Silo ist voll Servicebetrieb Lotte für den Winterdienst gerüstet



Lotte. Langsam soll er kommen, doch eines steht fest: Dieser Winter war bisher viel zu mild. Vor fünf Jahren sah es um diese Zeit ganz anders aus. Es hatte so heftig geschneit, dass die Bürger nicht mehr wussten, wohin mit den ganzen Schnee. Der Lotter Servicebetrieb ist vorbereitet auf kommende Schnee- und Eiszeiten.

Die Rufbereitschaftspläne sind fertig, rund 70 Tonnen Streusalz warten im Silo und im Lager auf ihren Einsatz und reichen erst einmal für zehn Tage, berichtet Hans-Georg Kunkemöller, Leiter des Lotter Servicebetriebs.

Man verfolge zwar die Wetterberichte im Internet und Radio, achte auf Großwetterlagen, Azorenhoch und Mondphasen, doch man entwickle im Laufe der Jahre auch ein feines Gespür dafür, wie sich das Wetter entwickelt. Ist es in Rheine noch ungefährlich, so könne es in Lotte schon ganz anders aussehen mit Straßenglätte. Die Windrichtung tut auch noch ihren Teil dazu: „Bei plus zwei bis minus zwei Grad kann es schon richtig gefährlich werden“, betont Kunkemöller.

Bei Schnee und Eisglätte müssen die Mitarbeiter des Servicebetriebs mit je zwei Unimogs, Kleintraktoren und Handkolonnen mit Pritschenwagen früh raus und kümmern sich um Straßen, Geh- und Radwege, Fußgängerüberwege sowie öffentliche Treppen. Die Unimogs versorgen die Fahrbahnen der Buslinienstraßen, Wohnsammelstraßen und Gewerbegebiete, abgestimmt mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW und dem Kreis Steinfurt. Mit Kleintraktoren werden einige Radwege und Gehwege in dem Bereich, wo die Gemeinde selbst Anlieger ist, geräumt. Die Handkolonnen kümmern sich um öffentliche Treppen und Flächen vor Schulen, Kindergärten und Spielplätzen und um Einrichtungen der Gemeinde.

Es wird geräumt und gestreut, manchmal dem Streusalz auch Split untergemischt. Das Salz selbst wirkt bis ungefähr minus zehn Grad. Griffbereit hängt ein Faxvordruck neben der Tür im Servicebüro, um bei Bedarf schnell Nachschub ordern zu können.

Der Winterdienst der Mitarbeiter ist klar geregelt. Wochentags beginnt er um 5.30 Uhr, bei Bedarf auch eher, erklärt Kunkemöller. An Samstagen geht’s normalerweise um 6.30 Uhr los, an Sonn- und Feiertagen um 7 Uhr.

Räumpflicht für Bürger

Winterdienst haben auch die Bürger, nämlich dort, wo die Gemeinde keinen Schnee- und Räumdienst leisten muss. Bis 7 Uhr morgens müssen die Gehwege (in verkehrsberuhigten Straßen die Zonen entlang der Grundstücksgrenzen) von Schnee und Eis befreit sein. „Salz oder sonstige auftauende Stoffe sind grundsätzlich verboten. Ihre Verwendung ist nur erlaubt in besonderen klimatischen Ausnahmefällen (Eisregen), in denen durch Einsatz von abstumpfenden Mitteln keine hinreichende Streuwirkung zu erzielen ist“, heißt es auf der Homepage der Gemeinde. Dazu gehören auch „gefährliche Stellen an Gehwegen, Treppen, Rampen, Brückenauf- oder -abgängen, starke Gefälle- beziehungsweise Steigungsstrecken oder ähnliche Gehwegabschnitte. Abstumpfende Mittel sollten, wenn irgendwie möglich, der Natur zuliebe vorrangig eingesetzt werden.“

Bis 20 Uhr sind gefallener Schnee und entstandene Glätte unverzüglich nach Beendigung des Schneefalls und nach dem Entstehen der Glätte zu beseitigen. Nach 20 Uhr gefallener Schnee und entstandene Glätte müssen bis 7 Uhr, Sonn- und Feiertags bis 9 Uhr des folgenden Tages entfernt werden.

Der Schnee ist auf dem an die Fahrbahn grenzenden Teil des Gehweges oder – wo dies nicht möglich ist – auf dem Fahrbahnrand so zu lagern, dass der Fußgänger- und Fahrverkehr hierdurch nicht mehr als unvermeidbar gefährdet oder behindert wird. Die Einläufe in Entwässerungsanlagen und die Hydranten sind von Eis und Schnee frei zu halten. Schnee und Eis von Grundstücken dürfen nicht auf den Gehweg und die Fahrbahn geschafft werden. „Es ist schon ärgerlich, wenn die Gehwege pünktlich geräumt werden und anschließend das Schneeräumkommando des Kreises die Wege wieder zuschüttet.“ Doch das sei nicht zu vermeiden, bedauert Kunkemöller.

Der Vermieter eines Hauses oder Häuserblocks kann den Winterdienst an die Mieter vertraglich übertragen, doch er muss verantwortungsbewusst darauf achten, dass diese sich auch daran halten. Der Mieter muss dafür sorgen, dass die Gehwege auch frei sind, wenn er selbst im Urlaub ist. „Da setzt man sich am besten mit den Nachbarn in Verbindung“, empfiehlt Kunkemöller.


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