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Amprion baut in Heuers Moor Lotte rückt bei Nord-Süd-Stromtrassen ins Blickfeld

Von Thomas Niemeyer

Das Amprion-Logo präsentierten (von links) Jürgen George,, Jürgen Langemann und Dominik Reh auf ihrem Dortmunder Dienstfahrzeug vor dem Lotter Rathaus in Wersen. Foto: Thomas NiemeyerDas Amprion-Logo präsentierten (von links) Jürgen George,, Jürgen Langemann und Dominik Reh auf ihrem Dortmunder Dienstfahrzeug vor dem Lotter Rathaus in Wersen. Foto: Thomas Niemeyer

Lotte. Lange stockte die Ansiedlungspolitik in der Gemeinde Lotte. Nun tragen die Bemühungen von Politik und Verwaltung erste Früchte. Im Bau- und Planungsausschuss stellte sich am Dienstagabend der Stromnetzbetreiber Amprion vor, der ab November im Wersener Gewerbegebiet Heuers Moor einen neuen Standort errichten will.

Wie Architekt Jürgen George, in der Dortmunder Amprion-Zentrale verantwortlich für Anlagen und Projekte, im Ausschuss erläuterte, werden in dem Neubau am Gärtnerweg die bisher auf Ibbenbüren, Lüstringen und Osnabrück verteilten 36 Mitarbeiter samt ihren Aufgaben „ein neues Zuhause“ finden. „Es ist kein Produktionsstandort. Wir werden dort Büros und Werkstatt bauen mit einer Regelarbeitszeit von 6.30 bis 17 Uhr“, erstickte er jede Sorge vor Lärmbelastungen etwa durch Lieferverkehre im Kern.

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Strategischer Standort

Dennoch bezeichnete George sein Unternehmen als „Spedition“, eine Branche, die insbesondere Grüne und SPD im Rat nicht gerne in Lotte ansiedeln mögen. Aber Amprion benötigt auch keine Sattelschlepper. Seine Waren – Strom in Hoch- und Höchstspannung – verteilt das bundesweit 1100 Mitarbeiter zählende Unternehmen per Kabel. 11000 Kilometer umfasst das Leitungsnetz laut Amprion-Immobilienmanager Jürgen Langmann zwischen Meppen und Alpen und versorgt damit 25 Millionen Kunden.

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Der Standort Wersen, so George, werde das Netz in einem Umkreis von rund 150 Kilometern betreuen. Zwar gebe es in Lotte keinen Knotenpunkt, aber der Standort sei auch mit seiner Nähe zum Lotter Kreuz von großer strategischer Bedeutung für Amprion. Immerhin steht das Unternehmen im Zentrum der Energiewende, deren Hauptproblem es heute ist, den in den Offshore-Windparks in der Nordsee erzeugten Strom in den energiebedürftigen Süden der Republik zu transportieren.

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Freude über Ansiedlung

Doch für diesen großen Rahmen interessierten sich die Ausschussmitglieder weniger. So wollte Grünen-Ratsherr Stefan Franke, nachdem er die allgemeine Freude über die Ansiedlung zum Ausdruck gebracht hatte, wissen, ob Amprion bei seinem Bau über die gesetzlichen ökologischen Mindeststandards hinausgehe. George erklärte ihm, dass man nicht gedenke, etwa Solarzellen aufs Dach zu setzen. Zu der vorgesehenen Gasheizung werde Amprion wohl Wärmepumpen installieren müssen, aber nicht über das geforderte Maß hinaus.

Hermann Brandebusemeyer ließ sich von Jürgen Langmann aufklären, dass Amprion keine RWE-Tochter, sondern ein eigenständiges Unternehmen sei, an dem RWE 25,1 Prozent hält.

Ruhe erste Firmenpflicht?

Der ausführende Architekt Dominik Reh aus Georgsmarienhütte erläuterte bauliche Details zur Nutzung des 13100 Quadratmeter großen Grundstückes, wobei Jürgen George versicherte, dass die Werkstatt nur gebraucht werde, wenn Störungen am regionalen Leitungsnetz zu beheben seien. Offenbar entstand bei Amprion der Eindruck, dass in Lotte Ruhe die erste Firmenpflicht ist.

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Weiterhin fasste der Ausschuss einmütig den Feststellungsbeschluss für die Änderung des Flächennutzungsplanes zur Bebauung des Gewerbegebietes Pätzkamp. Hinderliche Einwende hatte es in der Auslegephase der Planung nicht gegeben. Interessenten für die Flächen gibt es dem Vernehmen nach auch. Allerdings machte eine Stellungnahme der Stadt osnabrück deutlich, dass auch zwischen Lotter Bahnhof und Autobahn keine größeren Lärmemissionen erwünscht sind.