Verein statt Genossenschaft Mitglieder für bürgerschaftliche Seniorenhilfe gesucht

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Hand in Hand für die Idee, Senioren zu unterstützen, engagieren sich mit der Vereinsgründung Achim Jacob, Gisela Klekamp-Lange, Helgard Streich, Friedel Glüder, Dorothea Mönnighoff und Michael Beckmann. Foto: Ursula HoltgreweHand in Hand für die Idee, Senioren zu unterstützen, engagieren sich mit der Vereinsgründung Achim Jacob, Gisela Klekamp-Lange, Helgard Streich, Friedel Glüder, Dorothea Mönnighoff und Michael Beckmann. Foto: Ursula Holtgrewe

Lotte. Das Interesse an der Gründung einer Seniorengenossenschaft in Lotte ist vorhanden. Das wurde bei dem vergangenen Informationsabend in den Wersener Ratsstuben deutlich. Auch Westerkappeln soll in das Konzept eingebunden werden. Allerdings nimmt Initiatorin Friedel Glüder Abstand von einer genossenschaftlichen Organisationsform und schlug stattdessen die Gründung eines gemeinnützigen Vereins vor.

Die Resonanz beim Infotreffen zur Gründung einer Seniorengenossenschaft war beachtlich, Initiatorin Friedel Glüder sichtlich zufrieden. Knapp 40 Personen, zeigten in den Wersener Ratsstuben Interesse und Diskussionsbereitschaft. Sechs von ihnen wollen sich nun aktiv in die Planung und Vereinsgründung einbringen.

Von einer Genossenschaftsgründung nahm Friedel Glüder Abstand. „Diese Gründung dauert zu lange und kostet mehr als bei einem Verein“, erklärte sie. Zudem könne ein gemeinnütziger Verein die gleichen Hilfeleistungen anbieten. Das Ziel: Senioren Wohnen und Leben in den eigenen vier Wänden und damit im gewohnten Umfeld möglichst lange zu erhalten. Es gibt eine Vielzahl von Dienstleistungsangeboten, beispielsweise Begleitung bei Arztfahrten, kleine Reparaturen, Hilfe im Garten, Kuchen backen, Unterstützung bei der Pflege.

Dabei diskutierte die Runde längere Zeit über das Thema Hilfe bei der Pflege. Nicht jeder der Anwesenden konnte sich vorstellen, bei der Pflege von Senioren selbst Hand anzulegen. Ute Haubold sprach daher so manch einem aus der Seele: „Das ist für mich nichts. Ich kann aber leichte Sachen machen wie einkaufen oder jemanden zum Rathaus begleiten.“

Als es um die Erstellung einer Satzung ging und darum, die Initiatorin dabei zu unterstützen, dauerte es nicht lange, bis sich Vertreter aus allen Lotter Ortsteilen und Westerkappeln gefunden hatten: Michael Beckmann (Alt-Lotte), Achim Jacob (Westerkappeln), Gisela Klekamp-Lange (Osterberg), Dorothea Mönninghoff (Wersen), Helgard Streich (Halen) und für Büren Friedel Glüder.

Sie hatte als Einstieg den Erfolgsweg der Seniorengenossenschaft im baden-württembergischen Riedlingen vorgestellt. Dazu zählt auch, dass das Engagement für hilfsbedürftige Senioren nicht ehrenamtlich ist. Die Bürener Initiatorin erklärt das so: Auf Dauer arbeite keiner ausschließlich ehrenamtlich. Es bestehe die Gefahr, ausgenutzt zu werden. Außerdem seien manche der fitten Senioren dankbar, wenn sie durch ihre Arbeit in der Seniorengenossenschaft ihre Rente etwas aufstocken können.

In Riedlingen beträgt der Stundenlohn 8,20 Euro plus 0,30 Euro Kilometergeld. Die Unterstützer können sich aussuchen, ob sie klingende Münze entgegennehmen oder die investierte Zeit als Bonuspunkte ansparen und auf das Zeitkonto zugreifen, wenn sie selbst Hilfe benötigen. Wenn das als zu hohe finanzielle Belastung für den Senior erscheine, so ein Vorschlag aus der Wersener Runde, könne man eine Stunde abrechnen und anschließend weitere Arbeiten rein ehrenamtlich ausführen.

In der zu erarbeitenden Satzung sollte zum Beispiel festgelegt sein: Der ehrenamtliche Vorstand sorgt für die sichere Verwahrung der zurückgelegten Gelder für die Zeitbonuspunkte. Diese werden ausgezahlt bei Austritt oder im Todesfall, können gespendet und auf den Ehepartner übertragen werden. Mit Versicherungen werden alle Helfer abgesichert. Weitere Kriterien legt der Arbeitskreis fest, bevor die vorläufige Satzung dem Finanzamt zur Prüfung auf Gemeinnützigkeit vorgelegt wird.

Stimmt es zu, wird eine Gründungsversammlung einberufen. Sie legt dann unter anderem die Höhe des Stundenlohns, den Mitgliedsbeitrag sowie den Vereinsnamen fest und wählt den Vorstand. Erklärtes Ziel ist, dass ein dichtmaschiges Netzwerk in den jeweiligen Ortsteilen entsteht, um Fahrtkosten zu minimieren. Vor diesem Hintergrund stimmten alle Anwesenden zu, dass auch Westerkappeln eingebunden wird. Friedel Glüder berichtete von einem Besuch bei Westerkappelns Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer: „Ihre Reaktion war positiv. Sie wird das Projekt der Kommunalpolitik vorstellen. Wir sind eingeladen, es in einem Ausschuss vorzustellen.“

Weitere Informationen gibt es bei Friedel Glüder unter Tel.: 0541/125622, E-Mail: glueder@arcor.de


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