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Pokémon Go Auf Monsterjagd in Lotte

Von Jessica von den Benken

Auf Pokémonjagd: Christian Fried aus Wersen erklärt den neuen Hype um die Taschenmonster seiner Kindheit. Foto: Jessica von den BenkenAuf Pokémonjagd: Christian Fried aus Wersen erklärt den neuen Hype um die Taschenmonster seiner Kindheit. Foto: Jessica von den Benken

Lotte. Monsteralarm in Lotte: Pikachu, Taubsi, Rattfratz – die japanischen Tierwesen, auch Pokémon genannt, sind 90er-Jahre-Kult. Mit der Smartphone-App „Pokémon go“ feiern die Taschenmonster ihr Comeback – auch im beschaulichen Lotte, wie ein Ausflug mit einem Kenner der Szene zeigt.

Christian Fried ist 14 Jahre alt. Er wohnt mit seinen Eltern und drei älteren Geschwistern in Wersen, geht dort in die achte Klasse einer weiterführend Schule. Leidenschaftlich gerne spielt er Fußball in der ersten C-Jugend-Mannschaft der Sportfreunde Lotte und gehört zum Billiard-Team des Jugendtreffs Sit In.

Längst vergessen

Vor etwa vier Wochen hat Christian ein längst vergessenen Hobby neu entdeckt: Die Pokémons . Seitdem spielt er - wie unzählige andere Menschen weltweit - unglaublich gern und regelmäßig Pokémon Go.  Dabei schlüpft er unter dem Decknamen Trymen12 in die Rolle eines künftigen Pokémon-Trainers, muss kleine Monster fangen, Eier ausbrüten, Bonbons und Sternenstaub sammeln und seine Figuren gegen die anderer Trainer in virtuellen Arenen gegeneinander antreten lassen.

Verschmelzen der Welten

Das ganz besondere an diesem Spiel ist die Verschmelzung der virtuellen und der realen Welt. Bewaffnet mit seinem Smartphone, aktiviertem GPS und Kamerazugriff, macht sich der junge Jäger zu Fuß auf den Weg. Wer Pokémons finden möchte, muss sich in der realen Welt bewegen.

Taubsi und Rattfratz

Schon nach den ersten Metern, die Christian Richtung Wersener Kirchplatz läuft, vibriert sein Telefon. Ein Taubsi ist in der Nähe. Er stoppt, die Kamera schaltet sich ein. Jetzt heißt es Taubsi mit ruhiger Hand und gezieltem Wurf eines Pokémon-Balls einzufangen. Christan bereitet das keine Probleme. „Taubsi- und Rattfratz-Pokémons gibt es in Wersen viele. Das ist keine Kunst die zu fangen“, sagt er.

Seltene Pokémons in Osnabrück

Faszinierender findet er dagegen die Jagd in der Osnabrücker Innenstadt . „Dort kann man echt an jeder Ecke Monster fangen und da sind dann auch mal seltenere Pokémons dabei, die mir zu Hause nicht über den Weg laufen.“ Dafür kennt er aber die drei PokéStops in Wersen mittlerweile besser als seine Westentasche. Die sind an der Sporthalle, am Rathaus und vor dem Friedhofstor und die Arena ist genau vor der Kirche. Dort war Christian schon oft.

Joggen und spazieren

Über 30 Kilometer ist Christian in den vergangenen Wochen gelaufen. Mal gejoggt, mal spaziert. „Mir gefällt es, beim Zocken nicht nur im Haus zu sitzen und auf die Playstation zu gucken. Mit Pokémon Go tut man was für seine Fitness und kommt vor die Tür.“

Pokémon und Gameboy

Die japanischen Kultfiguren, die in den 90ern das Laufen lernten und bis in die 2000er ihre meist jungen Anhänger begeisterten, kennt er schon seit seiner Kindergartenzeit. „Ich kann mich noch erinnern, wie gerne ich Pokémon auf meinen Gameboy gespielt habe.“ Lange Zeit dachte er dann aber nicht mehr an Pikachu, Nidorino, Schiggy und Co.. Erst mit Beginn der Sommerferien ließ er sich von einigen guten Freunden anstecken und lud sich die „Pokémon go“-App auf sein Smartphone.

Mit GPS durch die ganze Welt

Seine allerneuste Entdeckung: Mit der App FlyGps überlistet er das Ortungssystem seines Smartphones. So kann er Monster auf der ganzen Welt fangen. „Letztens war ich im Central Park in New York. Das war ganz nett. Es macht aber mehr Spaß, die Dinger in seiner eigenen realen Umgebung zu suchen.“ In Alt-Lotte selbst war er noch nicht unterwegs. Dort gibt es zwei Arenen und elf PokéStops, weiß er dank der GPS-Überlistungs-App – die Monster sind los.