Mit Ladestation zum Erfolg Osnabrücker Gymnasiasten testen Unternehmerfähigkeit

Starkes Team: „Vorstandsvorsitzender“ Jelle Stollwerk (Vierter von links) hat mit (von links) Katja Möller, Nadine Kirchner, Fabienne Domdey, Esther Ulbricht, Leonardo Ziegler, Nils Bartig und Christoph Weber eine fachlich sattelfeste und rhetorisch souveräne Mannschaft um ich geschart – und den fiktiven Auftrag bekommen. Foto: Ulrike HavermeyerStarkes Team: „Vorstandsvorsitzender“ Jelle Stollwerk (Vierter von links) hat mit (von links) Katja Möller, Nadine Kirchner, Fabienne Domdey, Esther Ulbricht, Leonardo Ziegler, Nils Bartig und Christoph Weber eine fachlich sattelfeste und rhetorisch souveräne Mannschaft um ich geschart – und den fiktiven Auftrag bekommen. Foto: Ulrike Havermeyer

Lotte/Osnabrück. Nachhaltig produziert und multifunktional einsetzbar: Selbstbewusst und in der Sache überzeugend präsentierte die Osnabrücker Elios AG (Elektrische Innovation Osnabrück) jetzt ihr neustes Produkt – die mobile Ladestation „Eli“. Mit Eli können nicht nur Smartphones, Laptops oder MP-3-Player aufgeladen werden – das handliche Gerät misst auf Wunsch auch die Schadstoffbelastung der Umgebungsluft und ermittelt den Stromverbrauch beliebiger Haushaltsgeräte. Einziger Nachteil: Weder die Firma Elios noch der Eli existieren wirklich.

Seit sechs Jahren nehmen „besonders förderungswürdige Schüler“ der Fachrichtung Politik-Wirtschaft des Osnabrücker Graf-Stauffenberg-Gymnasiums, wie Schulleiter Josef Krotzek erläuterte, regelmäßig am Wirtschafts-Planspiel „MIG“ (Management Information Game) des Industriellen Arbeitgeberverbands Osnabrück Emsland Grafschaft Bentheim teil. Und seit sechs Jahren betätigt sich die Elster Kromschröder GmbH aus Büren für die Elftklässler als Gastgeber. „Sehr gern und mit starkem Interesse“, betonte Volker Lotze-Ullrich vom Personalmanagement des Unternehmens. Denn: „Neben der Berufsberatung, die wir seit Jahren regelmäßig in den Schulen der Umgebung anbieten, ist das MIG eine hervorragende Möglichkeit, um Schülern einen Bezug zur Wirtschaft zu vermitteln und besonders den angehenden Abiturienten berufliche Perspektiven aufzuzeigen.“

Der Plan scheint aufzugehen: Im Nebenraum des Vortragssaals knistert es vor Anspannung. Vier Tage lang haben die 22 Schüler als Vorstandsvorsitzende, Marketingleiter, Techniker und Entwickler auf diesen Moment hingearbeitet. Angeleitet wurden sie dabei von Manfred Kussatz vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft. Unterstützt von weiteren Gastreferenten hat er den Nachwuchsmanagern erklärt, was es mit Bilanzen und Börsengängen, Liquidität und Wechselkursen auf sich hat. Arbeitspensum für die Schüler: nicht unter zehn Stunden pro Tag. „Der Druck ist schon groß“, bekennt einer der Jungunternehmer. „Wir sind vor allem gespannt, was die Konkurrenz zustande gebracht hat.“

„Die Konkurrenz“ – das sind die „GONDOS AG“ und die „Steck Tec AG“. Auch sie stellen den Gästen bei Elster – die längst in ihre Rolle als Vertreter eines weltweit agierenden Elektromarktes und potenziellen Kunden geschlüpft sind – an diesem Abend ihre Versionen der mobilen Ladestation vor: den „DULS“ und den „Tecker“. Erfüllen die Geräte die geforderten Sicherheitsstandards? Gibt es Rabatte? Wie lange sind die Lieferzeiten? Das Publikum ist kritisch und bohrt hartnäckig nach. Die Vorstandsetagen der drei fiktiven Firmen sind jedoch nicht nur fachlich gewappnet, sondern auch rhetorisch auf der Höhe und parieren die Anfragen souverän. Und auch, wenn das Publikum am Ende dem „Eli“ den Vorzug gibt – „Wir haben hier drei Gewinner“, bilanziert Spielleiter Kussatz: „Es war beeindruckend, wie motiviert alle 22 Schüler an ihrem Produkt gearbeitet haben.“


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