Anlieger sollen befragt werden Gemeinde Lotte plant Straßenausbau „Zum Attersee“

Zu eng? An der schmalen, links von einem Bächlein in einem tiefen Graben begrenzten Straße „Zum Attersee“ sind Parkplätze knapp. Das ist beim Endausbau zu bedenken. Foto: Angelika HitzkeZu eng? An der schmalen, links von einem Bächlein in einem tiefen Graben begrenzten Straße „Zum Attersee“ sind Parkplätze knapp. Das ist beim Endausbau zu bedenken. Foto: Angelika Hitzke

Lotte. Bei drei Gegenstimmen beschloss der Verkehrs- und Umweltausschuss, mit der zuvor präsentierten Entwurfsplanung für den Endausbau der Straße „Zum Attersee“ zwischen „An der Bringenburg“ und der Einmündung „Hoher Esch“ in eine Anliegerversammlung zu gehen. Zuvor hatte es eine Diskussion über die nach Meinung einiger Landwirte für Nutzfahrzeuge zu schmale Fahrbahnbreite gegeben.

Daniel Kloth vom Ingenieurbüro Flick erläuterte zunächst die Planung für den Lückenschluss zwischen den Straßeneinmündungen „An der Bringenburg“ und „Hoher Esch“, wobei er darauf hinwies, dass es sich in dem Bereich um eine einseitig bebaute Wohnstraße mit Tempo-30-Zone handelt. Da Untersuchungen ergeben hätten, dass die Fahrbahn in diesem Teilbereich weder im Ober-, noch im Unterbau über eine ausreichende Stärke, Tragfähigkeit und Frostsicherheit verfüge, müsse sie komplett neu aufgebaut werden. Auf der Nordseite befinde sich zudem ein tiefer Graben mit einer steilen Böschung. Das mache eine teilweise Verschwenkung der Fahrbahn erforderlich, die als Dachprofil geplant sei. Das bedeutet, dass die Neigung der Fahrbahn von der Mitte zu den Seiten hin abfällt, um das Oberflächenwasser schnell ablaufen zu lassen.

Parken in Längsaufstellung

Die jetzt 4,80 Meter breite Fahrbahn werde aufgeweitet auf 5,75 Meter einschließlich der beidseiteigen Rinnen, was ein Lichtraumprofil von 3,25 Meter sicherstelle und auf eine Straßenseite Parken in Längsaufstellung ohne Behinderung für Rettungsfahrzeuge ermögliche. Auf der Seite der bebauten Grundstücke ist nach Kloths Erläuterungen ein 1,50 Meter breiter, gepflasterter Gehweg mit Zehn-Zentimeter-Rundbord (in den Zufahrten nur zwei Zentimeter hoch) zur Straße, Tiefbord zu den Grundstücken hin und zweireihiger Entwässerungsrinne davor geplant. Auf der gegenüberliegenden Nordseite werden Entwässerungsrinne und Bordanlage durch eine Schotterbankette zum Graben hin ergänzt. Außerdem sind auf der Nordseite zwei Pflanzbeete geplant, die in die Fahrbahn hineinragen. Die Gesamtkosten betragen rund 185000 Euro brutto.

Zu eng für landwirtschaftliche Fahrzeuge?

Hartmut Meyer (CDU) und einige andere Ausschusssmitglieder sahen in den Einengungen durch die Pflanzbeete und im nach ihrer Meinung zu geringen Lichtraumprofil von 3,25 Meter ein Problem für die Durchgängigkeit der Straße, die auch für landwirtschaftliche Geräte und Fahrzeuge passierbar sein müsse. Ob nicht eine Teilverrohrung des Grabens möglich sei, um mehr Platz zu bekommen, wollte Meyer von der Verwaltung wissen.

Verrohrung nicht gewollt

Daniel Kloth betonte, dass ein Lichtraumprofil von 3,25 Meter ein Maß sei, „das sich bewährt hat“ und üblich und ausreichend sei. Die Pflanzbeet-Einengungen habe man in die Planung aufgenommen, „weil das keine Rennpiste werden soll“. Bauamtsleiterin Astrid Hickmann erklärte, dass eine Verrohrung des Gewässers gerade nicht gewollt sei, um dessen Charakter zu erhalten und die Kosten moderat zu halten: „Ein Kanal ist nicht in unserem Sinne.“

Enormer Parkdruck

Hermann Brandebusemeyer (SPD) freute sich zwar, dass „dieses Projekt vorankommt“, sah aber wie Meyer Probleme in der Durchgängigkeit wegen des „enormen Parkdrucks“. Man werde zumindest abschnittsweise ein Halteverbot brauchen, um beidseitiges Parken zu verhindern, sonst werde es auch bei normalem Begegnungsverkehr schwierig. Aus diesem Grund kommt auch eine Absenkung des Bordsteins vom Gehweg zur Straße hin nach Meinung von Ausschuss und Verwaltung nicht infrage, weil dann halb auf dem Gehweg geparkt würde und der Schutz der Fußgänger nicht gewährleistet sei.

Kompromisslösung

Einseitige Wohnbebauung mit Mehrfamilienhäusern und Tempo 30 im vorderen, schnurgeraden Teil, Gewerbebetriebe im hinteren, kurvigen Teil der Straße, die aber auch über den Autobahnzubringer erreichbar sind, wenig Raum fürs Parken – die Diskussion machte deutlich, dass hier nur Kompromisse möglich sind. Einzelheiten wie die Frage, ob man vielleicht die Pflanzbeete „opfert“, müssen jetzt noch mit den Anliegern diskutiert werden, die ja für den Endausbau schließlich auch zur Kasse gebeten werden.


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