Vorfreude auf Unruhestand Brigitte Schleuter: „Nun gibt es kein Muss mehr.“

Von Ursula Holtgrewe

Einen fröhlichen Abschied für Brigitte Schleuter (Vierte von linke) erlebten Gisela Ewering (von links), Birgitt Stahlhoff, Werner Borchelt, Rainer Lammers und Jeannette Kutz. Foto: Ursula HoltgreweEinen fröhlichen Abschied für Brigitte Schleuter (Vierte von linke) erlebten Gisela Ewering (von links), Birgitt Stahlhoff, Werner Borchelt, Rainer Lammers und Jeannette Kutz. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Zum Abschiedsfrühstück am letzten Arbeitstag lud die Leiterin der Alt-Lotter Awo-Kita Weggefährten und Elternvertreter ein. Es wurde nach neun Jahren in der Einrichtung ein fröhliches Beisammensein mit herzlichen Dankesworten. Den Unruhestand weiß Brigitte Schleuter gut gefüllt – mit viel Zeit für ihre Enkel und den kleinen „Zoo“, den sie in Westerkappeln erweitern möchte. Nachfolger Sven Schindler nimmt heute seine Arbeit auf.

Brigitte Schleuter freute sich über die Gäste, die sich Zeit genommen hatten fürs gemeinsame Frühstück. „Alle, die hier sind, haben dazu beigetragen, dass es in unserem Haus gut laufen konnte. Auch das Wetter scheint gut zu werden, sodass es für mich ein super Start in die Rente wird“, begrüßte sie die Runde.

Sie müsse sich gar keine Sorgen machen, dass es ab Montag nicht wie gewohnt weiterlaufe, und könne sich aufs Team und ihren Nachfolger Sven Schindler verlassen. „Für mich gibt es dann kein Muss mehr, es heißt nur noch, ich kann“, beschrieb sie ihren Alltag.

Zeit für Enkel und „Zoo“

Als Erstes nannte Brigitte Schleuter ihre Enkel, die schon sehnsüchtig darauf warten, dass Oma endlich unendlich Zeit für die jüngste Generation der Familie haben wird. Auch habe sie mit ihren Tieren genug zu tun. „Vielleicht stellen wir bald unseren eigenen Käse her. Davon bringe ich dann zum Kosten etwas vorbei“, versprach die zukünftige Unruheständlerin.

Für „schöne Erinnerungen“ an die Kindergartenzeit überreichte Jeannette Kutz, Vorsitzende des Elternvorstands, ein Geschenk. Als die Noch-Leiterin ein wenig erwartungsvoll die Besucher nach weiteren Wortbeiträgen fragte, antwortete Bürgermeister Rainer Lammers: „Erst einmal wollen wir alle frühstücken. Dann geht es gut gestärkt weiter.“ Lammers war in Begleitung von Hauptamtsleiter Werner Borchelt in die Kita gekommen. Borchelt ist im Rathaus auch zuständig für die Institutionen, die mit und für Kinder arbeiten.

Überraschungs-Chor

Alle bedienten sich ausgiebig am Büffet, das „Cord’s Catering“ vorbereitet hatte, als es im großen Raum nebenan unruhig wurde. Das Team und Kita-Kinder sangen ein fröhliches Abschiedslied und füllten nach den Strophen einen Renten-Koffer mit allerlei Dingen, die den Abschied leichter machen. Unter anderem waren darin Symbole für Zeit und Glück. Als Überraschung fuhr ein Eiswagen vor, sodass Groß und Klein alsbald kühle cremige Köstlichkeiten schleckten.

Nun ergriff Rainer Lammers das Wort und startete erst einmal eine Charme-Offensive: „Als ich gehört habe, dass Sie in Ruhestand gehen werden, wollte ich es gar nicht glauben. So ein junges Mädchen? Das kann gar nicht sein!“

Gute Zusammenarbeit“

Lammers blickte einige Jahre zurück, als eine große Herausforderung anstand. Es galt, nach dem Abzug der Nato-Angehörigen zu entscheiden, ob das bestehende Gebäude für die Erweiterung der Awo-Kita genutzt oder ein Neubau errichtet werden sollte. „Der Neubau war eine gute Entscheidung“, resümierte der Bürgermeister. Es sei etwas Schönes geschaffen worden zum Wohl der Kinder, betonte er und untrstrich: „Wir haben immer gut mit Ihnen und dem Team zusammengearbeitet.“ Lammers wünschte für den dritten Lebensabschnitt viel Freude.

Dem schloss sich auch Birgitt Stahlhoff an als Vertreterin des Awo-Unterbezirks Münsterland-Recklinghausen: „Es war eine schöne Zeit mit dir. Melde dich mal aus deinem Ruhestand heraus.“ „Klar, mach ich. Ich komme dann mit meinen Enkeln zum Waffelessen“, antwortete Brigitte Schleuter lächelnd. Sie erhielt vom Vorstand des Unterbezirks bereits anerkennende Abschiedsworte beim jüngsten Tag der offenen Tür .

Plaudereien mit Eltern und ehemaligen Kolleginnen schlossen sich an. Das Abschiedsfrühstück klang aus – für Brigitte Schleuter der Start in einen wechslungsreichen „dritten Lebensabschnitt“.