Maiko Bailly erfüllt sich eisigen Traum Ein Wersener findet sein Glück auf Mallorca

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Lotte. Über zwanzig Jahre lang war Maiko Bailly ein „Wersener Jung“, dann zog es ihn in die weite Welt. Jetzt wohnt, lebt und arbeitet er im malerischen Städtchen Sóller auf Mallorca und verwöhnt die Touristen mit köstlichem Eis aus eigener Herstellung.

Freunde, ehemalige Schulkameraden und Fußballer kennen ihn noch aus der Zeit, als Maiko bei den Minikickern für den SC Halen im Tor stand. „Konnte noch so stark regnen, Maiko schmiss sich auch dann noch in die Matche, der geborene Torwart“, erinnerte sich Lutz Scholko, der den Jungunternehmer zusammen mit seiner Frau Cornelia besuchte. Eine Zeitlang war Bailly auch Ersatztorhüter bei den Sportfreunden Lotte, kehrte aber zu den Halenern zurück und hielt das Tor sauber.

Auf der Suche

Nach dem Abitur 1999 leistete er Zivildienst in einer Jugendherberge „Weil ich nicht so recht wusste, was ich tun sollte“, blickte der heute 35-jährige zurück. Als Teamer betreute er Jugendliche im Rahmen der Ferienfreizeit des Diakonischen Werkes in Vieux-Boucau in Frankreich. Von 2002 bis  2004 ließ er sich an der Berufsfachschule Best-Sabel in Freital bei Dresden zum Staatlich anerkannten Internationalen Touristikassistenten ausbilden. Sprachen, Reise- und Vertragsrecht und Reiseverkehrsgeographie, Touristikmanagement und -marketing und Reiseleitung gehörten unter anderen zu den Unterrichtsfächern sowie ein Praktikum im Ausland. Auf Fuerteventura organisierte Maiko Mitarbeiter-Castings, Tagesausflüge und Reisebegleitung gehörten zu den spannenden Aufgaben.

Manchmal hilft der Zufall

In Australien arbeitete er auf Orangen- und Gemüsefarmen. In einem Wolfsburger Hotel sammelte er Erfahrungen als Duty-Manager. Dann traf er per Zufall den Eisspezialisten Giovanni Lasagna in Hannover: „Ich liebte immer schon Mozartpralinen und probierte das Mozartkurgeleis von Giovanni.“ Zufällig las er auf der Rückseite der Eiskarte, dass Lasagna Lizenzpartner für Eisdielen auf Mallorca suchte.

Man kam ins Gespräch, Bailly flog kurzentschlossen los und machte sich auf die Suche nach einer geeigneten Insel-Immobilie. In Sóller bot sich ein ehemaliger Schuhladen an, „aus dem man etwas mit viel Aufwand“ machen konnte.“ Giovanni, inzwischen sein Mentor, riet ihm: „Mach Soller! Dort ist es super!“

Viel Arbeit, Investition und Risiko

Bailly war skeptisch, denn sein erster Eindruck der kleinen Stadt im Norden der Insel war enttäuschend: „So skurril und neblig, kein berühmtes Tramutana-Gebirge zu sehen.“ Doch ein paar Tage später verwandelte die Sonne den Platz vor der Kirche in ein wunderschönes Licht. „Einfach super“ habe er danach nur noch gedacht und die Sache voller Optimismus angepackt.

Eisdiele in lila-weiß

Im März 2010 eröffnete er nach einem Jahr grundlegender Sanierung der Immobilie und mit hohem finanziellen Einsatz, unterstützt von Familie und Freunden, eine traumhaft gelegene, kleine Eisdiele in lila-weiß mit Blick auf die imposante Kathedrale. Zwischen Eislounge und schattigen Sitzplätzen rumpelt die historische Straßenbahn mehrmals am Tage und befördert Gäste nach Port Sóller, wo Maiko und seine Frau Johanna direkt am Strand ein sehr pfiffig eingerichtetes Beachhouse betreiben.

Genuss selbstgemacht

Das Eis stellt er selber her, seine Frau backt Apfel-, Käse-, Mandel- und Orangenkuchen. Internationale Servicekräfte und die beiden selbst servieren kunstvoll dekorierte Spezialitäten, zu denen auf Wunsch auch laktose- und glutenfreies Sorbet-Eis gehört. Sehr beliebt sind erfrischendes Zitronen- und Orangeneis. Die Bäume auf Mallorca hängen voll von diesen sonnig-saftigen Früchten.

An einem Sommertag in Sóller

Ab 10 Uhr morgens lassen sich die ersten Gäste unter luftigen Sonnenschirmen und Schatten spendenden kanadischen Ahornbäumen nieder oder holen sich direkt an der Eistheke ihr Eis ab. Probelöffelchen werden Unentschlossenen, die sich beim verführerischen Anblick nicht entscheiden können, freundlich angeboten. Johanna hat in der Küche schon leckere Kuchen gebacken, Maiko ist noch im Eislabor. Kisten mit leuchtenden Orangen stehen bereit für frisch gepressten O-Saft, unvergleichlich mild im Geschmack. Die Gäste genießen die Spezialitäten und das schöne Ambiente. Um 22.30 Uhr ist in der Hauptsaison Schluss. Dann muss noch aufgeräumt werden. Johanna fährt spät abends noch nach Port Sóller, um dort ebenfalls mit der Servicekraft alles für den nächsten Tag vorzubereiten.

Ein Rückblick

Es gibt viel zu tun und zu organisieren. Nicht immer verlief alles so, wie Bailly es sich gewünscht hatte. „Es ist wichtig, dass du dran bleibst an dem, was du dir vorgenommen hast und bei Rückschlägen nicht aufgibst“, rät er. Dort, wo man bleibt, müsse man sich durchbeißen. „Geschenkt wird einem nichts!“ Er übernahm auf Mallorca kein fertiges Konzept, nahm ein großes finanzielles Risiko auf sich und suchte selbst nach Problemlösungen. „Dabei habe ich gelernt, mit vielen Situationen umzugehen. Ich habe wohl wahnsinnig viel Glück gehabt, an so einem schönen Ort arbeiten zu dürfen“, sagte der sympathische Mann ganz bescheiden und eilt mit seiner Frau Johanna auch schon wieder an die Arbeit, denn an der Theke warten mittlerweile viele Gäste und freuen sich auf leckeres Eis aus Baillys Werkstatt.


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