Ziel: 2018 überall 50 Mbit/s Lotte will beim Breitband an der Spitze bleiben

Glasfaserkabel sollen nach Möglichkeit bis 2018 alle Lotter Haushalte mit einer Breitbandkapazität von 50 Mbit/s versorgen. Foto: Julian Stratenschulte/dpaGlasfaserkabel sollen nach Möglichkeit bis 2018 alle Lotter Haushalte mit einer Breitbandkapazität von 50 Mbit/s versorgen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Lotte. Eine flächendeckende Breitbandversorgung mit 50 Mbit/s will die Gemeinde Lotte möglichst bis 2018 erreichen. Zu diesem Ziel stellte der Hauptausschuss jetzt einmütig die Weichen für den Glasfaserausbau.

Viel Lob für die Gemeinde Lotte und den privaten Verein Breitbandnetz hatte Guido Brebaum, Geschäftsführer der WESt (Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt), mit ins Wersener Rathaus gebracht. Mit den Anstrengungen, eine gute Internetversorgung auch als wirtschaftlichen Standortfaktor sicherzustellen, stehe Lotte an der Spitze der Bewegung, sagte er. Gekommen war Brebaum, um der Gemeinde dabei zu helfen, diese Position zu halten.

Zweigleisiges Vorgehen

Wie Christian Thies, Vorsitzender des Breitbandvereins in Wersen und Halen, und Guido Brebaum übereinstimmend erklärten, sind für das vom Bundesverkehrsministerium in seiner Digitalen Agenda ausgegebene Ziel einer flächendeckenden Versorgung mit 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zwei Schritte notwendig, die der Hauptausschuss veranlassen sollte: der Abschluss eines Gestattungsvertrages mit der Deutschen Glasfaser für die Siedlungsschwerpunkte und das Einholen von Fördermitteln für die zusätzliche Versorgung der Rand- und Außenbereiche.

Sollte es dem Privatunternehmen gelingen, mindestens 40 Prozent der Haushalte in den Ortschaften für sich zu gewinnen, würde Glasfaser Deutschland den Breitbandausbau dort auf eigene Kosten betreiben. Für schwach besiedelte Bereiche könne zusätzlich auf die vorhandenen Kupferkabel zurückgegriffen werden (Vectoring) oder auf die Richtfunktechnik, wie vom Breitbandverein bereits erfolgreich vorgeführt . Bund und Länder stellten dafür, so Brebaum, Fördermittel in Milliardenhöhe zur Verfügung, die aber dennoch sicherlich nicht für alle Projekte bundesweit ausreichten.

Antrag schon gestellt

Im Kreis Steinfurt wären nach seinen Berechnungen 141 Millionen Euro notwendig, in NRW 3,1 Milliarden; der Bund stelle aktuell 2 Milliarden Euro zur Verfügung. Dennoch sei der Antrag aussichtsreich, den die Gemeinde Lotte bereits gestellt hat, auch wenn er im weiteren Ablauf mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden sei.

Für den weiteren Ablauf sagte Brebaum die Unterstützung der WESt zu. Dennoch müsse die Gemeinde einen eigenen Berater und Projektkoordinator beauftragen, was durch die Förderung finanziell abgedeckt werde.

„Ehrgeizige Ziele gut“

Ob das Idealziel, 2018 fertig zu sein, erreichbar sei, stellte Brebaum zwar infrage, sei aber auch nicht entscheidend. Sowohl die Zahl der verfügbaren Berater sei begrenzt als auch die Kapazitäten für den notwendigen Tiefbau, der die Glasfaserkabel unter die Gehwege bringe, als auch die der Telekommunikationsunternehmen, die die Netzwerke betreiben. Dennoch seien ehrgeizige Ziele gut, um sinnvolle Entwicklungen zu forcieren.

Das anfangs erteilte Lob erhielt Brebaum am Ende von allen Fraktionen zurück. Da wurde gar Vorfreude auf die anstehenden Aufgaben spürbar.


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