Stahltrog wird jetzt eingebaut Fischtreppe an der Mühle Bohle nimmt Gestalt an

Von Angelika Hitzke und Erna Berg

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Lotte. Im Bett der Düte thront ein großer Bagger. Von seiner Schaufel hingen Ketten, an denen ein Stahlelement baumelt. Noch zwölf Meter, dann ist das nächste Ziel erreicht. Bis Mittwoch waren sechs der neun Stahlsegmente für den Trog der Fischtreppe an der Mühle Bohle gesetzt.

Der Dütestand ist tief, das Wetter macht auch mit. Unter diesen Bedingungen können die Stahlbauer der Firma Bruno Brünen weiterbauen, wenn auch nicht schnell. „Es ist sehr, sehr mühsam, denn der gewachsene Block muss Meter für Meter entfernt werden, es ist sehr eng und durch das Gefälle müssen wir immer tiefer rein in die Schichten“, erklärt der Baggerführer der Firma Otto, Karl-Heinz Feltmann.

Wenn das Wetter so bleibt, könnten die Stahlelemente in der nächsten Woche alle eingebaut sein. Dann werden sie zusammen geschraubt und Regelbleche eingesetzt, die für den Durchlauf einer konstanten Wassergeschwindigkeit sorgen.

Ein Lkw-Fahrer der Transportfirma Heese lädt laufend Lehm für die Sicherung des Ufers ab und nimmt anschließend das Material, das nicht verwertet werden kann, wieder mit. Es ist viel Bewegung auf der Großbaustelle an der Mühle. Der Baggerführer verteilt den Lehm dorthin, wo er sichern muss und lädt den Anhänger im nächsten Arbeitsschritt wieder voll.

„Wenn die Stahlelemente drin sind, kann mit dem Rückbau begonnen werden. Allerdings kann der Wasserstand ganz schnell wieder ansteigen, dann ist der Plan nicht einzuhalten“, erklärt Feltmann. Doch wenn die Wetterprognose stimmt, sieht es gut aus für die Fischtreppe.

Derweil steht das Mühlrad natürlich still, bis die Fischtreppe fertig ist. Sie soll wie berichtet im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie die ökologische Durchgängigkeit des Flusses wieder herstellen.

Petra Berghegger von der Unteren Wasserbehörde des Kreises Steinfurt war schon vor zwei Wochen, als das erste Stahlsegment eingepasst wurde, ebenso vor Ort wie Hans-Georg Flick von der gleichnamigen Ingenieurgemeinschaft. Sie erklärte noch einmal, wieso die Installation der Aufstiegshilfe so viel länger dauert als ursprünglich gedacht: „Wir haben natürlich vorher den Untergrund untersucht, aber die Probe an einer Stelle genommen, wo die Betonschicht nur 40 Zentimeter dick war.“

Dass sich darunter in Richtung Brücke noch einmal ein Meter dicker alter Beton verbarg ,war eine unangenehme Überraschung. Diese Betonlagen zu entfernen, sei eine Herausforderung gewesen. Sie mussten wie berichtet mühsam mittels dicht an dicht gesetzter Kernbohrungen und Betontrennschnitte herausgeholt werden.

Zwei Tonnen schwer

Das ist inzwischen Geschichte. Bis Ende nächster Woche sollen allen neun Trogsegmente installiert sein. Die einzelnen Stahlelemente sind übrigens jeweils zwei Tonnen schwer, müssen passgenau in die vorbereitete Rinne gesetzt und anschließend noch mit jeweils 2,5 Tonnen Schotter ausgelegt und beschwert werden. Die Umrüstung der Wehranlage auf Automatisierung und elektronische Steuerung folge zu einem späteren Zeitpunkt, so Flick.

Die technische Fischpassage wird insgesamt rund 30 Meter lang und 2,40 Meter breit. Die Gesamtkosten liegen bei rund 345000 Euro. Fördermittel in Höhe von 285000 wurden bereits im Januar dieses Jahres bewilligt.

Wann die Aufstiegshilfe für alle Wasserlebeweseneinschließlich der Restarbeiten fertig ist, ist derzeit noch nicht genau abzusehen.


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