Wichtig: Nummer auf der Karte Noch Aufklärungsbedarf zur Münsterlandkarte in Lotte

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Lotte. Seit gut einem Monat gibt es anstelle der Gutscheine für das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) die Münsterlandkarte. Das neue elektronische Bezahlverfahren soll sowohl Leistungserbringern wie Schulen, Vereine oder Jugendzentren als auch dem Jobcenter des Kreises Steinfurt die Abrechnung erleichtern. Wie sind die ersten Erfahrungen mit der neuen Karte in Lotte?

Bianca Scheibe, BuT-Lotsin im Alt-Lotter Jugendtreff Bansen, weiß bisher nur von einem Kind, das für das Mittagessen an der Grundschule Lotte schon die neue Karte hatte. „Jetzt im März wird der erste Schwall kommen“, sagt Scheibe und weist darauf hin, dass die alten BuT-Gutscheine ja weiterhin ihre Gültigkeit haben. Sie werden bei den anspruchsberechtigten Familien erst nach und nach, also jeweils mit dem neuen Bewilligungsbescheid, durch die Münsterlandkarte ersetzt. Die werde dann „automatisch“ von der Gemeinde, dem Wohngeldamt oder dem Jobcenter verschickt.

Wichtig – und das sei vielen Eltern noch nicht klar – sei die Nummer auf der Karte. Denn diese müssen die „Leistungsberechtigten“, also die Eltern für ihre Kinder, den „Leistungserbringern“, nämlich den Schulen, Vereinen, Jugendtreffs oder Nachhilfelehrern, mitteilen, damit diese nach dem neuen Verfahren abrechnen können. „Die Karte ist nur ein Symbol, wo die Nummer draufsteht“, erklärt die BuT-Lotsin und berichtet: „Die Ersten haben auch schon die Karte verloren und wissen die Nummer nicht mehr.“ Die müsse dann neu beantragt und neu freigeschaltet werden.

Online anmelden

Damit die jeweilige Nummer beim Jobcenter des Kreises freigeschaltet und damit gültig wird, muss jeder Leistungserbringer, also auch jeder Verein und private Lernförderer, der Kinder mit BuT-Anspruch unterrichtet, sich rechtzeitig im System auf www.bildungs-karte.org anmelden.

Sonst kann es mit der Freischaltung etwas dauern, denn das Jobcenter des Kreises muss die Daten und die Anspruchsberechtigung zunächst überprüfen.

Bildungskarte? Münsterlandkarte? Wie heißt sie denn nun richtig, die neue BuT-Card?

Lokaler Anstrich

„Sie wird jetzt eher Bildungskarte genannt, wahrscheinlich, weil sich das sonst eher wie eine Busfahrkarte anhört“, meint Bianca Scheibe. Aber das ist nicht ganz korrekt, wie der zuständige Ansprechpartner Florian Dudek vom Kreis-Jobcenter klarstellt: „Es ist eine Bildungskarte. So nennt sie der Anbieter Sodexo. Deshalb lautet auch die Homepage-Adresse www.bildungs-karte.org. Aber bei uns im Kreis Steinfurt heißt sie Münsterlandkarte, weil wir dem Ganzen einen lokalen Anstrich geben wollten.“ Kreisweit seien davon übrigens bereits 2006 Karten ausgegeben worden.

Wersens Jugendpfleger Robert Budde, BuT-Lotse im „Sit In“, hat bisher noch keine Karte vorgelegt bekommen „Ich denke, jetzt im März wird das in diese Richtung gehen. Es läuft an“, sagt er. In der nächsten Zeit – seine Kollegin Bianca Scheibe rechnet mit einer Übergangszeit bis zum Januar nächsten Jahres – werde die Abrechnung mit Gutscheinen und Karten parallel laufen: „Wir werden zweigleisig fahren müssen“, so Budde. „Wir haben zunächst natürlich Mehrarbeit, aber dafür geht es dann auf lange Sicht schneller, dass wir das Geld bekommen“, ergänzt die BuT-Lotsin aus dem Lotter Bansen.

Noch viele Fragen

Die beiden Lotter BuT-Lotsen sehen aber auch noch viel Aufklärungsbedarf, nicht nur bei den Eltern: „Es sind noch viele Fragen offen, und für uns ist das natürlich auch neu“, sagt Bianca Scheibe. Budde berichtet, dass er gerade zusammen mit seinem Westerkappelner Kollegen Johannes Herfurth das Kollegium der Gemeinschaftshauptschule in der Lehrerkonferenz über das neue Abrechnungssystem informiert habe. „Ich habe Schulleitung und Lehrkräften angeboten, die Fragen zu sammeln. Die werden wir dann abarbeiten. Und wenn wir nicht weiterwissen, werden wir das mit dem Kreis zusammen machen“, sagt Budde und betont, dass es für eine Zwischenbilanz noch viel zu früh sei: „Das steckt noch in den Kinderschuhen!“


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