Mit Leib und Seele Landwirt Roloffs Hof in Lotte ist einer der jüngsten

Von Renate Lammers


Lotte. Der Bauernhof von Hendrik Roloff in Alt-Lotte gehört im Vergleich zu den anderen Höfen in der Gemeinde noch zu den ganz jungen. 1936 erst hatte sein Großvater Heinrich mit seiner Frau Alwine von der Abfindung seines elterlichen Gehöfts ein neues Zuhause auf seinem 1,5 Hektar großen Land gebaut.

Als gelernter Maurer hatte er die Landwirtschaft nur nebenerwerblich geführt, aber durch Zukäufe seinen Besitz schnell auf acht Hektar anwachsen lassen. Kühe, Schweine und Hühner versorgte Alwine Roloff neben der Erziehung der beiden Söhne. Für Sohn Hartmut gab es nichts Schöneres, als den Beruf des Landwirtes zu erlernen. „Aber die Schule war damals noch ganz einfach. Nicht so wie heute mit 1000 Prüfungen“, lacht seine seit 1969 mit ihm verheiratete Frau Margret.

Als 20-Jähriger kaufte sich Hartmut Roloff einen gebrauchten Mähdrescher und bot seine Dienste im Umland als Lohnunternehmer an. Mit seiner Mutter führte er weiterhin den Hof. Als Ehefrau Margret, die ebenfalls von einem Hof aus Velpe stammt, nach Alt-Lotte heiratete, baute das junge Paar den landwirtschaftlichen Betrieb aus. „Alwine hatte ein gutes Händchen für Sauen“, erinnert sich Margret Roloff an die Schwiegermutter. 40 Sauen, 30 Mastbullen und 12 Kühe versorgte die Familie neben dem Kleinvieh und dem Gemüsegarten. Für die Futterversorgung pachteten Roloffs immer wieder Land dazu.

Nach dem Tod Heinrich Roloffs 1975, der bis zur Rente Maurer geblieben war, stand Sohn Hartmut als allein Verantwortlicher für den Hof ein. Dessen Sohn Hendrik hat vor fünf Jahren den Platz des Vaters eingenommen und fühlt sich im Betrieb sehr wohl. Auch für ihn gab es keinen anderen Berufswunsch, obwohl Vater Hartmut zunächst auf einer Industriemechaniker-Lehre bestanden hatte. Zum Schaden war das sicherlich nicht, denn so kann Hendrik Roloff an den eigenen Maschinen manche Reparatur selbst fachmännisch ausführen.

125 Hektar bewirtschaftet Familie Roloff mithilfe von Marcel Cord, Stefan Frehmeier, Philip Jarczyk und Schwager Uwe Pötter. „Ohne diese Helfer schaffen wir das nicht“, hebt Hendrik Roloff den Stellenwert seiner Mitarbeiter hervor. Die Erntearbeiten werden an Lohnunternehmer vergeben, die Bestellung der Felder jedoch selbst erledigt. Nach den Schweinen hat der Hofherr 2011 auch die 30 Kühe abgeschafft und auf Bullenmast umgestellt. 450 Plätze stehen den „Fressern“, das sind Jungrinder um die 150 Kilo, zur Verfügung, die später mit einem Lebendgewicht von rund 600 bis 700 Kilo vom Viehhändler wieder abgeholt werden. 1977 ist die Familie in das neu gebaute Altenteilhaus gezogen und hat das Elternhaus von 1936 vermietet.

Neue Serie: Vollerwerbs-Bauernhöfe in Lotte

Die Landwirtschaft prägt vielerorts immer noch das Bild in der Gemeinde Lotte.

Einige Höfe haben eine lange Geschichte, die bis in die Anfänge des Lebens und Arbeitens in Wersen, Halen, Büren, Osterberg und Lotte zurückreicht.

In unserer Gemeinde werden nicht nur Äcker bewirtschaftet, sondern auch Fleisch, Milchprodukte, Eier und auch Tannenbäume erzeugt und gehandelt.

Die WT stellt in loser Folge hauptberufliche Lotter Landwirte und ihre Betriebe vor.