Es geht weiter – nur anders Awo Wersen ist nicht mehr alleiniger Mieter



Lotte. „Eine Ära geht zu Ende“, sagte Renate Woda, Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Wersen, voller Traurigkeit. Bei eisiger Kälte haben am Samstagvormittag Vorstandsmitglieder das Leuchtschild vor der Elly-Heuss-Tagesstätte abmontiert. Zusammen mit ihrem Stellvertreter Wolfgang Blavius erklomm sie die Stufen der hohen Trittleiter. Sie nahmen das Schild ab und reichten es an ihre Helfer weiter. Blavius wird es erst einmal mit nach Hause nehmen und schauen, welchem Zweck es in Zukunft dienen kann.

Drinnen in der Tagesstätte war es zwar wesentlich wärmer, doch die zu erledigenden Arbeiten machten die Stimmung nicht besser. Schützenkette und -krone wurden aus dem Schaukasten und persönliche Bilder von der Wand genommen.Mit Tränen in den Augen nahm Renate Woda das Porträt ihrer Mutter Irmgard Viere ab. Sie war damals Mitbegründerin der Awo.

Trost und Worte der Zuversicht erfuhr sie von ihren Vorstandsfreunden, denn es geht ja weiter , nur eben anders. Der Vorstand hofft, dass die Awo das Büro behalten darf, ein Antrag an die Gemeinde sei schon gestellt worden, sagte Renate Woda. Auch alle Veranstaltungstermine habe sie dort angemeldet. Jetzt hoffe man auf ein Gesprächsentgegenkommen seitens der Gemeinde, wünscht sich die Vorsitzende.

Fast täglich bietet die Awo im Januar Programm: Übungsstunden der Theatergruppe und „Two Generations“, Klönnachmittag, Gymnastikgruppe, Kartenspielen, Kaffeenachmittag, Treffen und Handarbeiten. Das sich wiederholende Monatsprogramm und der Jahresplaner liegen in der Tagesstätte aus. Am 7. Januar möchte die Awo am Kaffeenachmittag einen kleinen Flohmarkt mit den Dingen veranstalten, die nicht mehr gebraucht werden. Dabei geht es überwiegend um Dekorationsartikel. Um 15 Uhr beginnt das Kaffeetrinken. Am 24. Januar ab 18 Uhr dürfen sich die Gäste wieder über das traditionelle Grünkohlessen freuen.

Mit einem Glas Sekt stießen die Vorstandsmitglieder auf die gute 40-jährige Zusammenarbeit an und besprachen, was an diesem letzten Samstag im alten Jahr noch so zu erledigen sei. Ingrid Reichelt meinte traurig: „Es ist, als wenn man zu Hause auszieht.“


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