Wasser, Schatten, leichte Kost Wie Arbeiter und Senioren in Lotte mit Hitze umgehen

Von Angelika Hitzke

Hitze von oben und von unten: Bei diesen Temperaturen ist das Asphaltieren kein Vergnügen. Foto: Angelika HitzkeHitze von oben und von unten: Bei diesen Temperaturen ist das Asphaltieren kein Vergnügen. Foto: Angelika Hitzke

Lotte. 31 Grad im Schatten – wie hält man das aus, wenn man wie die Mitarbeiter der Bauverwaltung unterm Dach im Wersener Rathaus arbeiten oder im Freien auf der Baustelle körperlich schuften muss? Wir haben uns in der Gemeinde Lotte umgehört.

Bis vor ein paar Jahren hat sich im obersten Geschoss des Rathauses im Sommer die Hitze in den Büros und auf den Fluren untern Dach gestaut, Fenster öffnen war auch keine Lösung, weil dann die Wärme erst recht hereinkam. „Seit 2012 haben wir eine Klimaanlage, und das ist auch ganz gut so“, sagt die stellvertretende Bauamtsleiterin Edith ten Thoren.

Die Männer der polnischen Baukolonne, die am Strotheweg in Büren das Kabel fürs schnelle Internet v erlegt, verstehen kein Deutsch. Einer, der immerhin ein paar Brocken beherrscht, sagt: „Kein Problem“ – und das, obwohl die Männer an diesem heißen Tag unter ihren Warnwesten noch T-Shirts oder gar Polo-Hemden tragen. Aber der eine oder andere wischt sich doch zwischendurch immer wieder den in Strömen fließenden Schweiß von der Stirn.

Noch heißer ist es für die Männer, die für die Firma Diekmann am alten Lotter Bahnhof die Straße asphaltieren: Von oben knallt die Sonne, von unten steigen die Dünste des bis zu 170 Grad heißen Teers auf. Die nackten Oberkörper der Arbeiter sind braun gebrannt und glänzen voir Schweiß. Wie schafft sie es, keinen Sonnenstich zu kriegen? „Mütze auf, wenn es ganz extrem wir“, sagt einer, der seinen Namen aber nicht nennen will. Und: „Fünf, sechs Flaschen Wasser am Tag trinken.“ Sein Kollege Beslik Gashi räumt ein, dass Asphaltierungsarbeiten bei zu großer Hitze sogar gefährlich sind, weil die hohen Temperaturen zusammen mit den Ausdünstungen zu Schwindelanfällen führen können. Heute sei das aber nicht so schlimm, weil die Luft nicht steht: „Der Wind ist sehr gut.“

Im Wersener Kindergarten halten sich die Erzieherinnen mit den Kleinen nur im Schatten auf. Und auch im Alt-Lotter Seniorenzentrum „Zwei Eichen “, so Verwaltungsangestellte Marion Heinel, werde bei diesem Wetter darauf geachtet, dass die Räume schon morgens beschattet werden, dass niemand in der prallen Sonne sitzt und die Mittagruhe eingehalten wird. Genauso wie der Trinkplan, den es für jeden Bewohner gibt. Es gebe dann öfter Kaltschalen, Eiskaffee und Obst: „Eintopf wird dann auch mal eingefroren, stattdessen gibt es Bratwurst vom Grill und Kartoffelsalat.“