Kommunikation/Kooperation.

Vorbedingung für Fördermittel

Die Teilnahme am EEA sei auch Vorbedingung für den Zugang zu Fördermitteln, um die noch umzusetzenden Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept der Gemeinde realisieren zu können. Als Beispiele nannte Hübner energetische Wohngebäudesanierung, eine gemeindliche PV-Anlage, die Umrüstung auf LED-Straßenbeleuchtung (bereits in Arbeit), die Gründung einer Netzgemeinschaft (schon erfolgt) oder den Radwegebau (ebenfalls in Arbeit).

Das Energieteam der Gemeinde habe trotz zweimaliger Verschärfung der Bewertungsmaßstäbe für eine „tolle Entwicklung“ und das gute Abschneiden bei der Prüfung gesorgt: Jetzt sei man am Ende des ersten Auditierungszyklus‘ angelangt: „Fast alle Gemeinden machen weiter“, sagte Hübner und meinet, dass die jährlichen Kosten für die Teilnahme mit einem Gemeindeanteil von rund 2100 Euro „überschaubar“ seien.

Arbeitsprogramm umsetzen

Einig waren sich alle Fraktionen, dass es auch für Lotte weitergehen soll. Die Außenwirkung sei dabei Nebensache, denn wichtig sei, nicht bei Absichtserklärungen stehen zu bleiben, sondern Geld in die Hand zu nehmen und die Vorhaben aus dem energiepolitischen Arbeitsprogramm (EPAP) der Gemeinde umzusetzen.

Gemeinsame Klimaschutz-Website

Marc-Philipp Nikolay berichtete, dass zurzeit gemeinsam mit Westerkappeln eine Klimaschutz-Website erarbeitet werde. Die Internetseite soll über alle Klimaschutzmaßnahmen in den beiden Gemeinden informieren, wertvolle Energiespartipps geben und auf klimaschutzrelevante Veranstaltungen hinweisen. Sie werde voraussichtlich zum 1. November scharf geschaltet und unter der Adresse www.we-lo-klimaschutz.de abrufbar sein, teilte Nikolay auf Nachfrage mit.

Radabstellanlage und Klima-Tisch

Der Klimaschutzmanager kündigte außerdem die Einrichtung einer öffentlich zugänglichen Radabstellanlage im Zuge der Umsetzung des Maßnahmenpakets „E-Mobil in Lotte“, die Einführung eines Rad-Leasing-Modells für Mitarbeiter der Gemeinde und die Gründung des „Klima-Tisches Lotte“ an. Die Auftaktveranstaltung dafür soll an einem der letzten beiden Mittwoche im November in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Tecklenburger Land im Haus Hehwerth sein. Auf dem Weihnachtsmarkt am 11. Dezember in Alt-Lotte soll außerdem eine erste LED-Tauschaktion stattfinden.

Stoff- und Biobeutel statt Plastik

Einig waren sich die Ausschussmitglieder auch darüber, dass die Gemeinde das Projekt „plastiktütenfreier Kreis Steinfurt“ , an dem sich inzwischen 21 von 24 Kommunen beteiligen, mit geeigneten Maßnahmen unterstützen soll. So könnte die Gemeinde mit der Ausgabe von Stoffbeuteln Vorbildfunktion übernehmen , auf eine entsprechende Bewusstseinsbildung in Kitas und Schulen hinwirken und im Gespräch mit dem örtlichen Handel die Verwendung kompostierbarer Biobeutel für loses Obst und Gemüse und wieder verwertbarer Taschen propagieren.


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