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Kosten und Klima im Blick Lotter Unternehmerfrühstück bei Elster-Kromschröder

Von Thomas Niemeyer

Platinen aus der eigenen Elektronikabteilung führt Elster-Chef Ralf Geiger (links) Bürgermeister Rainer Lammers und den anderen Besuchern vor.Foto: Thomas NiemeyerPlatinen aus der eigenen Elektronikabteilung führt Elster-Chef Ralf Geiger (links) Bürgermeister Rainer Lammers und den anderen Besuchern vor.Foto: Thomas Niemeyer

Lotte. Nach Spielwaren-Hoffmann, den Sportfreunden Lotte und der Lemförder Logistik war diesmal Elster-Kromschröder Gastgeber des Lotter Unternehmerfrühstücks. Wobei der Gemeinde bewusst sein muss, dass sie das nicht mehr toppen kann, denn der Bürener Gasmess- und -regeltechnikproduzent ist Lottes bedeutendstes Wirtschaftsunternehmen.

Das deutete Bürgermeister Rainer Lammers in seiner Begrüßung stark untertreibend an: „Sie bringen uns qualifizierte Arbeitsplätze und auch ein bisschen Gewerbesteuer.“ In der Tat sind es am Standort Büren knapp 900 Hightech-Arbeitsplätze, wie etliche Roboter bei der Führung durch die mehrfach ausgezeichneten Werkshallen zeigten; und das im kommenden Jahr 150 Jahre alt werdende Unternehmen ist seit seinem Umzug von Osnabrück knapp über die Landesgrenze nach Büren regelmäßig mit einem siebenstelligen Steuerbetrag mit Abstand der größte Finanzier der Gemeinde Lotte.

Dass das Traditionsunternehmen 1865 in London als G. Kromschröder AG gegründet wurde und heute wieder einen englischen Eigentümer hat, war vielen der mehr als 50 Frühstücksgäste nicht bekannt. Geschäftsführer Ralf Geiger erläuterte, dass die Melrose Ltd. 2012 Elster vom Finanzinvestor CVC Capital Partners gekauft habe, die sich wider Erwarten nicht als sogenannte Heuschrecke erwiesen, sondern das Unternehmen deutlich vorangebracht habe.

Ständige Innovation mit der ausdrücklichen Zielsetzung, jedes Jahr einen Produktivitätsfortschritt von fünf Prozent zu erreichen, sei für das am Weltmarkt tätige Unternehmen lebensnotwendig, sagte Geiger. Insofern würden durch die zunehmende elektronische Fertigung der meisten Elster-Produkte keine Arbeitsplätze vernichtet: „Sie würden vernichtet, wenn wir diese Entwicklung nicht mitmachten.“ International konkurrenzfähig sei nur, wer ständig die Kosten senke.

Dass dies nicht nur ökonomisch geboten ist, zeigte die anschließende Präsentation des „Ökologischen Projektes für integrierte Umwelttechnik“ (Ökoprofit) des Kreises Steinfurt. Im Zentrum aller Bemühungen der Berater steht es nach den Worten von Projektleiter Michael Heuer, Energie und andere Ressourcen zu sparen. So werden teilnehmende Unternehmen aktuell besonders auf ihre Abfalltrennung und Dämmqualitäten hin überprüft. Auf Basis des novellierten Kreislaufwirtschaftsgesetzes und neuester energetischer Erkenntnisse werden dann Verbesserungen entwickelt, die sowohl dem Klima nutzen als auch die Kosten senken.

Die Werbung für Ökoprofit lief nicht umsonst im Hause Kromschröder. Das nämlich ist Partner der ersten Stunde, nimmt alle zwei Jahre daran teil und hat, wie sein Facility Manager Gerd Althoff den Gästen charmant versicherte, davon in mancher Hinsicht auf der Kostenseite profitiert.