Rumpelstilzchen mit Happy-end Osnabrücker Figurentheater zu Besuch in Wersen

Sehr frei nach den Gebrüdern Grimm erzählte Rolf Hector vom Diwan-Figurentheater Osnabrück das „Rumpelstilzchen“ in der Grundschule Wersen. Foto: Erna BergSehr frei nach den Gebrüdern Grimm erzählte Rolf Hector vom Diwan-Figurentheater Osnabrück das „Rumpelstilzchen“ in der Grundschule Wersen. Foto: Erna Berg

Lotte. Es war einmal etwas anders als bei den Gebrüdern Grimm, das bekannte Märchen „Rumpelstilzchen“, das Rolf Hector vom Diwan-Figurentheater Osnabrück den Grundschülern in Wersen auf heiter-besinnliche Art vorführte. Seit vielen Jahren erfreut er Kinder mit seinen ausgefallenen Inszenierungen.

Dass die Kinder das Märchen vom Müller und seiner Tochter kannten, kam ganz schnell zum lauten Ausdruck, doch der Puppenspieler überraschte mit einer etwas anderen Interpretation, die voller Begeisterung angenommen und verstanden wurde.

Ungewöhnlich war auch die Bühne, denn das turbulente Geschehen spielte sich auf dem starken Rücken seines sprechenden Esels Monkey ab. Hector ließ nicht nur seine Charakterpuppen sprechen, er spielte selber auch eine wichtige Rolle in diesem Märchen und bezog die Kinder immer wieder in die Handlung mit ein. Er baute eine frechwitzige Labermaus mit ein, die den Verlauf des Märchens immer wieder beeinflusste, aber die Kinder auch zum Schreien brachte, als sie plötzlich aus ihrem Jutesack Richtung Zuschauer sprang.

Sympathische Figuren

Die liebreizende Müllerstochter konnte mit den Wimpern klimpern und der König seinen dicken Schnurrbart zwirbeln. Die Kinder entwickelten zu allen Figuren Sympathien, auch wenn sie manchmal unsympathische Absichten hatten: Der König wollte immer reicher werden und drohte der Müllerstochter, wenn sie das Stroh nicht zu Gold spinnen würde, mit dem Leben. Das Rumpelstilzchen half zwar, forderte von die Müllerstochter aber auch, ihm ihr erstgeborenes Kind zu überlassen, wenn sie seinen Namen nicht erraten würde. Doch bei dem Waldmännchen stand nicht die Gier nach materiellem Reichtum im Vordergrund, er suchte einen Menschen zum Lieben und Geliebt werden.

Mit den tollen Dialogen, seiner einfühlsamen Stimme und seinen ausdrucksstarken Puppen, die er selbst geformt hat und in Russland kostbar ausstatten ließ, gelang es Hector mühelos, die Kinder ins Fantasieland der Märchen mitzunehmen und allen Figuren ein gutes Ende anzudichten. Der König erkannte, dass das wahre Gold nur in menschlicher Zuneigung zu finden ist, und das Rumpelstilzchen endete nicht tragisch und grausam, sondern erlebte eine tolle Überraschung.


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