Revival-Treffen des CVJM Lotte Im Zauber der Erinnerungen an vergangene Zeiten

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erbe Lotte Nach acht Jahren trafen sich ehemalige Mitglieder des Christlichen Vereins junger Menschen (CVJM) zum 4. Revival-Treffen in der Heimat. Das Wiedersehen stand unter dem Motto „Früher war alles besser? Vom Zauber der Erinnerung an vergangene Zeiten.“

Herzlich umarmten sich viele CVJM-ler schon bevor sie am Sonntagmorgen die Kirche betraten, denn sie hatten sich ja lange nicht mehr gesehen. Da passte auch der treffende Song der Rockband BAP, „Verdamp lang her“, richtig gut in den Gottesdienst, den Heinz Meyer, Walter Melcher und Rainer Schröer zusammen mit Pastor Detlef Salomo vorbereitet hatten und der musikalisch sehr atmosphärisch vom Posaunenchor begleitet wurde.

Eröffnungsgottesdienst

„Lassen Sie sich vom Zauber der Erinnerungen gefangen nehmen“, lud Pastor Salomo rund 60 Mitglieder des CVJM und weitere Gottesdienstbesucher ein. Heinz Meyer freute sich, dass so viele gekommen waren und betonte, dass – anders als bei den bisherigen Treffen – zum ersten Mal ein Gottesdienst den Revival-Tag eröffnete, um das „C“ des Vereins hervorzuheben und Gott dabei sein zu lassen. „Wir hatten sehr viel Spaß bei unserer fruchtbaren Zusammenarbeit mit Pastor Salomo. Lasst euch jetzt auf diesen Gottesdienst ein und genießt, das was wir für euch vorbereitet haben.“

Ausdrucksstarke Bilder

Mit zehn ausdrucksstarken Bilder aus verschiedenen Jahrzehnten präsentierte Meyer den Gottesdienstbesuchern die bewegte Lotter CVJM-Geschichte. Schnell identifizierten die Mitglieder die Personen auf den Fotos und erinnerten sich an Begebenheiten dieser Zusammenkünfte: Eine Bibelstunde mit dem Wimpel, der noch existiert. Zeltlager pur mit Spiel, Spaß, Doppelkopf Tag und Nacht, Küchendienst, Fußball und Rauferei. Das beliebteste Zeltlager am Herthasee mit Geschichten von nächtlichen Überfällen, wo schon mal die Tränen flossen, wenn der hochheilige Wimpel geklaut worden war.

„Dann war da die aufregende Fahrt in die Schweiz, wo zwei Jungs während einer Bootsfahrt in den Thurner See sprangen und die anderen einfach weg ruderten. Die beiden mussten – nur mit Badehose bekleidet – durch den Ort gehen, während die Kirchgänger unterwegs waren“, erinnerte Heinz Meyer und brachte die Zuhörenden immer wieder zum Lachen mit seinen Anekdoten.

Das Leben geprägt

Es gab wohl auch einen ganz bestimmten Elternabend in der Arche. Meyer verbindet mit dem 17. Februar 1979 ein besonderes Ereignis: „An diesem Abend hatte ich Gitti im Kaminzimmer gefragt, ob sie mit mir gehen wolle. Wir sind immer noch zusammen!“, strahlte er. Mit dem Bild zum 50. Jahrestag des CVJM-Lotte im Haus Hehwerth beschloss er die erinnerungsvolle Zeitreise: „Die CVJM hat unser Leben geprägt und positiv beeinflusst. Dabei entstanden Freundschaften fürs Leben. Es war eine tolle Zeit! Das Traurige an solchen Fotos ist, dass man manchmal jemanden erkennt, der nicht mehr da ist.“

Erinnerung an starke Gemeinschaft

Nach dem CVJM-Lied „Wenn wir erklimmen,…“ erinnerte Pastor Salomo an die 80-er Jahre, als der BAP-Song „Verdamp lang her“ die Hitlisten eroberte. „Da hatte der Lotter CVJM den Gipfel seiner Popularität erreicht oder vielleicht schon überschritten. Nach der Zeit des Sturm und Drang leben nicht mehr alle in Lotte. Im juristischen Sinne hat sich die Gruppe aufgelöst, doch heute sind wieder viele in der alten Heimat zusammen gekommen, haben bis zu 600 Kilometern zurück gelegt, angezogen vom Magnetismus der Seele, Erinnerungen an die starke Gemeinschaft, an den festen Zusammenhalt und das lebendige Miteinander.“

Sozialleben gewandelt

Salomo zählte viele der Aktivitäten und sozialen Themen auf, die diese starke und engagierte Gruppe verbunden hatte: „ Ein Idealfall kirchlicher Sozialisation, von der wir heute nur noch träumen können. Das Grundanliegen der CVJM war die Bildung einer Gemeinschaft im christlichen Geist, die also nicht nur dem eigenen Vergnügen dient, die Nächstenliebe übt und für soziale Gerechtigkeit eintritt. In der unserer Zeit tun wir uns schwer mit der Gemeinschaft, nicht nur, weil in der säkularen Gesellschaft die Kirche an Bedeutung verloren, sondern in der digitalen Welt mit 1000 Freizeitangeboten sich auch das Sozialleben grundlegend verändert hat. Das soziale Klima hat sich gewandelt, es wird rauer, wenn alte, kranke und arme Menschen keine Chance mehr haben, weil sie nicht funktionieren, nur Kosten verursachen.“

Die Zeit nach dem Gottesdienst gehörte dem geselligen Beisammensein mit Mittagessen und Kaffeetrinken. Nach acht Jahren gab es viel zu erzählen und zu erinnern. „Du hast dich gar nicht verändert“, gehörte zu den Feststellungen wie auch der Satz von Heinz-Jürgen Peußner: „CVJM war noch viel mehr, als wir heute gehört haben.“ Als Überraschungsgast trat Pastor Detlev Salomo am Nachmittag auf – mit einem kabarettistischen Programm aus dem prallen Leben, mit Balladen von Heine, Hüsch und Goethe. Er erörterte unliebsame Themen wie Abnehmen und Blutfettwerte auf seine ganz eigene humoristische Art und Weise mit Ernst und Heiterkeit.


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