Gleich zwei Bagger im Einsatz Kanalbau für Gewerbegebiet Pätzkamp in Lotte gestartet

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Lotte. Nicht nur am ehemaligen Lotter Bahnhof sich sich eine Menge. Auch die Kanalbauarbeiten im Vorfeld des im Planungsverfahren befindlichen Alt-Lotter Gewerbegebiets Pätzkamp laufen seit rund zwei Wochen auf Hochtouren. Die Baustelle der Landesstraße 597 (Bahnhofstraße/Wersener Straße) ist übrigens seit vergangenem Freitag wieder passierbar, die Umleitungaufgehoben.

Zwischen L 597, Kläranlage Lotte und jetzt vom Osnabrücker Schraubengroßhandel Fuchs + Sanders bezogenen Areal sind gleich zwei Bagger im Einsatz. Was genau hier passiert, erläutern vor Ort Bürgermeister Rainer Lammers, Jörg Stork vom Bauamt der Gemeinde, Mirko Klesener, Bauleiter der Firma Technaqua, und Frank Helming von der gleichnamigen Tiefbaufirma. Auf insgesamt etwa 200 Meter Länge, so Klesener, werden sowohl Regenwasser-, als auch Schmutzwasserkanal verlegt und ein Regenklärbecken im Bereich hinter dem neuen Asylbewerberheim angelegt.

Die Flüchtlingsunterkunft wird übrigens auch gleich mit an die Entsorgungsleitungen angeschlossen; gleich daneben ist schon ein Schacht installiert.

Das vorhandene Regenrückhaltebecken im Westerfeld sei zwar ausreichend groß, ein direkter Anschluss aber nicht möglich, weil die neuen Kanalrohre wegen der Bodenschichtung und der späteren neuen L 597 sehr tief verlegt werden müssen, sagt Frank Helming. Deshalb ist ein Sammler nötig.

Das Regenklärbecken wird laut Klesener 20 Meter lang, etwa drei Meter breit und 3,50 bis vier Meter tief. Selbstverständlich werde es eingezäunt, bestätigt der Ingenieur auf Nachhaken von Bürgermeister Lammers.

Die Regenkanalisation verläuft künftig in drei, die Abwasserkanalisation in fast vier Metern Tiefe. „Wir müssen mit Vakuumfiltern arbeiten, weil unter der Lehmschicht das Grundwasser zum Teil sehr hoch steht“, erklärt Klesener.

Da zudem der Landesbetrieb Straßen.NRW im Zuge der Beseitigung des höhengleichen Bahnübergangs mittels Brücke über die Gleise und Umbau der Landesstraße einen bis zu vier Meter hohen Damm aufschütten werde, müsse das kurze Teilstück zur Abwasserentsorgung zwischen L 597 und Vorfluter in den Hischebach bis Ende August fertig sein. Die gesamte Tiefbaumaßnahme soll laut Jörg Stork Ende Dezember abgeschlossen sein. Rund 450000 Euro wird sie nach seinen Worten den Abwasserbetrieb, also die Gemeinde, kosten

Die Arbeiten zur Erneuerung der Bahnhofstraße bringen nach Kleseners Worten besondere Herausforderungen mit sich. Eine Besonderheit sei, dass auf etwa 25 Metern die Rohre in geschlossener Bauweise mit Hochdruck unter dem L-597-Zubringer hindurchgepresst werden müssten. Eine weitere Besonderheit, so ergänzt Stork, sind die Rohre selbst: Sie sind wegen der großen Tiefe, in der sie liegen, und des großen Drucks, den sie später (Lkw-Verkehr auf der Landesstraße) aushalten müssen, besonders verstärkt. „Das sind Rohre, wie sie für Flughäfen und Containeranlegen verwendet werden“, verdeutlicht Klesener.

Anfragen für das Gewerbegebiet Pätzkamp gebe es bereits, sagt Bürgermeister Rainer Lammers auf Nachfrage. Vor der Parzellierung und Grundstücksvergabe müsse jedoch erst einmal das Planverfahren durchgeführt werden. Die Ausschreibung solle möglichst noch im Winter erfolgen, damit im Frühjahr und Sommer die Erschließung mit Baustraßen und Versorgungsleitungen vorgenommen werden könne, „damit wir Ende 2016 anfangen können zu bauen“. So weit jedenfalls der Plan der Gemeinde.

Ob sich der Zeitplan so einhalten lässt, hängt auch von der Fertigstellung des Damms und der neuen L 597 ab. Der Auftrag dafür ist nach Auskunft von Peter Holz, Bauleiter von der Regionalniederlassung Straßen:NRW, bereits vergeben – an die Firma Walterbau aus Borken. Derzeit bereite diese Statik und Detailplanung vor. „Dann geht es los“, sagt Holz. Den genauen Zeitpunkt könne er aber noch nichtg nennen; darüber werde Straßen.NRW aber rechtzeitig informieren.

Eine erneute Sperrung der Landesstraße ist laut Holz jedoch weder für die Arbeiten an der Oberleitung, noch für die Dammaufschüttung nötig: „Das passiert alles außerhalb des Verkehrsflusses“, versichert er.


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