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Erntedankfrühstück der Landfrauen Ortsvereine Wersen und Westerkappeln feiern gemeinsam

Von Erna Berg


Lotte. Mit einem Dank-Gedicht an den Schöpfer begrüßte die Ortsvorsitzende der Landfrauen Wersen, Doris Schwegmann, die vielen Frauen, die zum traditionellen Erntedankfrühstück in die Ratsstuben nach Wersen gekommen waren.

An den herbstlich geschmückten Tischen genossen die Landfrauen der Ortsvereine Westerkappeln und Wersen das gemütliche Beisammensein. Einige freuten sich ganz besonders auf die erste Mahlzeit des Tages, da sie erst einmal im Stall ihre Arbeit erledigt hatten, um rechtzeitig zum Treffen zu kommen.

Gespräche an den Tischen erzählten von damals, als die Mütter frühmorgens ganz allein zum Melken rausfuhren und das Frühstück für die Schulkinder schon vorbereitet auf dem Tisch stand. Sie molken noch mit den Händen und transportierten die Milchkannen mit dem Fahrrad, bis es technische Erleichterungen gab. Vieles habe sich geändert, aber die viele Arbeit sei geblieben und ein großes Berufsrisiko, das wurde in den Gesprächen auch deutlich.

Sorgen in der Landwirtschaft

Die Stimmung war überwiegend gut im Saal, doch es herrschte nicht nur eitel Sonnenschein. Die Familien, die von der Landwirtschaft leben, haben es schwer. Die Preise für die Erzeugnisse sind einfach zu tief. Immer mehr Betriebe geben auf. Immer mehr Landwirte stellen sich die Frage: Wie geht es weiter? Immer mehr Kontrollen finden auf den Höfen statt, deren Kosten von den Bauern getragen werden müssen. Birgit Leyschulte, Vorsitzende des Landfrauen-Ortsvereins Westerkappeln äußerte sich besorgt für ihre Berufsgruppe: „Der Verbraucher will Qualität, aber nicht dementsprechend dafür bezahlen.“ (Mehr über das Leben und Witschaften auf dem Land lesen Sie hier)

Thema: MRSA

Sehr interessiert lauschten die Landfrauen der Referentin Carina Siegel zum Thema „MRSA“. Sie ist selber Landwirtin und landwirtschaftlich technische Assistentin. MRSA bedeutet Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Diese Bakterien wachsen meistens ganz harmlos auf der Schleimhaut und sind unter anderem in den Nasennebenhöhlen zu finden, berichtete sie. Zu den Risikogruppen gehören vorwiegend Menschen mit chronischen Wunden, sowie Pflegebedürftige, Ärzte, Pfleger, Landwirte und Tierärzte.

Viele Menschen tragen diesen Keim in sich, ohne krank zu werden. Erst dann wird er gefährlich, wenn es zum Ausbruch einer Krankheit kommt, denn durch das Entstehen einer Immunschwäche beginnen die Keime sich zu vermehren und können eine lebensbedrohliche Situation verursachen.

Die Hauptübertragungswege der Keime seien die Hände und infizierte Haus- und Nutztiere. Um Bakterien abzutöten, werden meistens Antibiotika eingesetzt. Einige, wie MRSA, sind jedoch unempfindlich gegen das Antibiotikum Methicillin und auch gegen die meisten anderen Antibiotika.

Schutzmaßnahmen

Schutzmaßnahmen in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Praxen und zu Hause seien deshalb enorm wichtig. Gründliches Händewaschen, Desinfizieren und Wunden abdecken sind notwendig, um die Ausbreitung zu verhindern. Siegel berichtete, dass der MRSA in den Niederlanden seltener vorkomme, da hier bereits seit den 80er Jahren eine spezielle MRSA-Strategie angewandt werde, und der Gebrauch von Antibiotika geringer sei.

In Deutschland hat das Robert-Koch-Institut Empfehlungen an medizinische und pflegerische Einrichtungen zur Prävention und Kontrolle herausgegeben, deren Anwendung wiederum einer Kontrolle unterliegt.

Ankündigungen der Landfrauen

Almuth Stiegemeyer lud die Landfrauen zur Mehrtagesfahrt 2017 nach Naumburg und die Weinregion Saale-Unstrut ein. Fragen dazu beantworten Doris Schwegmann und Birgit Leyschulte unter Tel.: 0541/1615 und 0541/2907. Zum Kettenbasteln am 13. November um 19 Uhr bei Christel Mennewisch wird um Anmeldung bei den Vorsitzenden gebeten. Auch für das „Einschätzen von gesundheitlichen Notfällen, und wie kann ich helfen“ bitten sie um Anmeldung. Dieser Termin wird vom DRK Wersen-Büren am 15. November um 19 Uhr im DRK-Heim an der Bringenburg angeboten. Gerne können auch andere Interessierte kommen, betonte Schwegmann.