Politik: Kein eigenes Awo-Büro In Büren: „Alles wird gut“ – „Unter aller Würde“

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Zumindest diese Optik ist für die Awo-Wersen Geschichte. Foto: Carmen EchelmeyerZumindest diese Optik ist für die Awo-Wersen Geschichte. Foto: Carmen Echelmeyer

Lotte. Höchst unterschiedlich fallen die Bewertungen eines Beschlusses aus, den der Haupt- und Finanzausschuss des Lotter Gemeinderates am Donnerstagabend in nichtöffentlicher Sitzung fasste: Der Wunsch der Awo Wersen, zumindest das Büro in der Bürener Elly-Heuss-Tagesstätte weiter ganz für sich zu behalten, wurde mit der Mehrheit der Jamaika-Fraktionen CDU, Grüne und FDP abgelehnt.

Bereits im inhaltsarmen öffentlichen Teil hatte sich CDU-Fraktionschef Werner Schwentker verwundert darüber geäußert, dass das Thema nichtöffentlich behandelt wurde, und damit dokumentiert, dass Jamaika nichts zu verbergen habe. „Wir haben uns vorher die Situation in der Begegnungsstätte noch einmal angeschaut und festgestellt, dass sich für die Awo nichts ändern muss“, sagte er gestern auf Anfrage.

„Was Jamaika da mit uns macht, ist unter aller Würde“, hielt Awo-Chefin Renate Woda dem entgegen. „Man gönnt uns nicht einmal mehr diese 20 Quadratmeter.“ Konkret bedeute das, dass die Awo eigene Gerätschaften wie ihre Musikanlage nicht vor dem Zugriff anderer Nutzer schützen könne. Vor dem Hintergrund sei gar nicht klar, ob die Awo Wersen überhaupt weitermache.

Solche Gedankengänge hält Werner Schwentker für völlig unbegründet: „Es gibt eine Garage und einen abschließbaren Abstellraum“, in dem die Awo ihre Sachen geschützt unterbringen könne. Wenn das nicht reiche, seien auch abschließbare Schränke im Büro denkbar. Das Büro selbst aber müsse auch für andere Nutzer des Hauses zugänglich bleiben, weil sich dort unter anderem der Sicherungskasten befinde. Wer da ranmüsse, könne ja nicht mitten in der Nacht irgendjemanden, der den Schlüssel hat, herausklingeln.

Dem Vernehmen nach war die Entscheidung über das Büro nach langer Diskussion gegen die Stimmen der SPD und des Bürgermeisters gefallen. Wie Rainer Lammers selbst informierte, beschloss der Hauptausschuss dagegen einstimmig, dass die Gemeinde der Awo die Küche und anderes Inventar, das im Hause verbleibt, abkauft.

Um knapp 10000 Euro soll es da gehen. Dabei dürfte es aber im Zuge der Umgestaltung der Elly-Heuss-Tagesstätte nicht bleiben. Wie die Fraktionen am Dienstag vor Ort selbst feststellen konnten, besteht nach dem Auszug der Awo erheblicher Renovierungsbedarf. Die Räume sind leer, nur kahle Flecken an den Wänden erinnern noch an die schmückende Awo-Ausstattung.

Für zusätzlichen Sprengstoff sorgen in Büren Spekulationen, wonach die von der Grünen-Politikerin Friedel Glüder geplante Senioren-Genossenschaft als Konkurrenz zur Awo Hintergrund des Streites sei. Dazu möchte die Awo nichts sagen, wohl aber Friedel Glüder: „Wir machen Dienstleistungen für ältere Mitbürger, die Awo Freizeitangebote. Da sind kaum Schnittmengen. Nein, wir wollen der Awo gar nichts wegnehmen.“ Der Tenor bei Jamaika zur Elly-Heuss-Stätte bleibt: „Alles wird gut.“


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