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Schüler im Praktikum Berufsorientierung an der Gemeinschaftshauptschule Lotte

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Lotte. Seit Beginn des neuen Schuljahres sind 38 Schüler der Gemeinschaftshauptschule Lotte im Praktikum. 24 Schüler der Klasse 10A und 14 BuS-Schüler (Langzeitpraktikumsklasse) absolvieren ihre Blockpraktika unter anderem in Westerkappeln, Wersen, Lotte, Mettingen, Osnabrück, Lienen und Lengerich. Dienstags und mittwochs sind die Lehrerinnen Heike Schmidtmeier, Kathrin Schröder und Schulsozialarbeiter Günter Büter unterwegs, um die Schüler in den Betrieben zu besuchen, sie zu betreuen und mit den „Arbeitgebern“ zu sprechen.

Die meisten der 16 Mädchen und 22 Jungen haben sich die Praktikumsstellen selber ausgesucht, viele Kontakte zu Betrieben hat Günter Büter im Laufe vieler Schuljahre hergestellt. Es stellt sich manchmal während der Praktikumszeit heraus, dass diese Stelle nicht immer der Traum vom Ausbildungsplatz ist, trotzdem sei diese Erfahrungs- und Ausprobier-Zeit wichtig für die jungen Leute. „Sie gewinnen einen Einblick ins Berufsleben und wissen hinterher, wie es sich anfühlt, acht Stunden am Tag zu arbeiten. Außerdem bekommen sie Anerkennung für ihre Leistung und Kontakt zu Ausbildungsbetrieben“, betont Kathrin Schröder. Die Praktikanten würden sich durch Anerkennung im Betrieb einfach erwachsener fühlen und bewusstere und begründete Berufswahlentscheidungen treffen, sagt Heike Schmidtmeier.

Motivationsschub Praktikum

Eine engmaschige Betreuung sei sehr wichtig, um zu schauen, wie die Schüler sich in den Betrieben entwickeln. „Manchmal sind sie wie ausgewechselt und bekommen durch den erhöhten Praktikumsanteil im Schuljahr einen richtigen Motivationsschub für die Zukunft, gerade wenn es in der Schule nicht so gut läuft“, ergänzt Büter. Ganz wichtig seien konsequente Chefs, die ein Händchen und Verständnis für junge Menschen haben.

Im Kontakt zu Kunden

Elisabeth O’Brien und ihre Tochter Nina Carter haben die Schülerinnen Cynthia Mühlenbäumer und Vanessa Hentschel unter ihre Fittiche genommen. Schon mit der ehemaligen Hauptschule Westerkappeln hatte O’Brien einst zusammengearbeitet. „Praktika hier führten schon oft zu Ausbildungsplätzen und zu einer erfolgreichen Ausbildung“, berichtet Heike Schmidtmeier. In der Westfalen Tankstelle in Westerkappeln arbeiten die beiden Mädels nach 14 Tagen Probezeit schon selbstständig, nachdem sie morgens ihre Aufgaben bekommen haben: Kundschaft bedienen, kassieren, Waren einräumen und auch sauber machen gehören zum Alltag, der um 8.45 Uhr beginnt und um 15 Uhr endet. Cynthia findet die meisten Kunden nett und gibt zu: „Man kann immer etwas dazu lernen, auch wenn es nicht die Stelle ist, in der ich mich ausbilden lassen möchte.“ Reisekauffrau wäre etwas für sie. Vanessa hat gerade Geld fürs Tanken kassiert und lächelt dem älteren Herrn freundlich zu, als er geht. Sie mag den Kontakt zu den Kunden und das gute Arbeitsklima in diesem Tank Shop.

Die Richtung stimmt

„Nie wieder kalte Füße“ – Valentin Meier steht auf der Trittleiter und hängt gerade das Hinweisschild auf, dann ist er schon wieder unterwegs, um neue Aufgaben auszuführen, die seine Chefin, Uta Finsterwalder, ihm gestellt hat. Die gute Zusammenarbeit zwischen dem Schreib- und Spielwarengeschäft „Pfiffikus“ und der GHS gibt es schon seit vielen Jahren. Valentin hat diese Praktikumsstelle selber gefunden, war vorher schon zweimal für andere Praktika hier: „Es gefällt mir hier, und es macht Spaß mit den Kunden in Kontakt zu sein. Meine Chefin und die Mitarbeiter sind nett, zuvorkommend und zeigen mir, wie ich etwas besser machen kann, wenn ich was falsch gemacht habe.“ Valentin würde sehr gerne Verkäufer im Einzelhandel werden und sucht einen Ausbildungsplatz. Seine Chefin findet ihn für den Beruf auch geeignet, sieht ihn aber, wie die Lehrer, eher in einem großen Markt.

Vier Jahre Berufsorientierung

Schon in Klasse7 bekommen die Schüler während eines zweitägigen Schnupperpraktikums erste Einblicke in die Arbeitswelt. In Klasse 8 gibt die Berufsfelderkundung an drei Werkstatttagen praktische Orientierungshilfe. Es folgen ein zweiwöchiges Betriebspraktikum und Betriebsbesichtigungen bei Kooperationspartnern. Berufsberater der Agentur für Arbeit kommen in Klasse 9 zur GHS. Im zweiten Halbjahr folgt ein dreiwöchiges Betriebspraktikum. Sprechstunden der Berufsberatung, Bewerbungstraining und Besuche von Ausbildungsmessen und Berufsinformationstagen finden im ganzen Schuljahr statt. Ein eintägiges Jahrespraktikum absolvieren die Schüler der Klasse 10A. Sprechstunden der Berufsberatung und freiwillige Eignungstests unterstützen die jungen Menschen auf ihrem Zukunftsweg. Außerdem gibt es für die Klassen 9 und 10 in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Tecklenburg Freiwillige Soziale oder Ökologische Wochen als „Alternative zum weiteren Schulbesuch und zur Persönlichkeitsentwicklung“.


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